In den endlosen Weiten der AOR-Country-Prärie ist ein neuer flaming star aufgegangen , der als Ryan Bingham
in New Mexico geboren wurde und im Nachbarstaat Texas aufwuchs.
Auch auf seinem zweiten Album hier zeigt der toughe - new hero of all outlaws and desperados - wo das Lasso hängt.
Und damit kennt er sich aus, tingelte er doch auf Rodeos herum, machte bei Pferdenummern und Bullreiten
mit, kam mal hier und mal da unter, liebte das rauhe aber freie Leben.
Musikalisch prägte ihn vor allem Bob Dylan, aber auch Townes Van Zandt und Johnny Cash ; von einem Mariachi-
Musiker lernte er das Klampfespielen.
Seine eigenen Erfahrungen, das Land, die Tex-Mex-Einwohner, die dazugehörige Gesellschaftskritik,
dazu das subtile feeling für Folk, - Country,- Hillbilly, - Blues , - Rock - und Indie - Rythmen
- das alles fügt sich in seinen songs zu einer unglaublich stimmigen Mixtur zusammen,
- dazu diese harsche Stimme, aus der man den Schlamm aus einem muddy creek und die Splitter aus
einer geborsteten Whiskeyflasche förmlich raushört...
Ganz klar, dass er mit Bob Dylan, Tom Waits, Townes Van Zandt, Neil Young oder John Mellencamp verglichen wird.
Bei manchen Stücken hör ich eine gehörige Portion Willy De Ville raus, dessen Stimme ebenfalls mit Latino und
Blues-Folk Elementen -one in one - war.
Ryan Bingham s erste Scheibe - Mescalito - war schon gut, hier hat er sich m. M. nach um ein Vielfaches
noch gesteigert und diese Cd ist echt riesig...
Der lässige Typ pflegt auch ne Spitzenherde auf seiner Koppel, die - Dead Horses- , sie bringen mit authentischen
Americana-Instrumenten den groove in s honky-tonk.
Wer auf wild wild west und Wyatt Earp steht, kommt hier vollstens auf seine saloon-feeling- Kosten, der
zieht die Cowboystiefel und das Karohemd nicht mehr aus bis zum Morgengrauen, in dem die Büffelherden
über s weite Grasland ziehen...
Hört mal die unglaublich starken, tiefenwirkenden songs an und sagt dann, ihr seid nicht komplett von den
Socken !!!
Der opener - DAY IS DONE - ist schon super, macht neugierig , das kann man gerne auch sein, denn es geht
noch mal so gut weiter...
- DYLAN S HARD RAIN - , hier erkennt man wirklich das rising up der neuen Generation der songwriter ,
flotter hillbilly mit - TELL MY MOTHER I MISS HER SO - , dazu diese Stimme, die man nicht mehr vergessen wird...
und natürlich muss die - COUNTRY ROAD - beritten und befahren werden , diese mother-road fehlt in keinem
Repertoire eines country-kids, passt stilmässig zum anderen genialen Eckensteher - John Hiatt -... , Riesen-
song, echt dynamisch und kraftvoll,viril, richtig klasse !! - und nochmal : DIESE STIMME - unfasssbar ausdrucksstark !!!
So geht es durch und durch, mal kraftvoll, mal zerbrechlich, melodiös und individuell, dynamisch und subtil, ergreifend und nicht mehr loslassend, storyteller-Texte und eingängige Refrains,
was sollte man noch begehren ?
Einen Tequila und die repeat-Taste auf jeden Fall !!!
Zieht euch mal - SNAKE EYES - rein, da ist Bob Dylan s spirit direkt nach Texas geflogen und hat Ryan Bingham
beseelt...
- ENDLESS WAYS- rockt , hier hab ich irgendwie ein -Mick Jagger - Dejavu-..., bei Titeln wie - CHANGE IS -,
- ROLLIN HIGHWAY BLUES - wieder die Wahnsinns-Stimme), - HEY HEY HURRAY - kerniger Folk-Gassenhauer),
- ROADHOUSE BLUES - versoffenene honky-tonk-voice, da geht der punk ab auf der ranch; kann ich mich in meiner Begeisterung gar nicht beruhigen,
am liebsten würde ich zum Flughafen rennen und einen trip nach Austin buchen, so reisst mich das mit...
Und der sundowner - WISHING WELL - macht endgültig ein -victim of the horsewhisperer- Ryan Bingham aus mir,
meine persönliche - immer wieder und wieder- Nummer, und wieder, again.
Tut schon fast weh, so schön ist das Teil, kriecht echt unter die Haut !
Bin sowas von angetan und bewerte Mr - THIS VOICE - mit den fünf schönsten Westernsättel, die jemals
gefertigt wurden... ein Wahnsinnstyp!