Wer an der inzwischen modischen "Island-Foklore" (heiße Geysire, endlose Lavafelder, einsamen Schotterpisten und ähnliche Highlights)interessiert ist, sollte dieses Buch besser nicht lesen. Obwohl es eine Kindheit im fernen Island schildert, kommen solche touristischen Versatzstücke nicht vor. Wohl aber unvergessliche Dinge, die auch fünfzigjährige deutsche Männer aus ihrer eigenen Kindheit kennen: Stoppelfrisuren und Nyltesthemden, Coca Cola und Matchbox-Autos, Kindergeburtstags-Rituale und Fussballspiele im Hinterhof - ganz zu schweigen von der sanft-unerbittlichen Herrschaft der Mütter am Abend, wenn es dunkel wird ... Erstaunlich, wie sehr die Erlebnisse und Träume, Gedanken und Empfindungen, Selbstgespräche und Streiche dieses isländischen Jungen an die eigene Kindheit erinnern - einschließlich "größenwahnsinniger" Phantasien und wunderbarer Selbstrechtfertigungen nach den einschlägigen Streichen: Schuld sind natürlich immer die anderen! Ein Buch voller subtiler Beobachtungen, mit leisem und derbem Humor gewürzt, aber auch zum Schaudern ernst - einfach wahr! Und trotz des fernen Schauplatzes erstaunlich nahe ...