Rezension zu: "Rittmeister Wronski" ( D 1954 )
Dieser Film beruht auf einer wahren Begebenheit.
Zum historischen Hintergrund:
In den Jahren 1925-1934 war der polnische Rittmeister Georg von Sosnowski (1896-1942)
eine der schillerndsten Persönlichkeiten der feinen Berliner Gesellschaft.
Niemand vermutete in dem erfolgreichen Rennreiter und wohlhabenden Rennstallbesitzer
einen polnischen Nachrichten-Offizier und Agenten des polnischen Geheimdienstes, der
er in Wirklichkeit war.
In den Jahren 1926-1934 beschaffte er wichtige militärische Informationen aus dem deut-
schen Reichswehrministerium in Berlin.
Sosnowski warb vor allem weibliche Angestellte des Reichswehrministeriums für Spionage-
dienste zu Gunsten des polnischen Gheimdienstes an. Der polnische Spionagering wurde im
Februar 1934 enttarnt und alle Mitglieder wurden festgenommen. Benita von Falkenhayn und
ihre Freundin Renate von Natzmer (ím Film dargestellt durch Irene von Meyendorff) wurden
im Februar 1935 zum Tode verurteilt und zwei Tage später mit dem Richtbeil enthauptet.
Irene von Jena und Georg von Sosnowski wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.
Sosnowski beschaffte über seine weiblichen Spione wichtige und hochbrisante Dokumente aus
dem deutschen Reichswehrministerium. Seine Vorgesetzten bezweifelten jedoch, vor allem wegen
Sosnowskis aufwändigem Lebensstil, die Echtheit der Dokumente und verdächtigten ihn schließ-
lich, ein deutscher Doppelagent zu sein.
Sosnowski wurde gegen in Polen inhaftierte deutsche Agenten ausgetauscht. In Polen wurde er
umgehend verhaftet und wegen Hochverrats wiederum -diesmal aber gegen den polnischen Staat-
zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
Sosnowski (im Film dargestellt durch Willy Birgel) starb schließlich unter bis heute nicht
geklärten Umständen.
Bewertung:
Interessante schwarz-weiß-Verfilmung aus dem Jahre 1954 nach einer wahren Begebenheit.
Diese "Filmpalast"-Veröffentlichung von EMS weist eine gute Bild- und Tonqualität auf.
Untertitel gibt es keine.
Die DVD enthält außerdem ein 12-seitiges Booklet und einen Nachdruck des originalen
Kinoheftes (verkleinert im Format des Booklets).