... führt ihn diesmal durch die Zeit.
Es beginnt damit, dass Ritter Rost seinen Geburtstag nicht mehr genießen kann. Er fühlt sich alt und verbraucht - und überhaupt war früher sowieso alles besser. Dieser Behauptung wollen die anderen Bewohner der Eisernen Burg natürlich auf den Grund gehen und rufen prompt ein Zeittaxi, mit dem es schnurstracks in die Vergangenheit geht.
Erste Station ist Röstis Kindheit (die m. E. von den Stationen der Zeitreise, wenn auch ganz nett, die unspektakulärste ist - der zugehörige "Kinder"-Song aber ist äußerst gelungen); dann geht's weiter zu einer Ahnin des Burgfräuleins Bö - der wilden Lilli - in den wilden Westen (hier geht's dann wieder richtig zur Sache, und der Song der wilden Lilli ist sicher ein Highlight der Geschichte und steht den Songs vorhergegangenener RR-Episoden vom Ohrwurmfaktor her in nichts nach); als schließlich Drache Koks seinen prähistorischen Vorfahren einen Besuch abstatten will, gerät etwas mit der Zeit durcheinander und man landet ganz woanders als gedacht, auch die Rückreise erweist sich als Problem.
Nach vielen Turbulenzen, verrückten Begegnungen und einer Reihe von Ohrwürmern (wie man es von den Ritter Rost Musicals ja gewöhnt ist) sind die Bewohner der Burg wieder froh, zu hause und in ihrer Zeit zu sein, und Ritter Rost kann seinen Geburtstag schließlich doch wieder genießen.
Wie bei den anderen Teilen des Buch+CD-Musicals geht das Konzept auch hier wieder auf. Spritzig und frech, witzig illustriert und mit vielen Tracks zum Mitsingen kommt sowohl der Ritter-Rost-Fan wie auch der unbedarfte Ersthörer/leser auf seine Kosten.
Zwar lässt sich - etwa seit "Prinz Protz" - eine Tendenz feststellen, die den Stil der Musicals immer mehr vom Kindlichen entfernt und dessen Humor gelegentlich bereits pubertäre Züge trägt. Das mag wohl unter anderem daran liegen, dass Kinderbuchautoren immer auch ihre eigenen Kinder (so sie denn welche besitzen) beim Schreiben im Auge haben, und diese im Laufe der Jahre, in denen es Ritter Rost nun schon gibt, die übliche Entwicklung durchgemacht haben - welcher sich dann zwangsläufig auch die Geschichten unterwerfen. Zudem waren die Geschichten um den rostigen Ritter noch nie "brav" und sprachen nie das "liebe Kind" an. Somit bleibt für mich Ritter Rost auch mit nun vielleicht etwas "pubertäreren" Tendenzen immer noch Familienunterhaltung der oberen Kategorie.
Dass das Konzept auch bei Band 6 noch funktioniert, zeigte sich für mich wie üblich an der Reaktion unseres Sohnes, welcher uns mit dieser wie immer gleich ansteckte. Wir haben "Ritter Rost hat Geburtstag" gerade erst anlässlich des Jahresfestes unseres kleinen Ritters angeschafft, und schon läuft bei uns wieder nichts anderes mehr. Sohnemann singt die "Wilde Lilli" bereits auswendig mit, ebenso das Zeitreiselied "Steig ein" und den Ohrwurm "Torte marsch".
Also, wieder einmal gelungene Unterhaltung für die ganze Familie aus der Feder des Teams Hilbert und Janosa. Möge sie niemals rosten!