Die Erzählstimme der kleinen Katie(Carlie Westermann) eröffnet Parviz Saghizadehs Gunslinger Epos -Road of no return-. Und ganz ehrlich: Als der Film zu Ende war, wußte ich nicht so recht, was ich davon halten soll. War die Produktion genau so gewollt? Wenn ja, dann verstehe ich persönlich die Filmwelt nicht mehr. -Road of no return- schafft es, geniale Momente mit katastrophalem Schrott auf einer Filmrolle zu vereinen. Das sorgt einerseits für wirklich gute Momente und ein paar Minuten später für totales Entsetzen.
Die vier Auftragskiller Indian(Jose Andrews), Whitey(Shane Woodson), der Ausländer(Michael Blain-Rozgay) und Blacky(Ernest Anthony) werden von den dubiosen Auftraggebern Hover(David Carradine) und Marcone(Michael Madsen) angeheuert, um Drogendealer zu töten. Die vier Killer haben sich zuvor noch nie gesehen. Sie erledigen mehrere Jobs und töten die Zielpersonen. In einem Fall wird neben dem Drogengeschäft noch ein Mädchenhandel abgewickelt. So kommt es, dass die Killer sich plötzlich um die kleine Katie kümmern müssen, die aus einem Waisenhaus geflohen war. Als die Jobs erledigt sind, ist eigentlich die Bezahlung fällig. Aber da müssen die vier völlig unterschiedlichen Männer feststellen, dass sie urplötzlich selbst zur Beute geworden sind.
Was ist bei der Produktion dieses Films schief gegangen? Ich kann beim besten Willen nicht glauben, dass Parviz Saghizadeh das Ergebnis seines Drehs genau so vor seinem geistigen Auge hatte. Klar ist, dass er die Grundidee des Klassikers -Die glorreichen Sieben- als Vorlage für den Plot nahm. Soweit er sich an dieses Storybook hielt, ist -Road of no return- gelungen. Die vier Charaktere sind ordentlich und die Geschichte wird so karg wie stylisch abgewickelt. Aber dann durchbricht Saghizadeh die Handlung mit Momenten, die einem unsägliches Grauen einflössen. Er entwickelt Nebenschauplätze, wie zum Beispiel Whiteys Mutter oder die chinesischen Bibelprediger, dass sich einem der Magen umdreht. So, wie der Film dann in den absoluten Trash hineniknallt, so kommt er urplötzlich wieder heraus, mit dem Ausländer und Blacky, die sich in einem Klasse-Showdown dem Ende des Films nähern. Das Ganze mit einer Musik unterlegt, die verdammt an Enio Morricones Soundtrack zu -Spiel mir das Lied vom Tod- erinnert.
Was die Dialoge angeht, verhält es sich genau so. Vom monumentalen Mumpitz bis zu dramaturgisch starken Auftritten(vor allem wenn Katie oder der Ausländer sprechen) ist in -Road of no return- alles vorhanden.
Verstehen muss man das nicht. Ich habe es jedenfalls nicht kapiert. Am Ende des Films hatte ich nur einen Wunsch: Gebt mir eine Schneideschere und lasst mich aus diesem Film alle Szenen herausschneiden, die mir nicht gefallen. Ich bin mir sicher, die übrig gebliebenen 40 Minuten wären um Klassen besser als der jetzige Film. Sie müssen das natürlich wieder einmal für sich selbst entscheiden. Es wird jede Menge Finger geben, die vor dem Ende des Films auf den Abschaltknopf drücken. Aber wie gesagt, ich würde es einerseits verstehen, aber sie würden auch ein paar wirklich gute Szenen verpassen. Nehmen sie also lieber die Vorspultaste und suchen sich sich die besten Szenen aus -Road of no return- aus. Die müssten ihnen eigentlich gefallen, wenn sie auf Revolverhelden und aussichtslose Kämpfe gegen übermächtige Gegner stehen. Ich bin jedenfalls von einer Gefühlsschwankung in die nächste gejagt worden. War begeistert, enttäuscht überrascht und entsetzt. Jetzt sind sie dran, um vielleicht etwas völlig anderes festzustellen. Viel Spaß dabei.