Der Dokumentarfilm über den schottischen Künstler Andy Goldworthy hat mehrere Preise bekommen. Es wird gezeigt, wie er mit zunächst schrullig anmutender Akribie in der Landschaft Skulpturen entstehen lässt, fragile Skulpturen, die nie abgehoben wirken, weil sie immer den nahen Kontakt zum Boden, aus und auf dem sie entstanden sind, halten, ganz einerlei ob Goldworthy aus Steinen tropfenförmige Kegel entstehen lässt, mit Eisstückchen Schlangenlinien an einem Felsen anbringt, farbige Blätter zu einem Bodenbild formt oder aber in einem Museum eine scheinbar einfache Lehmwand errichtet, immer ist der Künstler tief mit seiner Umgebung verwurzelt. Seine im Film ausgesprochenen Gedanken sind eher philosophischer denn meditativer oder spiritueller Natur, sie sind klug und erfassen die Entwicklung seiner Heimat Schottland, zurück bis in die Besiedlung mit Schafen, ja bis zur erdgeschichtlichen Entstehung. Steine, Bäume, Gräser, Blumen, Erde, Holz, Wasser, in alles fühlt sich Goldworthy hinein und lässt die sanft modifizierte Essenz für den Menschen („den die Erde nicht braucht", Zitat Goldworthy) begreifbar machen. Wenige dieser Kunstwerke sind von dauerhafter Natur, die meisten verändern sich, bis sie verfallen, schmelzen, vergehen, verfliessen. Goldworthy entzieht sein ¼uvre auch den Galerien und den Museen und damit der Erbarmungslosigkeit des Kunsthandels. Als Sahnehäubchen muss die Musik von Tausendsassa Fred Frith erwähnt werden, der einen kongenialen, nie aufdringlichen Hintergrund liefert.