Produkt: DVD-s (3) / Qualität TOP
Der Film Potop (Sintflut) bildet den zweiten Teil der Verfilmung der Roman-Trilogie von Henryk Sienkiewicz und ist in der deutschen Version aufgeteilt auf drei käufliche DVD-s. Die gesamte Filmlänge auf den drei DVD-s beträgt 290 Minuten, ca. 25 Minuten weniger als die ursprüngliche Originallänge.
Deutscher moderner Titel: Die Ritter des Reiches
Deutscher ursprünglicher Titel: Sintflut. Originaltitel: Potop
Produktionsländer: Polen und UdSSR. Premiere: 1974
Mit: Daniel Olbrychski, Malgorzata Braunek, Tadeusz Lomnicki, Kazimierz Wichniarz, Wladyslaw Hancza u. A. Regie: Jerzy Hoffman
Literarische Vorlage: nach dem gleichnamigen Roman des Nobelpreisträgers Henryk Sienkiewicz als zweitem Werk einer Trilogie (erster Teil heißt "Mit Feuer und Schwert" und dritter Teil "Pan Wolodyjowsky")
Musik: Kazimierz Serocki. Kamera: Jerzy Wojcik. Schnitt: Zenon Piorecki. Szenenbild Hauptleitung allgemein: Wojciech Krysztofiak. Szenenbild Hauptleitung der militärischen Ausstattung und Kostüme der Soldaten: Jerzy Szeski. Kostüme Hauptleitung allgemein: Magdalena Biernawska-Teslawska.
Bild: gut / Farbe / Breitbildformat / Panavision. Sprache: polnisch. Synchronisation: nur deutsch. Untertitel: keine. Genre: Literaturverfilmung > Historienfilm.
Nominierungen: für den Oscar als bester ausländischer Film 1975
Specials: keine
Zeitraum: 1655 - 1660
Ort: Polen zur Zeit der schwedischen Invasion
Polen und Litauen stehen in einer Koalition, welche jedoch vom litauischen König aufgelöst wird zugunsten eines verräterischen Engagements mit den Schweden.
Beeindruckender Historienfilm mit einer authentischen Atmosphäre damaligen Lebens. Prächtige und gewaltige Bilder der Geschichte. Starke Symbolik in den Gesten des christlichen Glaubens und der tiefen Frömmigkeit des polnischen Volkes. Obwohl der Film zur Zeit der kommunistischen Herrschaft gemacht wurde, so ist seine religiöse Charakteristik erfrischend, überraschend und ungewöhnlich. Dass in atheistisch regierten Ländern solche tiefreligiösen Werke vollendet wurden, erstaunt und verblüfft.
DVD 1:
Singende Bauernmädchen in polnischen Trachten, mächtige Bauernhäuser in wehendem Schnee, wärmendes Kaminfeuer in dunkler Stube. Der polnische Offizier Andrzej Kmicic (Daniel Olbrychski) tritt herein. Er wird die Handlung prägen von Anfang bis zum Ende.
In erster Linie handelt es sich bei dem Film um eine Literaturverfilmung und in zweiter Linie um einen Historienfilm. Aus dem Grund wird er jenen gefallen, die etwas von gewählter, hoher Sprachführung halten. Von daher ist die deutsche Synchronisation hoch zu loben, weil sie die literarische Formulation aus dem Polnischen vortrefflich beibehielt und authentisch ins Deutsche übertrug. Eine große Liebe findet Platz in dem Film, die am Anfang aber noch nicht reif genug ist und erst durch viele Leiden ihre Erfüllung findet.
Der heißspornige polnische Offizier Andrzej Kmicic ist Befehlshaber einer wilden Soldatengruppe von sechs Mann, mit denen er untrennbar verbunden ist vor Allem im Feiern und Saufen. Mittendrinn verlobt er sich mit einer feinen, ehrbaren Dame, die ihm nicht nur zugesprochen, sondern vom Herzen zugetan ist. Während eines Gelages aber überschreiten seine sechs Männer in Abwesenheit Kmicics die Grenzen der Zumutbarkeit und werden von polnischen Gästen zur Rede gestellt. Schnell ziehen sie ihre Waffen und richten schlimmes Unheil an, bevor sie im blutigen Kampf bezwungen und getötet werden können. Kmicic übt blutige Rache an den vermeintlich Schuldigen und brennt ihre Gehöfte nieder. Seine Liebste wendet sich entsetzt von ihm ab und er fällt in Ungnade erlangend einen schlimmen Ruf. Pan Wolodyjowski stellt ihn mit seinen Soldaten in einem Gehöft und besiegt ihn in einem heftigen Säbelduell in vortrefflicher Choreographie. Kmicic wird verwundet, jedoch begnadigt. Patriotischen Willens schließt er sich dem litauischen Hetman an und verfällt unwissend dessen opportunistischen, verräterischen Plänen. So macht er sich zum zweiten mal verhasst im Angesicht seines eigenen polnischen Volkes. Es sieht aus, als ob er aus seinem Schlamassel nicht rauszukommen vermag. Und die riesige Armee der Schweden rückt immer näher.
DVD 2:
Der litauische Hetman instrumentalisiert den von dessen eigenem Volk geächteten Andrzej Kmicic und beauftragt ihn zu verräterischen Unternehmungen. Kmicic aber erkennt seinen eigenen großen Irrtum und entscheidet sich zu einem mutigen und konsequenten Kampf gegen die Schweden. In dieser Phase durchlebt er eine Wandlung vom Handlanger der Konspiranten zum ergebenen Patrioten, der mit ganzer Kraft für die Freiheit Polens kämpft. Unter einem Tarnnamen unterrichtet Kmicic den Abt des Klosters von Jasna Gora über das Heranrücken der schwedischen Invasoren und beginnt die Verteidigung zu organisieren.
DVD 3:
Die Schweden sind angerückt und belagern die mächtige Klosteranlage. Da ihre Kanonen die starken Mauern nicht zerstören können, wird eine Riesenkanone herangeschleppt, dessen Sprengkraft die Wälle ins Wanken bringt. Kmicic entschließt sich zu einem waghalsigen Manöver. Er schleicht sich an die Kanone heran und sprengt sie in die Luft. Dabei wird er gefangengenommen und grausam gefoltert. Freunde können ihn befreien. In einer zweiten Aktion rettet er aufopfernd das Leben des Königs und wird abermals verwundet. Sein Ansehen im Volk steigt und Kmicic ist vollkommen rehabilitiert. Unterdessen gelingt seiner Liebsten, die von seiner Läuterung noch nichts weiß, die Flucht aus der Geiselhaft des litauischen Thronfolgers. Die Person von Pan Wolodyjowski tritt immer wesentlicher in den Vordergrund. Er und Kmicic werden gute Freunde, die Seite an Seite für die gemeinsame Sache des polnischen Volkes kämpfen. Auch der fröhliche Jan Zagloba und noch einige faszinierend originale Typen gehören dazu. Die Polen gewinnen immer mehr an Boden und Initiative. Die Schweden treten den Rückzug an und werden von den polnischen Truppen verfolgt und zermürbt.
Die Verlobte von Kmicic weiß noch nichts von seinen Heldentaten. In der Kirche findet eine Messe statt, wo sich alle einfinden, auch Kmicic, auch seine Liebste. Freunde Kmicics treten in die Kirche ein und verlesen ein Dekret des Königs, in dem sämtliche großen Heldentaten von Kmicic bezeugt werden und alle Schulden erlassen werden. Seine Verlobte erkennt, wie sehr er sich gewandelt hat und muß sich ihrer Liebe zu ihm nicht mehr schämen.
Ein großartiges, historisches Meisterwerk mit starken Bildern und Szenen.
Hintergrundinformation:
Die Roman-Trilogie wurde vom Regisseur in umgekehrter Reihenfolge verfilmt.
Das heißt:
der erste Film (Leben, Liebe und Tod des Obersten Wolodyjowski) aus dem Jahre 1969 behandelt den dritten Teil der Trilogie
der zweite Film (Sintflut) aus dem Jahre 1974 behandelt den zweiten Teil der Trilogie
der dritte Film (Mit Feuer und Schwert) aus dem Jahre 1999 behandelt den ersten Teil der Trilogie
Es ist daher ratsam, sich die Filme im historisch-chronologischen Ablauf anzusehen, damit man die literarischen und geschichtlichen Übergänge begreift.
In Teil 1 (Feuer und Schwert) kämpfen die Polen gegen Kosaken (1648-1657)
In Teil 2 (Sintflut) kämpfen die Polen gegen Schweden (1655-1660)
In Teil 3 (Leben, Liebe und Tod des Obersten Wolodyjowski) kämpfen die Polen gegen die Krim-Tataren und Türken (die Jahre um 1670)
Im Groben sind die drei Teile der Trilogie voneinander unabhängig und in jedem von ihnen gibt es jeweils ein anderes Liebespaar, um welches sich die dramatische Geschichte dreht.
In Teil 1 (Feuer und Schwert) sind es Michal Zebrowski als mutiger polnischer Husaren-Leutnant Jan Skrzetuski und Izabella Scorupco als polnische Prinzessin Helena Kurcewiczówna
In Teil 2 (Sintflut) sind es Daniel Olbrychski als polnischer Offizier Andrzej Kmicic und Malgorzata Braunek als Olenka Billewiczowna
In Teil 3 (Leben, Liebe und Tod des Obersten Wolodyjowski) sind es Tadeusz Lomnicki als polnischer Offizier Michal Wolodyjowski und Magdalena Zawadzka als Basia Wolodyjowska
In allen drei Teilen spielt der Schauspieler Daniel Olbrychski mit, jedoch in jeweils verschiedenen Rollen:
In "Feuer und Schwert" von 1999 als Tatare Tuhaj Bey (Minirolle)
In "Sintflut" von 1974 als Pole Andrzej Kmicic (Hauptrolle)
In "Leben, Liebe und Tod des Obersten Wolodyjowski" von 1969 den tatarischen Sohn von Tuhaj Bey (Nebenrolle)
Es gibt in allen drei Teilen zwei Figuren, die immer vorkommen:
a) Die Figur des Michal Wolodyjowski, welche in "Feuer und Schwert" von 1999 verkörpert wird von Zbigniew Zamachowski und in den beiden älteren Produktionen von Tadeusz Lomnicki. In "Feuer und Schwert", sowie "Sintflut" ist es eine Nebenfigur und in "Pan Wolodyjowski" ist es die Hauptfigur.
b) die Figur des fülligen, warmherzigen und trinkfreudigen Jan Zagloba, welche in jedem Teil von einem anderen Schauspieler verkörpert wird.
Bedauerlich sind die nicht authentischen Cover-Abbildungen mit den teilweise dümmlich aussehenden Gesichtern.