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Seine neue Band Rainbow (vorerst Ritchie Blackmore`s Rainbow) bestand aus der US-Band ELF, die schon auf etlichen Tourneen von Deep Purple als Vorband fungierten und die vom früheren Purple Bassisten Roger Glover protegiert wurde. Ausnahmegitarrist Blackmore übernahm sozusagen eine fertige Band, nur der Gitarrist wurde durch ihn ersetzt. Blackmores Solodebüt beinhaltete schon alles, was auf späteren Rainbow-Alben folgen sollte: harte, prägnante Riffs, filigrane Soli, dunkle, mystische Texte und die einzigartige Stimme von Ronnie James Dio. Songs wie "Man On The Silver Mountain", "Catch The Rainbow", "Still I´m Sad" und "Sixteenth Century Greensleeves" waren über Jahre hinweg fester Bestandteil der Rainbow-Liveshows und gehören zu den absoluten Klassikern der Band. Zu den weiteren Highlights des Albums zählen das dramatische "Self Portrait" und das akustisch intonierte "Temple Of The King". Ein wegweisendes Album, das jeder Blackmore-Fan sein Eigen nennen muss. --Thomas Eckert
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Stilistisch kann man doch sehr deutliche Unterschiede zwischen Deep Purple und Rainbow erkennen. Die treibenden, doch recht typischen Blackmore-Riffs, wie man sie bei den Deep Purple-Songs (hauptsächlich ab "In Rock") schon gehört hat, finden hier bei diesem Debüt eine Fortsetzung, sowohl als auch eine Weiterentwicklung. Was auch deutlich auffällt ist der doch etwas melidiösere Songaufbau und natürlich die für Rainbow typische mystische Stimmung mit noch typischeren Fantasy-Lyrics. Diese etwas mystische Grundstimmung und die Fantasylyrics sind wohl das größte Markenzeichen dieser Band, die sie von anderen 70er Bands deutlich hervorheben. Ich würde allerdings auch meinen dass "Die-hard" Deep Purple Fans sehrwohl auch was mit dieser Band anfangen können (bzw. konnten, aus Sicht des Erscheinungsdatum dieses Debüts).
Was mich aber auch immer wieder aufmerksam aufhorchen läßt, ist die Stimme von Ronnie James Dio. Wie oben schon erwähnt ist sie meine absolute Lieblingsstimme im Rock/Metal-Bereich. Lassen sich doch einige Stimmen von anderen Sängern zumindest vergleichen mit Genre-Kollegen bzw. -Konkurrenten (ich sage bewusst nur "einige" Stimmen), weiß man bei Dio's Stimme sofort um wen es sich handelt und hat sicher einen der größten Wiedererkennungswerte in der Geschichte von Rock/Metal-Sänger. Vorallem zu dieser Art von Musik und auch Lyrics passt diese göttliche Power-Stimme so dermaßen gut, dass man die CD nur ungern durch eine andere im CD-Player ersetzt.
An dieser Stelle würden jetzt die meisten Rezensionen-Verfasser spätestens einige Songs hervor heben. Aber ich weiß nicht, bei diesem Album finde ich das auch irgendwie nicht angebracht, da dieses Album wirklich von vorne bis hinten wirklich gelungen ist und als Gesamtes einfach ein absolutes Meisterwerk geworden ist. Aus meinem subjektiven Blickwinkel betrachtet, ist dies insgesamt (eben meiner Meinung nach) das beste Rainbow-Album. Aber Geschmäcker unterscheiden sich - Doch eines ist sicher, dieses Album ist eines der besten, nicht nur 70er-Alben, sondern eines der besten und innovativsten Alben überhaupt (und viel Übertreibung war da jetzt nicht dabei).
Ich kann also jedem der auf der Suche nach melidiösem, trotzdem rohen Heavy Rock-Album ist, eine 100%ige Kaufempfehlung geben - denn diese Scheibe rockt definitiv.
„Man On The Silver Mountain" - ein Rockklassiker, der die Ära Rainbows beginnt. In der Studioversion noch etwas ruhiger als bei späteren Liveaufnahmen, doch schon mit all der Power, die Rainbow in die Rockwelt setzte.
„Self Portrait" - die Verbindung zu Deep Purple Mark III ist nicht zu überhören - und doch ist es schon 100% Rainbow. Ein schön getragener Rocksong (über 20 Jahre später nimmt Blackmore es mit seiner aktuellen Band Blackmore's Night auf, bei dem es seine Lebensgefährtin sing - wunderschön!)
„Black Sheep Of The Family" - Wenn nicht Dio den Text geschrieben hätte, könnte man eine Anspielung auf die vergangenen Jahre mit Deep Purple interpretieren. Ein melodischer und eingänglicher Song, sehr typisch für das erste Album.
„Catch The Rainbow" - die geniale Symbiose zwischen Blackmore und Dio. Eine Ballade, die unter die Haut geht. Zwar noch sehr „studiolastig", doch wunderschön. Live (On Stage) ist es der Hammer, Gitarre und Stimme sind so harmonisch und gefühlvoll .... kuscheln, kuscheln, kuscheln ...
„Snake Charmer" - wieder ein ganz typischer Song für Rainbows Anfänge. Auch hier ist die musikalische Verwandtheit zu Deep Purple Mark III zu hören (denn auch diesen Sound hat Richie geprägt).
„The Temple Of The King" - eine weitere Ballade, völlig verkannt. Ein absolut klasse Song, Dio zeigt, was er mit seiner Stimme (anstellen) kann. Melancholisch schön, sparsam, aber effektvoll instrumentiert.
„If You Don't Like Rock'n'Roll" - reist einen nach „The Temple Of The King" wieder aus den Träumen und bringt Dich zurück zum Rock. Dies wird im nächsten Lied gesteigert:
„Sixteenth Century Greensleeves" - hier zeigen Rainbow, wohin es mit ihrer Musik gehen soll: viel Bass, geniale Solis und die Powerstimme von Dio. Welches Potential in diesem Lied steckt, zeigen Rainbow dann vor allem live (In Germany 76, DCD).
„Still I'm Sad" - ein ---Cover, in der Studioversion noch als Instrumental (leider), denn was Dio mit diesem Lied auf der „Live On Stage" anstellt ist nur noch genial. Das ist Powerrock aus den 70ern vom Feinsten.
Wie sich zeigt, sind hier viele Studiovorlagen, die auf diversen Livemitschnitten noch besser werden, trotzdem ist dieses Album ein MUSS für den Fan des 70ies-Rock. Denn live fehlen auf jeden Fall „Self Portrait" und „The Temple Of The King".
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