Robert Altman ist tot. In seinen Filmen wird der Regiseur jedoch immer weiterleben. So einzigartig wie ein Fingerabdruck sind seine Regiearbeiten. Unverkennbar, stilgetreu und immer eine Spur neben dem Alltäglichen. So auch die -Last Radio Show-. Ein Film über den letzten Auftritt einer jahrelang im amerikanischen Radio ausgestrahlten Liveshow.
Gleich vorweg: Wer mit Countrymusik überhaupt gar nichts anfangen kann und wem textlastige Filme ein nicht ertragbares Gräuel sind, der sollte die -Last Radio Show- erst gar nicht aus der Verpackung nehmen. Wer sich jedoch intelligent, mit viel Wärme und Liebe fürs Detail unterhalten lassen möchte; wer die Geschichten von Menschen, Dingen und natürlich auch einer Radioshow(die im übrigen tatsächlich so existiert hat) dazu nutzen möchte mehr über andere und vielleicht auch sich selbst zu erfahren, der ist bei Robert Altmans letztem Film bestens aufgehoben.
Garrison Kellor leitet die Show -A prairie home companion- seit zig Jahren. Aber heute ist es soweit. Der letzte Auftritt steht bevor. Die Show ist nicht mehr zeitgemäß, das alte Theater wird abgerissen und weicht einem Parkplatz. Auf der Bühne treffen sich noch einmal all die Stars, die in den vergangenen Jahren die Menschen unterhalten haben. Die leicht religiös angehauchten Johnson Schwestern(Meryl Streep und Lilly Tomlin), zwei Gitarre spielende Cowboys(einer davon der geniale Woody Harrelson) und...und...und
Während dieser letzten Show werden Erinnerungen aufgefrischt, neue Wünsche und Träume geboren. Lebenslinien verinnen und neue werden aufgedeckt. Durch dieses Programm führt Kellor in eizigartiger Manier, ein Fels in der Brandung, ein unverrückbares Unikum, dass alle Fäden zusammenhält. So unterhält die -Last Radio Show- mit dem Zauber und der Magie der einfachen Menschen zum letzten Mal die Welt über den Äther und wir, als Zuschauer, erkennen, dass wieder ein Stück Vergangenheit unwiederrufbar verschwindet.
Als kleine Nebenhandlung überwacht Detektiv Noir(Kevin Kline) das Programm und widmet seine ganze Aufmerksamkeit einer Dame in weiß, die sich letztendlich als Engel zu erkennen gibt. Wie ich finde ein gelunger Schachzug Altmans, der uns mit diesem kleinen Seitenwink deutlich macht, wie vergänglich all das ist, was wir momentan als zeitlos und nicht enden wollend betrachten. Alles vergeht, nichts bleibt wie es ist. So, wie ein Robert Altman nicht ewig lebt und die -Last Radio Show- nicht auf alle Zeiten aus dem Lautsprecher klingt...