Es ist durchaus interessant die Erlebnisse von wenigen der tausenden von Richtie Boys zu lesen; niedergeschrieben durch die beiden Autoren. WEnn man sie aber nicht gelesen hat, hat man auch nichts versäumt.
Das Dritte REich mit allen seinen fürchterlichen Machenschaften, der Diktatur, der Judenverfolgung, vor allem die Judenverfolgung, und der 2. Weltkrieg hat das Leben und das Schicksal der 15 namentlich genannten Richtie Boys bestimmt.
Als verfolgte, emigrierte Juden mit der amerikanischen Armee als Spezialisten ausgebildet in psychologischer Kriegsführung in Camp Ritchie nach Europa und nach Deutschland zurückzukehren, ist der Inhalt dieses Sachbuches; und letzlich auch das Besondere. In Camp Ritchie wurden aber auch LEute vieler Nationalitäten und Glaubensbekenntnisse in Schnellkursen zu Mitarbeitern bei den militärischen Abschirmdiensten ausgebildet. Das verschweigt das Buch nicht, geht aber auch nicht näher darauf ein.
Neue Erkenntnisse über die jüngere Geschichte, weder der der Allierten als auch der der Deutschen gewinnt der Leser aber dadurch nicht. Die Einzelschicksale der 15 werden aufgezeigt. Der Krieg und die NS-Diktatur sind sozusagen der Hintergrund.
Das was mich wieder und wieder bewegt, wenn ich mich mit der jüngeren deutschen Geschichte, die des Dritten REiches und des 2. Weltkrieges auseinandersetze,ist, das was der Spanische Geschichtsphilosoph Ortega Y Gasset sagte: Die Geschichte kann uns nicht sagen, was wir tun sollen, wohl aber was wir lassen müssen.
Das Buch ist sicherlich ein kleiner Beitrag dazu.
Diese Zeilen schreibe ich, während der Film "Die Ritchie-Boys" im Fernsehen läuft.
Ich schreibe lieber diesen Text. Den Inhalt des Filmes kenne ich ja schon. Es ist ja das Buch zum Film.