Da die Rittel-Runkel-Reihe mehrere Bände umfaßt, hier also meine Rezension für das Gesamtwerk.
Auf der Suche nach Ihrem Kameraden Digedag, von dem sie vor längerer Zeit getrennt wurden, reisen Dig und Dag durch das mittelalterliche Deutschland, also zur Zeit der Minnesänger und Ritter, der Leibeigenschaft, Kleinstaaterei und Kreuzzüge. Irgendwo in den weiten deutschen Landen treffen sie auf die kuriose Gestalt des Ritters Runkel, Nachkomme eines verarmten Rittergeschlechts. Dieser würde zu gern die Tochter des Nachbarfürsten heiraten, kommt als mittelloser Geselle aber nicht als Bräutigam in Frage. Woher also Geld nehmen, wenn die Bauern in die aufblühenden Städte streben und so der Leibeigenschaft entrinnen und eine lukrative Karriere als Raubritter ebenfalls nicht zur Debatte steht.
Da trifft es sich gut, daß Runkels Vater seinerzeit im Orient einen Schatz vergraben hat, den sein Sohn jetzt heimzuholen gedenkt. Und da Dig und Dag auf den Spuren ihres Gefährten ebenfalls in den Osten wollen, schließen sie sich Ritter Runkel als Knappen in der Hoffnung an, von Venedig aus eine Schiffspassage in den Orient zu finden. Von einer glatten Reise kann aber schon bald keine Rede mehr sein, denn mit dem unbeholfenen und aufbrausenden Runkel schlittern Dig und Dag von einem Abenteuer ins nächste und die Aussichten, den Schatz zu finden, geschweige denn Digedag scheinen immer schlechter zu werden.
Hier wird Kindern auf äußerst unterhaltsame und eingängige Weise ein Kapitel der Geschichte nähergebracht, welches sonst nur verklärt oder ultrabrutal geschildert wird. Hannes Hegen verzichtet dabei völlig auf den erhobenen Zeigefinger wodurch das Ganze ein echter Lese- und Schaugenuß wird (übrigens auch für die eventuell vorlesenden Eltern, Onkel, Tanten und andere Babysitter). Absolut empfehlenswert.