Ein amerikanischer Rockstar hat seine humanitäre Ader entdeckt und überredet in seiner Heimat Freunde und Bekannte, ihn in ein krisen- und bürgerkriegsgeschütteltes afrikanisches Land zu begleiten, um einen Konvoi von hundert LKWs, vollbeladen mit Hilfsgütern, zu notleidenden, vom Hungertod bedrohten Menschen zu bringen. Was sich aus der Ferne so einfach anhört erweist sich vor Ort jedoch als äußerst schwieriges und gefährliches Unterfangen. Die zwar gut gemeinte, jedoch recht naive Hilfsaktion wird zum Spielball unterschiedlicher Interessen und Machtinhaber, der Konvoi reduziert sich immer mehr und schließlich wird auch noch ihr Anführer Jack Rivers mitten im Nichts von Rebellen entführt, deren Anführerin dem Amerikaner vorführen will, welches Unrecht seitens der Regierung an den Menschen verübt wurde, damit dieser in seiner Heimat darüber berichten kann.
Meja Mwangi nimmt in seinem Roman nicht nur die Katastrophenhilfe an sich aufs Korn, sondern ebenso das oftmals naive bis ignorante Helfersyndrom und Pseudoheldentum, das derartigen Aktionen gerne umgibt - womit er übrigens stark an den musikalischen Hilfsaktions-Gigantismus Mitte der Achtziger Jahre, der in „Band Aid", „Live Aid" und „USA for Africa" gipfelte, erinnert. Dabei zeigt er im Verlauf seiner Erzählung auch, wie rasch die selbst ernannten Helfer dann doch wieder in reinen Egoismus verfallen können und nur noch an ihren eigenen „Soli" interessiert sind - sei es die Liebe zu einer Frau, die Suche nach einem vermeintlichen Schatz, etc...
Trotz des interessanten Themas und der an sich guten und spannenden Geschichte hat der Roman doch einige Längen und Schwächen. Bezüglich letzteren sei hier vor allem der etwas unglaubhafte Charakter der Rebellenführerin erwähnt: Würde in solch einem Land wirklich eine Frau die Autorität und Akzeptanz besitzen, um eine Gruppe hartgesottener, männlicher Rebellen anzuführen? Und natürlich ist diese Frau dann auch noch unglaublich schön, so dass Rivers gar keine andere Wahl hat, als sich in sie zu verlieben, worauf sie sich natürlich auch noch einlässt... Diese allzu sehr gewollte Verdeutlichung, dass die „Helden" auf der anderen Seite ebenfalls nicht perfekt sind und ihre menschlichen Schwächen haben, kommt dann doch etwas zu platt daher und wirkt an den Haaren herbeigezogen.