Eins vorweg: die Russen stehen, was die gekonnte Verfilmung historischer Stoffe betrifft, anderen Nationen in nichts nach. Der auf einer - weitgehend erfundenen - Episode aus dem Leben des historischen Großfürsten von Kiew basierende Film bietet alles, was man von einem Spektakel dieses Genres erwartet - brillant gefilmte Kampf- und Fechtszenen, das Auge verwöhnende Landschaftsaufnahmen, liebreizende Maiden und sehr virile Mannsbilder. Die Geschichte als solche ist nichts Außergewöhnliches, aber wie sie dargeboten wird, das hat herausragende Qualität und übertrifft so manchen ähnlich gelagerten Film westlichen Ursprungs. Unter der zügigen und straffen Regie Dmitri Korobkins hat eine Riege exzellenter Darsteller zusammengefunden, der es ausnahmslos gelang, ihrem jeweiligen Part Saft und Kraft zu verleihen. Aleksandr Ivashkevich spielt Jarolaw den Weisen, als sei die Rolle ihm auf den Leib geschrieben worden - markig und empfindsam, kampfesmutig und weichherzig zugleich. Harald, der böse Bube vom Wikinger-Dienst, wird von Aleksey Kravchenko gegeben - verlogen, hinterhältig, bösartig und heuchlerisch, ganz so, wie ein am Ende der Geschichte den gerechten Tod erleidender Unhold zu sein hat. Und damit ist auch schon angedeutet, daß der Inhalt dem üblichen Schema entspricht - guter Mann mit edlen Zielen gerät durch niedere Machenschaften seiner Verbündeten und angeblichen Freunde in Gefangenschaft, verliebt sich dort prompt in die Tochter des ihm übelgesonnenen Dorfvorstandes, übersteht, auch dank ihrer tatkräftigen Unterstützung, allerlei Unbilden und baut schließlich, von den Ketten befreit, die Urzelle der Stadt Jaroslaw. Ungeachtet des simplen Plots (und mancher Ungereimtheiten) läßt die Spannung zu keiner Zeit nach, so daß man dieses farbenprächtige Spektakel um den Großfürsten von Kiew guten Gewissens empfohlen werden kann.