Rituale wirken ausgleichend in unserer hektischen Betriebsamkeit. Wenn am Ende des Tages nur noch ein Gefühl von Leere übrigbleibt, wird es Zeit etwas dagegen zu unternehmen. Mit den 50 beschriebenen Ritualen gibt Anselm Grün uns einen Werkzeugkoffer an die Hand, der für den Tag, das Jahr und im Grunde das ganze Leben ein geeignetes Instrumentarium bietet, den Alltag besser in den Griff zu bekommen.
Die Rituale werden in drei Gruppen aufgeteilt:
Den Tag gestalten indem wir
- Morgens unsere Mitmenschen segnen oder einen Raum oder ein Haus
(Segensgebärde: mit erhobenen Händen Segen spenden)
- Mittags Pausen achten, heilsam unterbrechen, bewusst atmen und essen
(Empfangsgebärde: Hände zu einer Schale öffnen)
- Abends zu einer festen Zeit zu Bett gehen, danken, Belastendes ablegen
Das Jahr im Sinne des kirchlichen Jahreskreises erleben
- das neue Jahr segnen, Loslassen des Vergangenen, Schreiten ins Neue
- Kerzen mit nach Hause nehmen (Lichtmess)
- in der Fastenzeit entrümpeln
- Gründonnerstag in die Nacht gehen, Angst und Einsamkeit teilen
- Karfreitag einen Kreuzweg aufsuchen
(Kreuzgebärde: Arme und Hände waagerecht ausstrecken)
- Karsamstag Ballast abgeben
(Verletzungen aufschreiben oder Steine stellvertretend ablegen)
Es folgen u.a. Oster-, Pfingst- und Weihnachtsrituale ergänzt um Geburts- und Namenstage.
Das Leben vertiefen durch Einüben innerer Haltungen
- Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte, sich selbst, der Familie
(Enttäuschungen betrauern)
- Zusammenleben mit Partnern(Paar oder Freundschaftsrituale)
- Selbstvertrauen entwickeln: Gefühle zulassen und annehmen, Lieben
(Gebärde: Hände auf die Brustmitte legen und Wärme spüren)
Bei so vielen Ritualen ist es entscheidend für die Wirksamkeit, eine Auswahl zu treffen und in die Tat umzusetzen. Sonst bleibt das Buch nur eine leere Hülle. Hilfreich und motivierend ist die CD "Ihr tägliches Ritual" auf der Anselm Grün besonders beliebte Rituale beschreibt. Das Jahr wird hier nicht so streng nach dem Kirchenkreis sondern nach Frühling, Sommer, Herbst und Advent bzw. Weihnachten unterteilt. Dadurch wird Zugang für alle erleichtert, die mit der Tradition des katholischen Kirchenjahres nicht so vertraut sind.