Die fünf sympathischen Jungs aus Detroit hatten in der Vergangenheit oft mit Vorurteilen zu kämpfen, so dass sie z.B., lt. Frontröhre Trevor, aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes immer wieder in die Core-Ecke abgeschoben wurden. Mit "Ritual" gelingt dem Quintett ein Befreiungsschlag, wie er pompöser nicht sein könnte. Die zwölf Meisterwerke auf "Ritual" garantieren einen Hörgenuss der absoluten Oberklasse.
Die Produktion ist druckvoll, authentisch und wirkt zu keiner Zeit gekünstelt, die Songs sind im Vergleich zu den Vorgängerwerken sauberer durchstrukturiert und bereits im zweiten Durchlauf bleiben die ersten überaus griffigen Hooks und Melodien hängen, welche sich seit dem Zugang von Ausnahmeklampfer Ryan Knight bereits auf "Deflorate" angedeutet haben. Aber nicht nur Frickeleien auf allerhöchstem Niveau ziehen sich nun wie ein roter Faden durch das Gesamtbild, auch Trevor hat stimmlich ordentlich zugelegt und bewegt sich nun gesangstechnisch eher in den tieferen Frequenzen, so dass von der leichten, vorher kräftig dominierenden Core-Schlagseite nun nahezu gar nichts mehr übrig ist. Das typische Gekeife ist natürlich immernoch präsent, wurde aber auf ein angenehmes Minimum reduziert, so dass nun bei zwei Dritteln der Songs die eigentlichen Wurzeln der Musiker deutlich werden, nämlich sowohl amerikanischer als auch skandinavischer Death Metal der alten Schule, gewürzt mit einer Prise Eingängigkeit und einem feinen Händchen für Melodien.
Als besondere Anspieltips seien zu nennen: "A Shrine to Madness", "Moonlight Equilibrium" (könnte der nächste große Hit werden), "Conspiring with the Damned" (sehr atmosphärischer Mittelteil) und "Blood in the Ink" (von Streichern [!] untermalt). Alles in allem eine klare Kaufempfehlung auch für jene, welche sich vor der Band aus imagetechnischen Gründen gedrückt haben - hier wird moderner Death Metal zelebriert und nahezu perfekt in Szene gesetzt!