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Rituale: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
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Rituale: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Cees Nooteboom , Hans Herrfurth
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 231 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 7 (30. April 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518389467
  • ISBN-13: 978-3518389461
  • Originaltitel: Rituelen.
  • Größe und/oder Gewicht: 17,7 x 11,1 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 204.549 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Cees Nooteboom
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Rituale
OT Rituelen OA 1980 DE 1985Form Roman Epoche Nachkriegszeit
Der an wunderlichen Typen und rabiaten Aussteigern reiche Roman von Cees Nooteboom spielt in den 1960er und 1970er Jahren. Er zeichnet sich durch eine aufwändige Struktur und atmosphärische Dichte aus.
Inhalt: Inni Wintrop führt das Leben eines modernen, großstädtischen Taugenichts. Seine Leidenschaft gilt den Frauen und allem Ästhetischen. Seine Existenzgrundlage verdankt er dem Ex-Liebhaber einer exzentrischen Tante, Arnold Taads, der bei Innis’ betuchter Familie ein kleines Vermögen für den verstoßenen Spross erlangte. Taads selbst wurde durch das egoistische Verhalten des Clans zum Menschenfeind; er bevorzugt klösterliche Abgeschiedenheit und erfriert in den Alpen.
Zufällig lernt Inni Wintrop bei einem Kunsthändler Taads Sohn Philip kennen. Der Anhänger des Zen-Buddhismus hat sich in eine reinweiße Dachstube eines heruntergekommenen Amsterdamer Hauses zurückgezogen. Philip bildet sich ein, das echte, reine Japan zu verkörpern. Nach jahrelanger Suche findet er eine besonders seltene Teeschale. Er lädt Inni Wintrop und den Kunsthändler zu einer traditionellen Teezeremonie ein. Wenig später ertränkt er sich; in seinem Zimmer findet man die zertrümmerte Teeschale.
Durch die Konfrontation mit den beiden extremen Existenzen reift Inni Wintrop. Zu Beginn wollte er Hand an sich legen, da seine Frau ihn verlassen hatte und ihm vor dem Älterwerden graute. Am Ende bejaht er das Leben und seine Unvollkommenheiten.
Aufbau: Die Wandlung von Inni Wintrop wird in mehreren Rückblenden beschrieben, die sich geschickt in der Gegenwart auflösen. Neben den Hauptpersonen bevölkern viele markante Figuren Rituale – durchweg Vertreter eines untergehenden, kultivierten Großbürgertums. Subtil rechnet Nooteboom in seinem Roman mit jeder Spielart von Dogmatismus ab, der stets zur Menschenverachtung führt, und setzt dem eine humanistische Haltung entgegen. Rituale sind hier Versinnbildlichungen des Dogmatismus.
Wirkung: Rituale stieß bei Kritikern und Lesern auf eine überwiegend positive Resonanz und brachte Nooteboom den Durchbruch als Romancier. S. C. B.

Kurzbeschreibung

Das Amsterdam der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre erscheint hier in der Perspektive von Inni Wintrop. Dieser will Selbstmord begehen in seinem WC, "weil er in seinem Horoskop für Het Parool prophezeit hatte, seine Frau werde mit einem anderen durchbrennen und er, der ja ein Löwe war, würde dann Selbstmord begehen. Es war eine treffende Prophezeiung." Doch wie der Tod so spielt, der Strick reißt.Cees Nooteboom legt in seinem Erfolgsroman "Rituale" heiter und melancholisch Zeugnis ab von der weltschaffenden Kraft seines souveränen, leichten wie philosophischen Erzählens, seiner Fähigkeit, das Sein zum Schein und den Schein zum Sein zu verwandeln: Inni Wintrop will sich selbst töten, weil er in seinem Horoskop prophezeit hatte, seine Frau werde mit einem anderen durchbrennen, und er, der ja Löwe war, würde dann Selbstmord begehen. Doch wie der Tod so spielt, der Strick reißt, und Inni Wintrop sieht mit neuer Aufmerksamkeit die Menschen in seiner Stadt Amsterdam.

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Kundenrezensionen

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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen tiefgründige Gesellschaftskritik interessant verpackt, 30. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Rituale: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Durch Zufall bin ich auf Cees Nooteboom' "Rituale" gestossen. Auf einer längeren Rückreise einer Studienfahrt bin ich infolge Marcel Reich Ranicki's nüchterner Einschätzung: "Ein grosser europäischer Schriftsteller. Ein poetischer Roman, in dem die Erotik im Mittelpunkt steht." zu diesem Buch gelangt. Nooteboom begeistert durch seinen fesselnden Stil und somit weiss sich der Leser sofort in das Geschehen involviert. Die Ausgangsposition: Inni Wintrop prophezeit in seinem Horoskop, seine Frau würde mit einem Jüngeren durchbrennen und just passiert dies auch. Vom Leben enttäuscht, fasst er resignativ den Entschluss zum Suizid, doch paradoxerweise reisst der Strick, als er sich in der Toilette seiner Amsterdamer Wohnung zu erhängen versucht. Diese Situation ist die Basis für die nun folgende eigentliche Handlung: Der Leser begleitet von nun an Inni bei seinen Begegnungen von Bekannten und Menschen, die er neulich kennenlernt. Mit neuer Aufmerksamkeit beobachtet er sie und ihr Leben. Heiter, melancholisch und gleichzeitig souverän reflektiert Nooteboom auf diese Weise die Gesellschaft des 20. Jahrhunderts. In ihrer Isoliertheit klammern sie sich an "Rituale", mit denen sie versucht sind, ihrer voranschreitenden Lebenszeit und den dabei aufkeimendenn Erinnerungen einen Hauch des Sinnvollen zu geben. Die einzelnen Charakter sind gänzlich different, doch verbindet sie ein grosses Gemeinsames: sie assoziieren in verschiedener Weise den Versuch der Grossstadtanonymität zu entfliehen und ihrem dahinfliessenden Sein einen Sinn zu geben. Empfehlenswert zu dieser Thematik: Jean Paul Sartre "Der Ekel"; Albert Camus "Der Fall". (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für die Insel..., 2. September 2004
Von 
Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Rituale: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Es gibt viele Bücher, die man gerne liest, oder auch ein zweites mal, aber ein Buch, von dem man wegen Abnutzungserscheinungen drei Ausgaben hat, gibt es selten... (bei mir nur Rituale) Ein Buch, das seine innige, tiefe und absolut unaufdringliche traurige Schönheit beim Wiederlesen entfaltet. Nooteboom schreibt poetisch schön, ruhig, ohne Effekthascherei ! Grandios, wie eigentlich alles bei Cees Nooteboom. Gäbe es mehr als 5 Sterne, ich würde sie alle vergeben.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Wunderbar?" "In der Taad!", 7. Dezember 2002
Cees Nooteboom ist in den heutigen Tagen ein Kandidat für den Literaturnobelpreis, was jedoch nicht allzu viel heißen mag. 1980 jedenfalls gehörte er noch nicht zu diesem elitären Zirkel, und vielleicht veröffentlichte er gerade deshalb damals den Roman, der ihm Zugang zu dieser Welt seltsamer Mythen verschaffen sollte - "Rituale". In diesem, seinem dritten Werk, geht es jedoch überhaupt nicht um so etwas Idealisiertes wie den Nobelpreis, der Held Innigo Wintrop ist weder elitär noch ambitioniert, einen Preis zu erhalten. Und trotzdem haben beide, Nobelpreis und Inni in der Art und Weise, wie sie etwas Einzigartiges, scharf Abgegrenztes und schwer Durchschaubares darstellen, gewisse Gemeinsamkeiten Mehr jedoch auch nicht.
Inni lebt sein Leben im Amsterdam der 60er Jahre, und bisweilen drückt er seinen Kopf stundenlang in eine Rohrmatte, aus Kummer über die Welt. Das, woran er sich festhält, sind Frauen, in die er sich ebenso schnell verliebt, wie er sie dann vergißt. Auch die, mit denen er zusammenlebt. Eines Tages ist es wieder soweit. Zita, seine namibische Freundin, die ihn aufrichtig liebt und von ihm aufrichtig geliebt wird, verlässt ihn, eines Italieners wegen, und Inni, der auch Horoskope für Heets Parol schreibt, sagt an diesem Tag für sich selbst genau dies voraus, und darüber hinaus noch seinen Tod. Da sein Selbstmordversuch scheitert, lebt Inni weiter. Er hat Freunde, wenige, ist damit glücklich, und doch wird dieser Freundeskreis bald ungewollt erweitert. Denn ein Besuch seiner Tante stattet ihn nicht nur mit genügend Geld zum Leben aus, sondern macht ihn vor allem mit Arnold Taads bekannt. Dieser Mann hasst die Welt, die er als Fehlkonstruktion verabscheut, hasst alles, hat seinen Tag, die unüberschaubare gefährlich Fläche, strengstens eingeteilt, geregelt, ritualisiert und lässt Inni doch daran teilhaben. Dieser ist abgestoßen und fasziniert zugleich, von diesem Mann, der das Leben ablehnt, dessen Sinnlosigkeit zu durchschauen denkt, und letztlich wieder aus Innis Leben verschwindet. Für Inni ändert sich fortan nicht viel. "Er war einfach da", heißt es über ihn, "und es geschahen seltsame Dinge." Er trifft weiter Frauen, liebt und vergisst sie wie bisher, handelt mit Aktien, kauft Bilder, versucht sie gewinnbringend weiter zu verkaufen und wird vierzig. Als er einen japanischen Stich erwirbt, wird er an einen auf fernöstliche Kunst spezialisierten Händler weiter verwiesen. Arnold Taads ist inzwischen tot, durch einen Unfall, den er Inni genau vorhergesagt hatte, gestorben. Doch in jenem Geschäft trifft Inni dessen Sohn, Philip, von dem er nicht wusste, dass es ihn gibt, und den er nach einem ersten Gespräch nicht wiedersehen möchte. Er ist angewidert, von dessen Ekel vor der Welt, den er scheinbar von seinem Vater übernommen hat, obgleich sich Philip ansonsten deutlich von diesem unterscheidet. Während Arnold Taads der Welt Sinnlosigkeit vorwarf, richtet sich die Abscheu des jungen Taads gegen seine eigene, als sinnlos empfundene Existenz. Streng der japanischen Denktradition verpflichtet, geht er in einem anderen Ritual auf - der Teezeremonie. Inni ist abgestoßen und hält dennoch Kontakt. Das Philips Ende vorhersehbar ist, weiß nicht nur er, sondern auch Riezenbaum, jener Händler fernöstlicher Kunst, der eine Freundschaft zu Inni entwickelt und der dem jungen Taads letztlich zugleich seinen größten Wunsch erfüllt als diesen auch umbringt, indem er ihm eine Raku-Teeschale besorgt. Diese Schale ist teuer, doch Philip bezahlt gern, denn letztlich kostet sie ihn das Leben. Und Inni, der bisher an Weltschmerz litt und einfach nur da war, ist plötzlich wirklich einmal glücklich. Glücklich, kein Taads zu sein.
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