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Ritt zum Ox-bow - Western Legenden 9 [Blu-ray]
 
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Ritt zum Ox-bow - Western Legenden 9 [Blu-ray]

Henry Fonda , Anthony Quinn , William A. Wellman    Freigegeben ab 12 Jahren   Blu-ray
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Produktinformation

  • Darsteller: Henry Fonda, Anthony Quinn, Dana Andrews
  • Regisseur(e): William A. Wellman
  • Sprache: Deutsch (DTS-HD High Res Audio), Englisch (DTS-HD High Res Audio)
  • Untertitel: Englisch
  • Region: Region B/2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Koch Media GmbH - DVD
  • Erscheinungstermin: 26. August 2011
  • Produktionsjahr: 1943
  • Spieldauer: 75 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0050GDB8C
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 39.811 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

Helle Aufregung in einem sonst ruhigen Nest in Nevada: Ein Rancher des Ortes soll ermordet und sein Vieh gestohlen worden sein. Der aufgebrachte Lynchmob, dem sich notgedrungen auch die Cowboys Gil und Art anschließen, macht sich auf die Suche nach den vermeintlichen Dieben und will sie unverzüglich hängen. Gil und Art versuchen die Masse zu beruhigen, doch der Wunsch nach Rache treibt die Bürger zum Äußersten.

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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
"The Ox-Bow Incident", das klingt eigentlich nach seriellem Billigwestern, wie man sie in den 30ern und später fürs Fernsehen gedreht hat, wo jede Folge auf "Incident" mit einem anderen Zusatz lautete. Doch der Ox-Bow-Incident ist keiner wie alle anderen. Regisseur William A. Wellman spielt einmal die Gruppendynamik eines Lynchmobs durch, und so didaktisch das mitunter sein mag (wie Rezensionsfreund Tristram Shandy zu Recht bemerkt hatte), so überzeugend ist es auch. Trotz aller offenen Diskussionen des Für und Wider passiert mindestens genauso viel unter der Oberfläche und nur mit Andeutungen. Mit deutlich unter 90 Minuten weist der Film eine selten gesehene Reichhaltigkeit an Subthemen und (wie mir scheint, clever und bewusst) nicht zu Ende geführten Nebenhandlungen auf. So verläuft beispielsweise die Geschichte einer enttäuschten Liebe Henry Fondas mehr oder minder im Sande, ist aber doch mit der Haupthandlung kongenial verknüpft. Fonda ist der Mann, der zu lange gezögert hat, so wie es in einem Saloon-Gemälde eines Mannes, der sich bei einer lasziv räkelnden Frau ziert, thematisiert wird. Er wird dadurch zum Außenseiter im doppelten Sinne, weil wir später merken, dass er nicht nur in der Posse nicht dazugehört, sondern auch aus der versnobten Großstadtgesellschaft immer ausgeschlossen sein wird, wie sich in einer für die Haupthandlung eigentlich unwichtigen Begegnung Fondas mit seiner Verflossenen und ihrem Gatten offenbart. Dies findet eine Parallele in Fondas schwieriger Position in der Posse - wir ahnen, dass er auch dort sich nicht Gehör verschaffen wird und zu spät/zögerlich kommen wird, um den Lynchmord zu verhindern.

Diese gehäuften indirekten Andeutungen finden - das ist bei Wellman nicht ungewöhnlich - ihr Echo in einer Bildgestaltung des Verdeckens, etwa durch die dräuenden Kadrierungen des Galgenbaumes und der Schatten, die so nur in einem Studio-Ox-Bow möglich waren. Die gesamt zweite Hälfte des Filmes besticht durch eine Künstlichkeit, die mich diesmal überhaupt nicht gestört hat, sondern die tragische Dimension dieses Western umso klarer hervortreten lässt. Doch auch bei den typischen Westernszenerien verdeckt Wellman ebensoviel, wie er zeigt; Fondas Tritt ins Gesicht eines niedergeschlagenen Kontrahenten ist durch die Saloontheke verdeckt und überlässt die Wirkung der Fantasie des Zuschauers. Irgendwie hat man sowieso das Gefühl, dass hier viele etwas zu verbergen haben, vielleicht am ehesten vor sich selbst. Hinter den augenscheinlichen Rollen in der Gruppe (und es gibt angesichts der Kürze bemerkenswert viele interessante Porträts) steckt oft etwas ganz Anderes - z.B. der lustige Onkel, der aber bedrohlich viel Spaß am Aufknüpfen zu haben scheint, oder der alte Südstaatenoffizier, dessen "Ehrgefühl" am Ende schonungslos auf ein rein persönliches Begehren heruntergebrochen wird. Was dazu passt, dass seine Ordnung von Befehl und Gehorsam ein paar Jahrzehnte nach dem Sezessionskrieg sowieso keine Bedeutung mehr hat: Ein alter Mann, der ebenfalls zu den potenziellen Lynchopfern zählt, habe ebenfalls "gedient", aber keiner wisse, auf welcher Seite; vielleicht auch auf beiden. Als den General ihm einen Befehl erteilt, mit dem Argument, "so etwas" vergesse man nie, bekommt er keine Reaktion - eine Vorwegnahme der Fallhöhe, vor der er in einer finalen Auseinandersetzung mit seinem Sohn stehen wird.

Alle Figuren angemessen zu beleuchten erlaubt die übliche Amazonlänge kaum; hervorheben möchte ich noch die etwas irritierende Behandlung gewisser Stereotypen. Mitunter hat man den Eindruck, dass in der Posse auf eine etwas perverse Art endlich einmal Gleichberechtigung herrscht, so sind auch eine (sehr resolute und fast schon karikaturhafte) Frau und ein Farbiger dabei. Letzterem wird doch eine für 1943 erfreuliche Aufmerksamkeit geschenkt. So ist er tiefgläubig und möchte das Schlimmste verhindern, und die Kamera lässt sich nicht entgehen, dass er als Einziger einen ganz und gar verlogenen und juristisch illegalen Schwur nicht schwört: Ein Deputy macht kompetenzwidrig alle anderen zu Hilfssheriffs, um unter dem Deckmäntelchen des Gesetzes morden zu können, aber der Farbige hebt die Hand nicht. Vielleicht, weil Jesus gesagt hat: "Ihr sollt überhaupt nicht schwören", wer weiß? Oder weil ein anderer Mann am Ende darauf hinweist, dass "law" (wofür wir Deutschen immer unterscheiden müssen, ob "Gesetz" oder "Recht" gemeint ist) mehr sei, als in den Gesetzbüchern stehe? Wellmann nimmt nahezu all seine Figuren so erfreulich ernst und wichtig. Und kaum einer ist, wie er scheint. Das von Anthony Quinn gespielte mexikanische Opfer spricht auf einmal doch Englisch und ist mannhafter (aber auch durchtriebener) als erwartet, und der größte Klischeebruch geschieht bei dem von Dana Andrews gespielten Opfer, schauspielerisch wie von der Rolle her: Andrews, der Meister des Understatements, darf hemmungslos weinen, mehrmals. Der Film denunziert das keineswegs, so wie er auch Sympathie für den Sohn des Generals hat, den Letzterer am Ende für "weibisch" hält, weil er "nicht tut, was ein Mann (angeblich) tun muss" (übrigens ist die Titulierung eine bittere Ironie, nachdem sich erwiesen hatte, dass einer der härtesten Kerle der Posse eine Frau ist).

Man kann also insgesamt sehr gut verstehen, warum ein auf den ersten Blick dozierender Film so viel Überzeugungskraft hat, dass auch ein Mann der (in seinen früheren Werken) wenigen Worte ihn zu seinen liebsten zählt: Clint Eastwood. Auch er hatte sich, wenngleich erst in "Million Dollar Baby" zu einer hemmungslosen und sehr berührenden Wein-Szene entschlossen. Howard Hawks würde sich im Grabe umdrehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
Im Nevada des Jahres 1885 wird plötzlich die Meldung verbreitet, ein bekannter Rinderbaron sei umgebracht worden. In der nahen Stadt ist der Sheriff gerade abwesend, also übernimmt der alte Major (Frank Conroy) das Kommando. Der Hilfssheriff, der sich aus dem Leiden vermeintlicher Krimineller nicht viel macht, treibt die aufgebrachte Meute auch eher noch an, die Treibjagd auf die mutmasslichen Mörder zu eröffnen. Die beiden zufällig anwesenden Cowboys Gil Carter (Henry Fonda) und Art Croft (Harry Morgan) schliessen sich den ausreitenden Männern an, aber nicht weil sie, wie die meisten von diesen, jemanden hängen sehen wollen, sondern um zu verhindern, dass die ganze Sache aus dem Ruder läuft. Bei Einbruch der Nacht spüren sie die drei Männer (darunter Anthony Quinn) auf, mit denen der Rinderbaron zuletzt gesehen worden war. Diese bestätigen zwar das Treffen, weisen aber jede Schuld an einem Verbrechen von sich. Während Carter und einige wenige andere geneigt sind, diese Aussage zu glauben, halten die übrigen das Trio für schuldig und wollen kurzen Prozess machen. Innerhalb des Suchtrupps fangen Gräben an sich zu öffnen. Schliesslich bilden sich eine Pro- und eine Kontrafraktion, mit den drei Angeschuldigten dazwischen. Und selbst, als ein Urteil gefällt und vollzogen worden ist, hat sich die Geschichte für alle Beteiligten noch lange nicht erledigt.
"The Ox-Bow Incident" (20th Century Fox, 1942) war einer der wichtigsten Filme, die Henry Fonda damals in seinem langen Engagement für Fox drehte, und insgesamt einer von wenigen aus diesem Engagement, der ein gutes Rénommé hat. Der bemerkenswerte Regisseur dieses aufwühlenden Films ist Willam A. Wellman, der später noch einige Filme mit John Wayne machte. Obwohl der Film auf DVD nur gut 72 Minuten dauert, wird eine mehr als nur überschaubare Geschichte erzählt. Die Figuren werden gut porträtiert. Die Geschichte ist spannend und lädt zum Nachdenken ein. Sie passt gut als Kommentar zu der Zeit, in der der Film entstanden ist. Der Film ist absolut etwas anderes als ein Western nach Schema F.
Wie üblich hat Koch Media eine eigene Art, den Film zu veröffentlichen. Der Film wird, wenig überraschend, in schwarz-weiss und im Format 4:3 gezeigt. Die Bildqualität ist beachtlich. Der Ton in mono ist den Sprachen Deutsch und Englisch verfügbar. Etwa gleich knapp sind die Untertitel: englisch durchgehend, deutsch nur als Inserts für die Einführungstexte. Beim Bonusmaterial hätte man es ebenfalls ausgereifter angehen können. Es gibt den Filmtrailer und eine mit Musik unterlegte Bildergalerie. Dazu wird eine Dokumentation über Henry Fonda von 45 Minuten Länge präsentiert, die Fox-TV im Jahre 1997 gezeigt hat (optional mit deutschen Untertiteln). Der ebenfalls interessante Audiokommentar hat leider keine Untertitel. Wie üblich ist in der DVD-Erstauflage noch ein kleiner Prospekt eingeklebt, die auch noch eine sehr lesenswerte Doppelseite Text vom Filmfachmann enthält.
Gesamteindruck: während der Film aus seiner guten Ausgangslage durchaus etwas Überzeugendes macht, gilt das für die DVD-Ausstattung nur bedingt. Deshalb reicht es nur für gut drei von fünf Galgenstricken und eine mahnende Ansprache vom örtlichen Geistlichen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kurt-André Lion VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD|Von Amazon bestätigter Kauf
William Wellman hat hier einen ganz großen Western geschaffen, der nur 73 Minuten dauert - diese aber haben's in sich! Das überwiegend im Studio gedrehte Schwarz-Weiß-Werk entfaltet eine bedrückende und auf einen fulminanten Höhepunkt zulaufende Dramaturgie, die kein klassisches Happy-End aufweist. Das Thema ist Lynch-Justiz, die so explizit und unausweichlich dargestellt wird, dass dem Zuschauer angst und bange werden kann, auch wenn die brutalen Inhalte nur angedeutet werden. Hofft man beim Mitleiden mit den Verzweifelten, zu Unrecht angeschuldigten Opfern, dass der Morgen mit seiner aufkommenden Helligkeit einen Ausweg, ja, eine Erlösung bereit hält, so wird der Zuschauer desillusioniert: Die gezeigte Zivilcourage Einzelner ist nicht ausreichend. Wellman hält uns einen Spiegel vor, der die Frage aufwirft, auf welcher Seite denn wir gestanden hätten.

Die Protagonisten, allen voran der unnachahmliche Henry Fonda, weisen allesamt Fehler und Mängel auf. Selbst Fonda tritt seinem bereits hinter dem Tresen auf dem Boden liegenden Kontrahenten so vehement in den Körper (oder gar auf den Kopf?), dass die für Fonda typischen Sympathie-Werte rasant nach unten fallen. Schmierigstes Subjekt in meinen Augen ist m.E. der Dorfsäufer, der sich einen Whiskey ausgeben lässt und langes Leben wünscht, beim Beginn der Lynchaktion mit am Lautesten das Wort führt und als einer der Ersten zum Strick greift, um dann, als es um die Übernahme von Verantwortung geht, sich sogleich in den Hintergrund zurück zu ziehen.

Passend zu der wirklich hervorragenden Reihe von Koch Media's Western-Legenden gibt's das 8-seitige Booklet mit wieder einmal nur 2 Textseiten von Hank Schraudolph, die aber so gehaltvoll sind, dass sie als Rezension zu diesem Film hier 1:1 abgedruckt werden könnten. Der Film ist in sehr guter Qualität digital überarbeitet worden und weist eine sehr gute Optik und Akustik auf. Die Sprachen beinhalten Englisch und Deutsch. Bei den Extras ist unbedingt eine sehr ausführliche Dokumentation über Henry Fonda aus dem Jahr 1997 zu erwähnen und zu empfehlen. Daneben gibt's noch einen Audiokommentar und eine kurze und knappe Bildergalerie. Rundum: Kaufempfehlung und Daumen nach oben!
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Ein Meisterwerk der Filmkunst
Produkt: DVD (1) / Qualität top
Deutscher Titel: Ritt zum Ox-Bow
Originaltitel: The Ox-Bow Incident
Produktionsland: USA
Premiere: 1943
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