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440 von 476 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Juni 2014
Ich frage mich, wenn ich mir die Kritiken durchlese, vor allem die ganz schlechten Kritiken, ob man eigentlich eine Serie über die Wikinger will oder eine Schönfärbung dieser. Wikinger waren nunmal brutale Eroberer, ob einem das nun gefällt oder nicht. Wenn man sich über die Wikinger aufregt und sie als Mörder brandmarkt, die sie natürlich waren, dann muss man konsequenterweise auch Luther als Judenhasser brandmarken, den Dalai Lama als Diktator und so weiter. Hört also bitte mal auf, Serien und Filme über untergegangene Zivilisationen im Licht heutiger Aufklärung zu sehen. Die Wikinger haben nunmal Mord und Todschlag als legitimes Mittel gesehen, Lebensraum für sich zu erobern. Das kann man toll finden oder auch nicht, aber eine Serie deshalb schlecht zu finden, weil sie die Dinge realitätsnah versucht darzustellen, ist billig
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85 von 94 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Juli 2014
Eine gesellschaftlich bedeutsamere, höher entwickelte Sagentradition als im skandinavischen Kulturkreis gibt es kaum irgendwo sonst auf der Welt. Skandinavische Sagen enthalten dabei zwar so manches übernatürliche Element, sind aber keineswegs mit europäischen Märchen oder Legenden vergleichbar. Zu großen Teilen lesen sie sich wie höchst detaillierte historische Dokumente – spätestens, wenn bei der Beschreibung einer Wikingerfahrt z.B. die Wetterbedingungen bei der Landung beschrieben oder alle 20 Vor- und Nachnamen der Schiffsbesatzung aufgezählt werden, wird einem klar, dass man gerade nicht nur eine Ausgeburt der Phantasie vor sich haben kann. Dennoch wurde der Wahrheitsgehalt nordischer Sagen auf dem europäischen Festland lange Zeit nicht berücksichtigt, u.a. auch die detaillierten Schilderungen der Entdeckung Amerikas durch den Wikinger Leifr Eriksson um das Jahr 1000. Als ein junger italienischer Seefahrer namens Christoph Kolumbus bei seiner Englandreise 1470 von den Erzählungen der Wikinger gehört hat und die Berichte glaubwürdig fand, handelte er sich dafür in den europäischen Königshäusern Hohn und Spott ein. Erst als archäologische Untersuchungen in Neufundland die Wikinger als Erstentdecker Amerikas bestätigten, dämmerte den Europäern im zwanzigsten Jahrhundert langsam, dass an den alten Sagen vielleicht doch etwas dran gewesen sein muss...

Die historische Serie „Vikings“ ist die Verfilmung des Lebens von Ragnar Lothbrok, eines legendären Wikingerfürsten, und seiner Ehefrau, der Schildmaid Lagertha. Die Handlung der Serie basiert auf mehreren unabhängig voneinander verfassten nordischen Sagen (so z.B. der Fornaldarsaga, der Völsunga saga, und v.a. der isländischen Ragnars saga lodbrokar) und transferiert deren Stil und Detailreichtum gekonnt auf den Fernsehbildschirm. Die wichtigsten in der Serie thematisierten Ereignisse, wie z.B. der Überfall auf das Kloster Lindisfarne am 8. Juni 793 n.Chr. oder Ragnars spektakulärer Raubzug nach Paris mit einhundert Wikingerschiffen, versetzten das damalige Europa in Angst und Schrecken und wurden dementsprechend nicht nur in Sagen, sondern von zahlreichen Geschichtsschreibern dokumentiert. Im Vordergrund der Serie stehen allerdings nicht nur historisch dokumentierte Ereignisse, sondern vor allem der Versuch, das alltägliche Leben und die Kultur der Wikinger so wahrheitsgetreu wie nur irgend möglich abzubilden. Die Versklavung der Mönches Athelstan bildet dabei einen geschickten dramaturgischen Eingriff, durch den die faszinierend fremdartige Kultur der Wikinger inkl. Bräuchen, Religion, Gesetzen und Alltagsgepflogenheiten, wie z.B. dem offenen Verhältnis zu Sexualität oder der Stellung von Frauen (auch im Krieg), uns abendländisch-christlich geprägten Zuschauern näher gebracht wird. Selten kann man sich so gut vor Augen führen lassen, wie sehr der Norden Europas durch die Christianisierung verändert wurde. Ob zum Guten oder zum Schlechten, darf jeder Zuschauer selbst beurteilen, denn „Vikings“ enthält sich jeder moralisierenden Wertung.

Um die alten Wikinger zum Leben zu erwecken, wurden keine Kosten und Mühen gescheut: Für die Serie wurde ein Wikingerdorf unter Mitwirkung von Archäologen und Historikern inkl. aller Details nachgebaut, ebenso wie ein seetüchtiges Wikingerschiff, mit dem die Schauspieler selbstständig auf offener See gesegelt sind. Auch die Kleidung wurde mit mittelalterlichen Techniken handgefertigt, bei den Frisuren, Tatöwierungen, Waffen, beim Schmuck u.v.a.m. wurde durchgehend auf historische Authentizität geachtet, ebenso wie bei den Kampftaktiken, bis hin zu Details wie den Aufgaben einer Schildmaid. Zusammen mit überwältigenden Landschaftsaufnahmen von Fjorden, Gletschern, Nordlichtern und gigantischen Wasserfällen, glaubwürdigen Schauspielern, sowie einer passenden musikalischen Untermalung, u.a. anhand nordisch-mittelalterlichter Musik (z.B. durch die norwegische Band Wardruna) entsteht das untrügliche Gefühl, mit Haut und Haar in die mittelalterliche Welt der Männer und Frauen aus dem Norden einzutauchen. Ein unvergleichliches Serienerlebnis und uneingeschränkt sehenswert.
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72 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Spielfilme, die Wikinger enthalten oder darstellen gibt es einige wie z.B. „Der 13te Krieger“, „Erik der Wikinger“, „Drachenzähmen leicht gemacht“, „Pathfinder“, „Valhalla rising“ oder „Die Wikinger“; je mit mehr oder minder großem Erfolg. Serien gibt es so gut wie keine, zumindest bis jetzt den „Vikings“ scheint eine Marktlücke zu schließen, was auch der große Erfolg beweist. Denn während hierzulande erst einmal die erste Staffel auf Blu-ray erscheint, ist bereits die dritte Staffel fest in Planung.
Die kanadische-irische Fernsehserie basiert auf historischem Hintergrund und erzählt lose die Geschichte des legendären Wikingers Ragnar Lodbrok, wobei nichtsdestotrotz viele fiktionale Elemente enthalten sind.
In der ersten Staffel von „Vikings“ werden dabei die ersten Wikingerfahrten gezeigt, Schlachten mit den Engländern, Intrigen, Machtwechsel, der aufkommende christliche Glaube, unterschiedliche Wikinger Bräuche, also eben alles was damals so gang und gäbe war. Der große Vorteil: Bei „Vikings“ schaut das unglaublich authentisch aus! Da hätte man nicht gedacht, dass der Darsteller Travis Fimmel („The Experiment“) früher einmal Calvin Klein Model war. Dessen ungeachtet spielt er seine Rolle nämlich wirklich außerordentlich gut und lässt keinen Zweifel, dass er nicht ein Wikinger sein könnte. Gut ist auch, dass die Wikinger nicht als tumbe, mordener Barbaren dargestellt werden, wie es gerne mal klischeehaft in manchen Filmen gemacht wird.
Dabei legt Michael Hirst („Die Tudors“, „Elizabeth – Das goldene Königreich“), der Schöpfer der Serie, nicht einmal sonderlich großen Wert auf eine akkurate Geschichtsgenauigkeit, sondern lässt viel Freiraum für künstlerische Interpretationen, wie der ohnehin historisch nicht detailliert belegte Wikinger Ragnar Lodbrok gewesen sein könnte. Apropos: Im Grunde ist nämlich die ganze Serie eine reine Interpretation dessen, was damals um diese Zeit geschehen sein könnte. Wobei Hirst ja für historische Themen ja ein sehr gutes Händchen hat, was seine bisherigen Beiträge zu den beiden „Elisabeth“ Verfilmungen, „die Tudors“ oder „Die Borgias“ eindrucksvoll beweisen. Wen es also nicht sonderlich stört, dass die Handlung sich nicht an faktisch belegten historischen Begebenheiten orientiert, aber dafür auf historische Filme, bzw. Serien steht und dazu ohnehin ein Faible für das Thema Wikinger hat, wird hier gut bedient.
Denn alleine schon die schauspielerische Leistung und die toll gezeichneten Figuren sorgen für tolle Unterhaltung. Wie bereits oben erwähnt liefert Darsteller Travis Fimmel („The Experiment“) als Protagonist Lodbrok eine super Leistung ab. Doch als Katheryn Winnick als Ragnars Frau Lagertha besitzt viel Charme und Stärke zugleich. Ebenfalls einzigartig ist Clive Standen als Ragnars Bruder Rollo, der bereits in der Serie „Camelot“ Erfahrung mit historischen Themen sammeln konnte. Als bekanntes Gesicht gesellt sich Gabriel Byrne („Miller's Crossing“, „Stigmata“) als Jarl Haraldson hinzu, der seine jahrzehnte lange Erfahrung als Schauspieler voll auspielt und als Charakterdarsteller voll überzeugt. Ebenfalls interessante Figuren spielen Gustaf Skarsgård als der etwas exzentrische, aber dennoch sympathische Schiffsbauer Floki sowie George Blagden als der von Ragnar gefangengenommene Mönch Athelstan, der durch die Wikinger fremde Figur für Abwechslung sorgt.

Bild
Das Bild (1,78:1) schaut sehr authentisch aus, was vor allem an den entsättigten Farben liegt, was sehr gut zur Atmosphäre passt. Dennoch sind die Farben stets natürlich, wenn gleich auch alles überwiegend eher etwas kühler ausschaut. Dennoch gibt es viele Momente in denen strahlene, lebendige Farben dargestellt werden wie z.B. das knackig grüne Gras oder das tiefrote Blut. Schärfe und Detailgrad sind nahezu durchgehend sehr gut und lassen dabei kein Detail aus. Der Kontrast ist sehr gut eingestellt und zeigt keinerlei Durchzeichnungsprobleme. Das macht sich auch beim tiefen Schwarzwert bemerkbar. Auch in dunkleren Szenen wird ein sattes Schwarz geboten, die Details bleiben aber sichtbar. Beeinträchtigungen wie Rauschen oder Kompressionsspuren sind nicht aufgefallen.

Ton
Der Ton ist wirklich gut ausgefallen. Das macht sich nicht nur durch die aktive Surroundkulisse bemerkbar, die nicht nur in Actionszenen wie z.B. bei den Schlachten für Räumlichkeit sorgen, sondern auch durch diffuse Hintergrundgeräuscehe auffällt. Darüber hinaus leistet auch der Subwoofer gute Arbeit und liefert einige prägnante aber stets saubere und angenehme Bässe. Die Dynamik ist gut und recht umfangreich. Die Balance ist schön ausgewogen und lässt dadurch auch die Dialoge stets klar und deutlich verstehen.

Ausstattung:
• Audiokommentar von Michael Hirst
• Alle 9 Episoden mit Extended/Alternativen Szenen
• The Armory Of Vikings
• Conquest and Discover: The Journey Of The Vikings
• Warrior Society: Viking Culture & Law
• Birth Of The Vikings
• Forging The Viking Army: Warfare And Tactics
• Deleted Scenes

Das Bonusmaterial ist außerordentlich umfangreich ausgefallen. Da wird nahezu alles geboten, was das Herz begehrt, wie Audiokommentare, sämtliche Episoden erweitert um einige Szenen, Dokumentationen zu den Dreharbeiten, der Produktion, der Entwicklung der Geschichte, sowie den Wikingern selbst, sowie entfernte Szenen. Darüber hinaus liegen sämtliche Beiträge komplett in HD vor.

Fazit:
Schade nur, dass die erste Staffel von „Vikings“ nur 9 Episoden beeinhaltet. Dass diese aber eine Menge bieten wird nicht nur erkenntlich, dass man die 40 Millionen Produktionsbudget der Serie auch deutlich ansieht. Alleine die Darstellung und die Kulissen sind außerordentlich authentisch, so dass jeder Wikinger Fan von dieser Serie begeistert sein dürfte. Der Erfolg gibt dabei den Machern in der Vorgehensweise Recht, denn bereits jetzt ist eine dritte Staffel fest geplant.
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198 von 231 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Oktober 2013
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Vorbemerkungen
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Die Geschmäcker und (Medien-)Erfahrungen sind verschieden, so daß auch positive und negative Rezensionen nachzuvollziehen sind. Hier aber einige Anmerkungen zum "persönlichen Erwartungsmanagement", was die Serie "Vikings" angeht, um gewisse Enttäuschungen zu vermeiden:

- Vikings ist "keine" historische Doku
Es handelt sich einfach um eine Unterhaltungsserie, die sich auf eine möglicherweise rein fiktive Sagengestalt namens Ragnar Lodbrok [siehe den Artikel "Ragnar Lodbrok" in der englischsprachigen Wikipedia) und bestimmte historische Kräftekonstellationen (die zunehmend systematischeren Raub- und Kriegszüge der Wikinger zum Ende des ersten Jahrtausends) fokussiert. Man sollte deshalb "keine" historische Akkuratesse erwarten. Das um so weniger, weil die Quellenlage - mit Ausnahme einiger archäologischer Funde - für den behandelten Zeitraum (Ende des 8. / zu Beginn des 9. Jahrhunderts) relativ schlecht zu sein scheint. Der Spielraum für Phantasie, Rückprojektionen, künstlerische Freiheiten, etc. ist dementsprechend groß, zumal bei dieser Serie generell der Primat der Unterhaltung(sindustrie) bzw. des Fiktionalen gilt!
Oder um es mit Michael Hirst, dem Schöpfer der Serie, zu sagen: “I especially had to take liberties with ‘Vikings’ because no one knows for sure what happened in the Dark Ages" and that “we want people to watch it. A historical account of the Vikings would reach hundreds, occasionally thousands, of people. Here we’ve got to reach millions.”

- "Vikings" ist "kein Game of Thrones" (GoT)
"A Song of Ice and Fire" ist eine außerordentlich komplexe Storyline mit mehr als 1000 Romanfiguren, die von HBO kongenial für das Fernsehen adaptiert wurde. "Vikings" ist demgegenüber viel geradliniger und unterkomplexer. Nur: Wie viele Fantasy- und Mittelalter-TV-Serien können diesbzgl. überhaupt mit GoT mithalten? Und das ist durchaus auch eine Frage des Budgets.

- Die Vikings-Darsteller machen m.E. ihre Sache recht gut
Freilich: Man wird in diesem Cast z.B. weder die Ironie eines Tyrion Lannisters (Peter Dinklage) noch den virtuosen Wortwitz eines Benedict "Sherlock" Cumberbatch finden. Und man hat auch schon weitaus elegantere Intrigen gesehen, z.B. in "The Tudors", "Borgias" oder "GoT".

- So vorhersehbar, wie manche zu meinen glauben, ist der Plot, insbesondere was die Eroberung (Nord-)Brittaniens durch die Wikinger angeht, jedoch nicht. Denn in Vikings-Season 1 werden nur die ersten Scharmützel von Ragnar und seinen Anhängern mit den Angelsachsen skizziert. Ob der gute Ragnar diese Raub- und Feldzüge letztlich überlebt oder nicht, ist dabei m.E. völlig offen und hängt ganz von den Serienschreibern ab.

Persönliches Fazit: "Vikings" würde ich - im Unterhaltungssinne - als "gelungen" bezeichnen, weil die Serie Lust machen kann, sich mit den Wikingern bzw. dem Wikinger-Zeitalter näher zu beschäftigen. Wissenschaftlichen (historischen, archäologischen, etc.) Ansprüchen muß und will diese Serie nicht genügen, auch wenn sie vom "History Channel" ausgestrahlt wird.

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Zur Produktion
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- "Vikings" ist eine kanadisch-irische Produktion, die im Frühjahr 2013 auf "History Television" lief.
- Auf lovefilm.de kann sie als Video-on-Demand seit dem Sommer 2013 heruntergeladen werden.
- Im deutschen Free TV soll "Vikings" voraussichtlich im Dezember 2013 auf "ProSieben" ausgestrahlt werden.

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Infos zur Blu-Ray (US-Version!)
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Zusatzmaterial auf der US-Blu-Ray [von user "Renson" übernommen (siehe Kommentare)]:
- Audiokommentar von Michael Hirst
- Alle 9 Episoden mit Extended/Alternativen Szenen
- The Armory Of Vikings
- Conquest and Discover: The Journey Of The Vikings
- Warrior Society: Viking Culture & Law
- Birth Of The Vikings
- Forging The Viking Army: Warfare And Tactics
- Deleted Scenes

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Weitere Hinter-
grundinfos
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Auf der history[dot]com-Website findet man
- einen Production Blog
- unter "Extras" eine "virtuelle Tour" und eine "Infographik" zur nordischen Mythologie.
- bei den Videos gibt es u.a. "Behind the Scenes"-Clips

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Handlungsskizze - Season 1
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Erst im Laufe des 8. Jahrhunderts scheint den Wikingern zunehmend klarer zu werden, daß sich auch im Westen (England, Irland, Schottland) lohnende Ziele zum Plündern befinden könnten. Der junge Ragnar Lodbrok versucht daher seinen Stammesfürsten, Jarl Haraldson, zu überzeugen, daß die jährlichen Sommerraubzüge nicht immer nur im Osten, sondern auch einmal im Westen stattfinden könnten. Allerdings ist der Jarl weder inhaltlich von diesem Vorschlag noch von der Tatsache, daß ihm Ragnar in einer öffentlichen Versammlung zu widersprechen
wagt, begeistert.
Dieses Ereignis markiert den Beginn des Kernkonflikts "konservativ vs. progressiv, etablierte Machtstruktur vs. neu aufstrebende Führung, Lodbrok und seine Anhänger vs. Haraldson und seine Leute", der maßgeblich die erste Staffel prägt - bis hin zum finalen Showdown.
Es kommen jedoch noch weitere Auseinandersetzungen hinzu:
- Wikinger vs. Engländer, insbesondere den angelsächsischen König von Northumbria,
- innerfamiliäre Konflikte, die Ragnar, seine Frau Lagertha und seinen Bruder Rollo
betreffen,
- "heidnische" vs. christliche Religion und Kultur (pro / contra Menschenopfer inkl.).

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1A-Schauspieler/-innen
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Generell ist m.E. die Besetzung top. Herausragend sind jedoch:
- Der 34-jährige Travis Fimmel (ehemaliges Calvin-Klein-Model und 2009 Co-Star, neben Patrick Swayze, in der Krimiserie "The Beast"): Er spielt den Protagonisten, Ragnar Lodbrok, in beeindruckender Manier: ambitioniert, visionär, intelligent, strategisch listig und willensstark. Chapeau!
- Clive Standen als Ragnars Bruder, Rollo, der eine enorme physische Präsenz aufweist und immer eifersüchtiger auf seinen erfolgreichen Bruder wird.
- Katheryn Winnick als Lagertha, Ragnars Frau, für die sich auch Rollo interessiert: Durchaus ein "tougheres" weibliches Exemplar.
- Gustaf Skarsgård als der abgedrehte Schiffsbauer Floki: Eine Wikinger-Ausgabe des verrückten Genies. Als treuer Freund Ragnars ist er in seiner "Weirdness" recht liebenswert.
- George Blagden als der von Ragnar gefangengenommene Mönch Athelstan, der das wilde Treiben der heidnischen Wikinger mit einer Mischung aus Abscheu und Faszination verfolgt.

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Visuelles
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Oft herrscht eine stimmungsvolle, düstere Atmosphäre, wobei ab und an auch einmal Allvater Odin auftaucht, um sich an den Erschlagenen zu erfreuen.

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Titelmusik
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Der Titelsong "If I had a heart" von "Fever Ray" (einem Projekt der schwedischen Künstlerin Karin Dreijer Andersson) paßt genau zur düsteren Atmosphäre der Serie. Siehe das entsprechende Youtube-Video "Vikings Theme Music ~ If I Had a Heart by Fever Ray".

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FAZIT
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- Wer historische und v.a. mittelalterliche Serien mag, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen: Abenteuerlust, Liebe, Haß, Verrat / Intrigen, Kämpfe, usf.
- Und wer sich für die Wikinger interessiert, sollte sich diese Serie soundso anschauen: ein echter Hingucker!
- Für zartbesaitete und sensible Seelchen ist die Serie wohl weniger geeignet. Wer also den kargen Charme einer Wikingeraxt nicht zu schätzen weiß...

Kurzum, eines meiner persönlichen TV-Highlights - neben der überragenden BBC-Miniserie "Peaky Blinders" - im Jahr 2013. Und weil das nicht nur ich so sehe, wurde auch bereits eine zweite Staffel in Auftrag gegeben. Daher: 5 Sterne ohne Wenn und Aber.

~PB
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. April 2015
Ich schreibe diese Rezension um auf die deutsche Neu-Vertonung einzugehen.

Ich habe die ersten beiden Staffeln innerhalb kürzester Zeit verschlungen und nachdem ich mich schnell an die zugegeben eigentümlichen deutschen Sprecher gewöhnt hatte fand ich sie absolut super. Dieses lätschige, leicht genuschelte von Ragnar zum Beispiel macht ihn für mich ungemein sympatisch. Der Synchronsprecher hat wirklich versucht die Sprechweise von Trevis Fimmel wiederzugeben. Ich kann es kaum beschreiben aber die Charaktere klangen für mich einfach glaubhaft und authentisch. Klar es klang anders als die üblichen Vertonungen des amerikanischen Film- und Fernseh- Einheitsbreis. Aber schlecht war es nun wirklich nicht.
Und jetzt wurden fast alle Charaktere neu vertont. Und es ist genau das eingetreten was ich befürchtet hatte.
Die Charaktere klingen genau wie in jedem anderen Film oder jeder Serie. Mir wurde direkt schlecht als ich die neue Synchro gehört habe.
Das waren nicht die Vikinger die ich kannte. Das waren wieder nur die selben Stimmen die ich schon tausend mal in unzähligen Rollen gehört habe. Die typische deutsche Interpretation amerikanischer Aussprache. Langweilig und nicht im geringsten authentisch.
Für mich wurde die deutsche Fassung damit ruiniert und ich werde mir die Serie jetzt nur noch im Original ansehen. Wenn ich mich schon umgewöhnen muss, dann wenigstens nicht zum schlechteren hin. Ich schätze einfach das die Serie hier einem klassischen Fall von "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht" zum Opfer gefallen ist. Die Zuschauer haben der ungewohnten und nicht auf Hollywood getrimmten Synchronisation keine Chance gegeben.

Ich weiß natürlich das mein Kommentar zu dieser Sache in der Masse an positiven Bemerkungen zur Neuvertonung untergeht. Ich musste meine Meinung dazu aber einfach irgendwo kund tun.
Natürlich bekommt die Serie als solches trotzdem von mir 5 Sterne. Die Begründung hierfür könnt ihr euch aus anderen 5 Sterne Bewertungen zusammen lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Juni 2015
Hier stimmt einfach alles!
Die Story, die Auswahl der Schauspieler, die Ausstattung, der geschichtliche Hintergrund, der Soundtrack, der Surround Sound ist techn. ebenfalls spitze und sehr detailreich.
Spannend und informativ.
Besser geht es nicht!
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Oktober 2014
Als Fan von Serienstaffeln ( egal welches Genre ) darf man natürlich nicht jeden Dialog und jedes Wort auf die Goldwaage legen, aber was die deutsche Synchronisation hier verbrochen hat, habe ich noch nicht erlebt. Angefangen bei den Anreden Sie , Ihr, Sir und Mylady über Alternativen, Chancen, Test, Sex und Babys bis hin zum Highlight: du nervst !! Wer schreibt eigentlich solche Dialoge ? Gegen diese Texte sind selbst Odin und Thor machtlos. Leider reicht mein Englisch nicht für das Original und die deutschen Untertitel sind auch nicht viel besser. Trotzdem für Handlung, Schauspieler, Action, Ausstattung und Location 3 Punkte.
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29 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. April 2014
Bevor man sich die Serie anschaut sollte man sich darüber im Klaren sein, was es nicht ist.

1. Es ist keine Dokumentarserie
Vielmehr werden Legenden mit historischen Fakten vermischt. Die Serie hat durchaus den Anspruch ein realistisches Bild von der Lebensweise und dem Glauben der Wikinger zu zeichnen, aber es scheut sich auch nicht den Geschichtlichen Ablauf zu komprimieren und sich die eine oder andere Freiheit herauszunehmen.

2. Es ist auch keine Game of Thrones Kopie
Der offensichtlichste Unterschied (und ich meine das völlig wertfrei) ist das Game of Thrones versucht eine komplette Welt zu erschaffen mit unzähligen Personen und in sich verflochtenen Handlungssträngen. Vikings ist da etwas bescheidener, aber auch fokussierter. Es ist eine völlig andere Art an eine Geschichte heranzugehen, mit einer völlig anderen Absicht dahinter.

Tatsächlich ist die Serie, mit der ich Vikings am ehesten vergleichen würde, Sherlock. Das mag jetzt etwas weit hergeholt klingen, trifft die Sache aber auf den Punkt. Es sind beides Serien, die die Zuschauer dazu anregen, sich mit den Quellen auseinanderzusetzen, beide haben einen sehr eigenen Stil, beide sind sehr bildgewaltig, aber vor allem haben beide die gleiche Art an die Charakter heranzugehen. Die meisten Serien verbringen viel zu viel Zeit damit, die Protagonisten zu analysieren. Aber hier fragt man sich oft was hinter den Köpfen wirklich vorgeht und ist gefordert, sich in die Denkweise der Wikinger hineinzuversetzen, so fremd sie auch erscheinen mag.

Die Serie hat gute Schauspieler (vor allem George Bladgen glänzt in der Rolle von Athelstan), faszinierende Charaktere (Lagertha!!!!!!), eine ungewöhnliche Story (gab es überhaupt je eine Serie, die die Geschichte von der Sicht der Wikinger zu erzählen versucht?), passende Hintergundmusik (authentischer geht's wirklich nicht), und ist mit viel Liebe zum Detail produziert worden. Der Gebrauch von Brutalität und Sex hält sich auch in Grenzen...es spritzt zwar viel Blut, aber so richtig graphisch wird es eigentlich nie, und es gibt zwar auch Sex, aber auch da wird nicht so wirklich viel gezeigt.

Das einzige was wirklich zum Abgewöhnen ist, das ist die deutsche Synchro.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Juli 2015
Ich selber bin durch zufall bei Instant auf Vikings getroffen und habe mir einfach mal die erste Folge angeguckt, und kann nur sagen, ich bin begeistert. Hätte niemals erwartet dass die Serie so gut ist. Ich persönlich gehe jetzt direkt weiter zur 2. Staffel und bin im siebten Himmel.
Solch eine Serie habe ich mir schon immer gewünscht und ist aktuell in meiner Favorit Liste auf einer Ebene mit GoT und Walking Dead.
Ganz großes Kino.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Oktober 2014
Zur Serie selbst muss man kaum etwas sagen. Nachdem man sich an die bescheidene deutsche Stimme von Ragnar gewöhnt hat, ist diese Staffel ein gelungener Auftakt.
Nachdem ich allerdings auch das Original kenne, musste ich leider feststellen, dass hier bei einigen blutigen Szenen dramatisch geschnitten wurde.
Bei fast allen Schlachten und gerade bei den Opferritualen wurden teilweise recht große Stücke entfernt. Das wird allerdings nirgendwo kommunziert.

Von daher rate ich zur Serie, aber von Amazon Prime rate ich ab!
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