Der Geschichte beginnt geradlinig, doch es wird schnell klar, daß viel mehr als nur eine simple Gangsterballade hinter diesem Film steckt. Sam Mendes hat einen nahezu perfekten Film geschaffen, fast ein Kunstwerk, in dem jede Einstellung stimmt, kein Dialog zuviel steht und die Grundstimmung konstant düster ist.
Zur Handlung: Der Film spielt im Amerika der 30 Jahre. Sullivan (ein grandioser Tom Hanks) lebt scheinbar wohlhabend, hat eine bezaubernde Frau, 2 Söhne, ein großes Haus. Doch er arbeitet als Auftragskiller für John Rooney (oskarverdächtig: Paul Newman), der irische Patron der Stadt. Dieser hält seine schützende Hand über die Familie. Dieses Privileg hat jedoch seinen Preis: Rooney ist ein „Pate" wie er im Buche steht. Ein Gangsterboss, der in seinem Gebiet das alleinige Sagen hat und mit Al Capone im nahen Chicago gute Geschäfte macht. Sullivan ist sein bester Mann, ein Kriegsveteran und der ideale Auftragskiller. Doch Rooneys Sohn Conner hintergeht seinen Vater, Sullivan wird zum Konkurrenten und ungeliebten Zeugen eines Mordes. Conner will ihn aus dem Wege zu räumen, aber der Plan schlägt fehl: Zwar erschießt Conner Sullivans Frau und dessen jüngsten Sohn Peter, doch Sohn Michael und sein Vater überleben. Sullivan tritt zum blutigen Rachefeldzug gegen seinen Clan an, sein Sohn Michael begleitet ihn auf Schritt und Tritt.
„Vater und Sohn" lautet somit auch das eigentliche zentrale Leitmotiv in dieser äußerst gewalttätigen Familiensaga. Es geht um zwei Väter, die sich schützend vor ihre Söhne stellen und um zwei Söhne, die um deren Anerkennung ringen.
Fazit: „Road to Perdition" ist eigentlich eine ganz konventionelle Gangstergeschichte. Aber was Sam Mendes daraus gemacht hat, verdient höchsten Respekt und zumindest auch ein bisschen Bewunderung. Die optische Umsetzung dieses Films ist eine Sensation, wirkt weder überladen noch verspielt. Herausragend: Die große Schießerei in einer vom ständigen Regen fast überfluteten Straße gänzlich ohne Geräusche, nur mit Musik untermalt. Herausragend auch: Die schauspielerische Leistung von Jude Law, der noch nie so böse und so gefährlich war wie in der Rolle des auf Sullivan angesetzten Killers. Hanks spielt seine sicherlich nicht einfache Rolle mit Überzeugung. Er spricht zwar eher wenig, hat aber mit Sicherheit noch nie so einen "düsteren" Charakter gespielt, dessen innere Gefühle man nicht sehen sondern nur an wenigen Gesten und Blicken erahnen kann. Man fragt sich mehr als nur einmal: war Sullivan nun eigentlich ein "böser" oder doch ein "guter" Mensch? Der Film füllt die filmische Lücke zwischen „Der Pate" und „Miller's Crossing" und leidet keineswegs unter diesem Vergleich.
Mendes selbst zu seinem Film: "There's no message from it. Except there are many questions asked, and it's up to people to answer them when they leave the theater."