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Mr. Rivers letztes Solo
 
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Mr. Rivers letztes Solo [Gebundene Ausgabe]

Meja Mwangi
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 267 Seiten
  • Verlag: Hammer (1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3872946404
  • ISBN-13: 978-3872946409
  • Größe und/oder Gewicht: 21,3 x 21,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 996.793 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jack Rivers, weltbekannter amerikanischer Popsänger und Menschenfreund mit Helfersyndrom, hat die Rettung Afrikas auf seine Fahnen geschrieben. Er startet einen LKW-Konvoi, um auf illegalen Wegen Hilfsgüter in das von einer Militärdiktatur beherrschte Land Arakan zu transportieren. Der Plan ist zum Scheitern verurteilt: Das Militärregime benutzt den Konvoi für seine Zwecke. Der kenianische Schriftsteller Meja Mwangi fragt in seinem Roman nach Sinn und Unsinn von Katastrophenhilfe.Meja Mwangi wurde 1948 in Nanyuki, Kenya, geboren. Nach dem Abitur entschied er sich trotz Zulassung zum Studium, als technischer Angestellter in Nairobi zu arbeiten. Seit dem Erfolg des Romans 'Kill me quick' (1973), der mit dem Jomo Kenyatta-Award ausgezeichnet wurde, arbeitet er als freier Schriftsteller. Zahlreiche internationale Auszeichnungen erhielt er seit Mitte der 80er Jahre, darunter den Deutschen Jugendbuchpreis 1992 für 'Kariuki'.

Autorenportrait

Meja Mwangi, geboren 1948 in Nanyuki, Kenya, ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren Kenias.
Nach dem Abitur entschied er sich trotz Zulassung zum Studium, als technischer Angestellter in Nairobi zu arbeiten. Seit dem Erfolg des Romans 'Kill me quick' (1973), der mit dem Jomo Kenyatta-Award ausgezeichnet wurde, arbeitet er als freier Schriftsteller. Seine Romane und Kinderbücher sind in zehn Sprachen übersetzt worden. Zahlreiche internationale Auszeichnungen erhielt er seit Mitte der 80er Jahre, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis 1992 für 'Kariuki'. Er hat zahlreiche Literaturpreise in Großbritannien und Kenia erhalten. 1992 wurde'Kariuki' mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein amerikanischer Rockstar hat seine humanitäre Ader entdeckt und überredet in seiner Heimat Freunde und Bekannte, ihn in ein krisen- und bürgerkriegsgeschütteltes afrikanisches Land zu begleiten, um einen Konvoi von hundert LKWs, vollbeladen mit Hilfsgütern, zu notleidenden, vom Hungertod bedrohten Menschen zu bringen. Was sich aus der Ferne so einfach anhört erweist sich vor Ort jedoch als äußerst schwieriges und gefährliches Unterfangen. Die zwar gut gemeinte, jedoch recht naive Hilfsaktion wird zum Spielball unterschiedlicher Interessen und Machtinhaber, der Konvoi reduziert sich immer mehr und schließlich wird auch noch ihr Anführer Jack Rivers mitten im Nichts von Rebellen entführt, deren Anführerin dem Amerikaner vorführen will, welches Unrecht seitens der Regierung an den Menschen verübt wurde, damit dieser in seiner Heimat darüber berichten kann.
Meja Mwangi nimmt in seinem Roman nicht nur die Katastrophenhilfe an sich aufs Korn, sondern ebenso das oftmals naive bis ignorante Helfersyndrom und Pseudoheldentum, das derartigen Aktionen gerne umgibt - womit er übrigens stark an den musikalischen Hilfsaktions-Gigantismus Mitte der Achtziger Jahre, der in „Band Aid", „Live Aid" und „USA for Africa" gipfelte, erinnert. Dabei zeigt er im Verlauf seiner Erzählung auch, wie rasch die selbst ernannten Helfer dann doch wieder in reinen Egoismus verfallen können und nur noch an ihren eigenen „Soli" interessiert sind - sei es die Liebe zu einer Frau, die Suche nach einem vermeintlichen Schatz, etc...
Trotz des interessanten Themas und der an sich guten und spannenden Geschichte hat der Roman doch einige Längen und Schwächen. Bezüglich letzteren sei hier vor allem der etwas unglaubhafte Charakter der Rebellenführerin erwähnt: Würde in solch einem Land wirklich eine Frau die Autorität und Akzeptanz besitzen, um eine Gruppe hartgesottener, männlicher Rebellen anzuführen? Und natürlich ist diese Frau dann auch noch unglaublich schön, so dass Rivers gar keine andere Wahl hat, als sich in sie zu verlieben, worauf sie sich natürlich auch noch einlässt... Diese allzu sehr gewollte Verdeutlichung, dass die „Helden" auf der anderen Seite ebenfalls nicht perfekt sind und ihre menschlichen Schwächen haben, kommt dann doch etwas zu platt daher und wirkt an den Haaren herbeigezogen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jigal
Meja Mwangi
Mr. Rivers letztes Solo: Roman aus Kenia. Aus dem Engl. von Susanne Koehler. Wuppertal: Peter Hammer Verlag 1995.
ISBN 3-87294-640-4

In den Häfen am Horn von Afrika verrotten die Lebensmittelspenden der westlichen Wohltäter, während Unruhen deren Distribution verhindern. Der kenianische Romancier Meja Mwangi schickt keine US-Marines, um das Gerechtigkeitsempfinden des Fernsehvolkes durchzusetzen, sondern die andere Wunderwaffe Amerikas: einen Rockstar. Parallelen zu Bob Geldofs Live Aid Projekt lassen sich nicht verleugnen. Der Philanthrop ("Ich bin nach Afrika gekommen, um den notleidenden Menschen zu helfen.") und Musiker Jack Rivers sieht das Werk seiner Benefizveranstaltungen durch die Skrupellosigkeit der Regierung, die Ignoranz der Diplomatie und den Sarkasmus der Afrika-Experten ("Sie können in der Welt alles, wie es Ihnen paßt, verändern, aber Afrika ist die letzte Schlampe dieser Welt und wird sich nie ändern") bedroht. Also trommelt er ein paar Kumpels aus einer New Yorker Bar zusammen, um mit ihnen vom Nachbarland 100 Trucks vollbeladen mit Hilfsgütern direkt ins Krisengebiet zu fahren. Als Rivers mit zwanzig, nach Verfolgungsjagd und Scharmützeln übriggebliebenen LKW sein Zielgebiet erreicht, wird er von der Guerilla gekidnapt. Die schöne und intellektuelle Rebellenführerin Zahai will Rivers über die Greueltaten der Regierung in ihrer Heimat aufklären, damit der Rockstar der Welt vom Unrecht der Regierung berichtet. Es kommt, wie es kommen muß: Rivers verknallt sich in Zahai - und das Unglück nimmt seinen Lauf. Mit diversen Egotrips zerstört Rivers die Sache, für die er sich gerade erst agitieren ließ.

Der Wuppertaler Peter Hammer Verlag veröffentlicht Meja Mwangis neuesten Roman "Weapon of hunger" in der deutschen Übersetzung von Susanne Koehler. Der Originaltitel "Weapon of hunger" evoziert sehr drastisch, wie und mit welchen Folgen Spenden eingesetzt werden. Der vom Hammer Verlag gewählten deutschen Version "Mr. Rivers letztes Solo" geht dieser Aspekt völlig ab. Dafür drückt er sehr schön aus, wie die vorgeblich selbstlosen Helfer letztendlich nur ihre Eigeninteressen - ihre Soli - verfolgen.

Der Schriftsteller Meja Mwangi wurde gegen Ende der 1970er mit seinen Erzählungen aus dem Alltagsleben der Slums Nairobis zum Shooting Star der kenianischen Literaturszene. Literaturkritiker wie Al Imfeld verglichen ihn mit John Steinbeck, Maxim Gorki oder Gerhart Hauptmann. In seinen Büchern "Kill me quick" (1973), "Going down River Road" (1976) und "Cockroach dance" (1979) erhebt er Anklage gegen die habgierige Gesellschaft in den scheinheiligen Städten des modernen Kenia. Mwangi schildert das Elend der urbanen Agglomerationen, indem er sowohl die Wärme der kleinen menschlichen Vergnügungen, als auch die nackte Gewalt des täglichen ¨berlebenskampfes in den Fokus seiner Beschreibungen stellt. So läutete Mwangi eine neue Phase in der kenianischen Literatur ein, die sich vorher schwerpunktmäßig der Verarbeitung des Mau-Mau-Befreiungskampfes widmete.
Seine Ansicht, daß afrikanische Autoren nicht nur für ihre Landsleute zu schreiben haben, setzt Mwangi im 1987 erschienen Roman "Bread of sorrow" auch inhaltlich um. Er macht einen Waliser zu seinem Protagonisten und wählt als Handlungsorte England, Südafrika und die ostafrikanischen Küste. Diesen Ansatz greift Mwangi mit "Mr. Rivers letztes Solo" wieder auf, nachdem er mit "Kariuki" (1991) und "Striving for the wind" (1992) thematisch auf das kenianische Dorf zurückkehrte. "Mr. Rivers letztes Solo" spielt in dem fiktiven Staat Borku in Nordostafrika, die Hauptfigur ist ein Amerikaner und das Sujet des Katastrophenmanagements leider ein globales. Doch darunter leidet auch der Erzählstil Mwangis. Anstelle der gewitzten Anekdoten aus den Slumbars werden abgedroschene Stereotypen über das kaputte Leben der Rockmusiker präsentiert, und das Setting der diplomatische Verstrickungen erscheint, wie von einem Artikel des Time Magazines abgeschrieben.
Die ersten 130 Seiten in denen der tragische Romanheld von Borku, in die USA und schließlich in den Sudan reist, um seine Samariterarmee zu rekrutieren, haben durch ihre Klischees Ähnlichkeiten mit einem quälend dahinplätschernden Roadmovie. Erst mit Rivers Entführung wird eine Spannung aufgebaut, die sich bis zum tragischen Höhepunkt gegen Ende des Romans kontinuierlich steigert. Rivers Sympathie sowohl für die Rebellenführerin, als auch für die Befreiung des Landes führen zu radikalen Konsequenzen, die in ihrer Plattheit eine böse Parodie auf all jene ist, die meinen, ganz altruistisch "helfen" zu können. Der eine mag sich in die Rebellenführerin verlieben, der andere in die Strände, die Stipendien oder den Auslandszuschlag.
Durch die Ereignisse im revolutionären Kampf und Rivers Liebesleben verschafft Mwangi seinen Lesern eine emotionale Achterbahnfahrt, deren Ende nur mit einer guten Portion Zynismus als happy empfunden werden kann. Doch welcher wahre Mwangi Fan ist kein Zyniker?

Jigal Beez

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