Der Mittelalterhistoriker Martin Claus hat in der Reihe "Geschichte Erzählt" mit seinem Buch "Ritter und Raufbolde. Vom Krieg im Mittelalter" ein kleines, schmales aber dennoch sehr lesenswertes Buch vorgelegt, in dem er das durch Romane und Hollywoodfilme verklärte Bild vom "heldenhaften Ritter als strahlendem Kämpfer" zurechtrückt.
Anhand vieler Beispiele und Quellenzitate macht Clauss die Bedeutung des Krieges für die Gesellschaft und deren Beteiligung (Kapitel - Adel, Klerus, Bauern)deutlich, zeigt die Formen des Krieges (Kapitel - Feldschlacht, Belagerung, Kriegszug)auf, hebt die Auswirkungen auf die Menschen (Kapitel - Gewalt trifft alle) hervor, erläutert die verwendeten Taktiken, Waffen und die Bedeutung von Kämpfern zu Pferde und zu Fuß innerhalb des Krieges (Kapitel - Wer den Krieg entscheidet)und zeichnet nach, wie das heute vorherrschende Bild vom Krieg im Mittelalter entstanden (Kapitel - Unser Bild vom Krieg im Mittelalter) und was daran zu korrigieren ist.
Dem Autor gelingt es auf unterhaltsame und interessante Weise auf nur hundertvierzig Seiten einen umfassenden Überblick über die Kriegführung im Mittelalter zu geben. Die zunächst steigende Bedeutung des Ritters im Militärwesen wird genauso angesprochen, wie der Verfall der Bedeutung durch die Einführung neuer Taktiken und Waffen. Viele Begriffe und deren Relevanz für das mittelalterliche Kriegswesen werden kurz und detailliert erklärt. Als Beispiele seinen hier Kettenhemd, Schild und Langbogen genannt, festzustellen ist, alle Begriffserklärungen sind für den Leser sehr hilfreich für das Verständnis der Gesamtzusammenhänge.
Zusammenfassend ist festzustellen, dieses Werk ist ein gutes, interessantes und sehr lesenswertes Buch und als Einstieg und Überblick für das Thema Krieg im Mittelalter hervorragend geeignet.
Empfehlenswert!