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Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe: Roman
 
 

Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe: Roman [Kindle Edition]

Jockel Tschiersch
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Jockel Tschiersch zeigt in seinem Debütroman ,Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe' einmal mehr sein komisches Talent und beweist zugleich, dass er auch ernste Töne anschlagen kann. Seine Geschichte ist ein köstlicher Cocktail aus großen Gefühlen, spritzigem Humor und schwungvollem Spaß und prickelt bei der Lektüre so schön, dass man davon glatt süchtig werden könnte. Der deutsche Autor macht Literatur zu einem höchst amüsanten Vergnügen, dem man sich unbedingt mehr als einmal hingeben sollte. Alles, was hier geschrieben steht, ist ein Genuss, der das Herz bewegt und für geniale Unterhaltung mit großem Schmunzelfaktor sorgt." (literaturmarkt.info )

„Wunderbarer Road-Trip“ (Super Illu )

"Wunderbar komisch" (Lea )

Kurzbeschreibung

Eine wunderbare Geschichte vom Fortgehen und vom Ankommen – und vom großen Wagnis der Liebe.

Wie jedes Jahr gewinnt Ewald Fricker auch beim diesjährigen Sommerfest der Allgäuer Kiesgrube, in der er arbeitet, den Pokal im Wettplanieren. In Ratzisried hält man ihn für einen Deppen, doch Ewalds großer Traum ist es, an der Deutschen Meisterschaft im Präzisions-Planieren an der Ostsee teilzunehmen. Dieser Traum platzt, als Kiesgrubenchef Karl Zwerger der Belegschaft mitteilt, dass er in Insolvenz gehen muss. Nur seine Disponentin und Geliebte Rita Zieschke weiht er ein, dass die Pleite vorgetäuscht ist: Zwerger hat das Geld beiseite geschafft, um mit Rita ein neues Leben zu beginnen. Kurzerhand fährt Ewald nachts heimlich vom Hof, in Richtung Norden. Am nächsten Morgen fehlt die Planierraupe, und Zwerger schickt Rita mit seinem Porsche los, um ihn und die Raupe wieder herbeizuschaffen. Bald stößt Rita auf Ewalds Spur, doch es gelingt ihm immer wieder, Rita ein Schnippchen zu schlagen – und schon befinden sich die beiden auf einer Reise, die sie nicht nur an die Ostsee führt, sondern auch mitten ins Herz ihrer Sehnsüchte und Träume ...


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Kundenrezensionen

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gut gelacht! 29. April 2012
Von Gaby
Format:Broschiert
Tja, gerade lese ich die Rezensionen zu "Rita und die Zärtlichkeit der Planierraupe" und stelle fest, dass es sehr unterschiedliche Meinungen gibt! Ich selbst habe mich sehr gut amüsiert bei der Lektüre dieses Buches. Ewald, der Raupenfahrer, war mir sofort sympathisch. Am besten fand ich die Szene auf der Adenauer-Brücke, als er seine Raupe betankt hat! Wer Lust hat, etwas Unterhaltsames zu lesen und dabei zu lachen, dem kann ich dieses Buch empfehlen!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Kindle Edition|Von Amazon bestätigter Kauf
Was für ein Erstlingswerk!
Dieses Buch berührte mein Herz. Die Geschichte ist einfach wundervoll und voller Poesie.

Inhalt:
Alles beginnt in einem kleinen Allgäuer Dorf. In der dortigen Kiesgrube wird das alljährliche Wettplanieren veranstaltet. Es gewinnt (wie in jedem Jahr) Ewald Fricker. Ewald ist ein auf den ersten Blick etwas verschroben wirkender Mann, welcher noch bei Muttern lebt, nicht lesen, schreiben und rechnen kann, noch nie eine Freundin hatte und von den Dorfbewohnern nur als Depp gesehen wird. Als Gewinner des Pokals als schnellster Planierer will Ewald eigentlich zur deutschen Meisterschaft an die Ostsee fahren. Jedoch verkündet der Chef der Kiesgrube, dass er Konkurs angemeldet hat und alle ihre Jobs verlieren. Da nun auch alle Fahrzeuge und Maschinen zur Konkursmasse gehören, darf Ewald mit seiner Planierraupe nicht mehr zur deutschen Meisterschaft fahren. Kurz entschlossen "entführt" er seine Fiat-Allis und begibt sich auf die Fahrt nach Norden. Natürlich wird sein Verschwinden am nächsten Tag bemerkt. Rita, die Disponentin (und Geliebte des Chefs) der Kiesgrube, wird hinter ihm hergeschickt, um ihn zurück zu holen. Es beginnt eine abenteuerliche Fahrt quer durch Deutschland, auf welcher Ewald und Rita zu Beginn gegeneinander fahren. Dann beginnt Rita jedoch über den Sinn ihres Lebens und dieser Reise nachzudenken und gemeinsam schaffen sie es schließlich bis zur Meisterschaft. Auf dem Weg dahin sind sie nicht aufzuhalten. Sie treffen zwar auf einen zuerst hilfsbereiten, dann jedoch zudringlichen LKW-Fahrer, aggressive Golf-Spieler, neugierige Zollfahnder, jedoch haben sie immer wieder Glück auf ihrer Reise.
Dieser Road-Trip ist gleichzeitig ein Selbstfindungs-Trip für alle Beteiligten. Ewald wird selbstbewusster, erlebt zum ersten Mal die Liebe einer Frau und überwindet seine Hemmungen. Rita stellt sich ihrer ostdeutschen Vergangenheit, schließt Frieden mit ihrer Familie und lernt begeistert Planierraupe fahren. Auch der Chef der Kiesgrube muss erkennen, dass ein fingierter Konkurs nicht so einfach umzusetzen ist, eine abgeschossene Ehefrau nicht zu unterschätzen ist und dass auch auf eine Geliebte kein Verlass ist.
Im Verlauf der Geschichte erkennen nach und nach alle beteiligten Personen und auch wir als Leser, dass Ewald kein Depp ist. Er ist ein Mensch, der eine klare Vorstellung vom Leben hat, seine Mitmenschen ganz genau beobachtet und über sehr viele Dinge Bescheid weiß. Ewald redet nicht viel. Was er jedoch sagt, ist voller Wahrheit und Poesie.
Beispiel-Zitat:
Ewald: "Jetzt fahrn's halt einfach wieder nach Haus."
Rita: "Wenn ich wüsste, wo das ist ..."
Ewald: "Da muss man erst irgendwohin fahren, damit man merkt, dass man nirgendwo daheim ist."

Bewertung:
Ich bin begeistert von dieser Geschichte, einer Mischung aus ernstem Thema, Gesellschaftskritik, großen Gefühlen, Humor und Toleranz. Es handelt vom Fortgehen und Ankommen.
Von mir gibt es begeisterte 5 Sterne. Ich habe das Buch jetzt zwar zum ersten Mal, bestimmt aber nicht zum letzten Mal gelesen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Allgäuer Roadmovie 26. Februar 2012
Format:Broschiert
Das jemand sich auf ein exotisches Fortbewegungsmittel, z.B. einen Traktor setzt und sich zu einem fernen Ziel hin aufmacht, dass ist nichts weltbewegend neues. Wie aber Jockel Tschiersch seine Charaktere im Buch Schritt für Schritt in der Tiefe ihrer Persönlichkeiten 'entblättert' und damit zwei grundsätzliche Kräfte der menschlichen Entwicklung (jene nach einem 'weiter als das, was ist' und jene der 'Befriedung der eigenen Wurzeln') in unterhaltsam lesbarer Form und durchaus berührend ihren Weg 'mit der Raupe' finden lässt, dass ist im Rahmen der Roadmovies durchaus von Qualität.

Nicht nur Ewald, Bauarbeiter, Raupenfahrer, Analphabet, mit einer fordernden Mutter geschlagen (bei der er noch wohnt) überrascht sein Umfeld (und den Leser) mit vielfacher philosophischer 'Tiefeneinsicht' in das Leben, auch alle anderen Figuren des Romans sind, bis in die Nebenfiguren hinein, mit Liebe zum Detail und überraschenden Wendungen ausgestattet. Eingebettet in ein allgäuer Lokalkolorit, welches in bester Weise dem Roman Atmosphäre gibt, ohne aufdringlich den Ablauf zu stören.

Der Kiesgrubenbesitzer Karl Zwerger (nomen est omen), auch nur einer, der verzweifelt echtes Leben sucht statt der nicht wirklich erfüllenden Lebensweise als 'Chef im Dorf', sitzend im 'gemachten Nest'. Auch das dicke Steak beim Lieblingsitaliener kann ihn da nicht auf Dauer innerlich beruhigen. Seine Frau, aus der Form geraten, einige Zeit durchaus leicht debil wirkend, entpuppt sich als echte Unternehmenstochter und versteht es schon längst insgeheim, sich nicht völlig von ihrem wankelmütigen Mann abhängig zu machen (der gerade seine Insolvenz vortäuschen will und ihr mit Scheidungspapieren kommt). Rita, die Sekretärin und Geschäftsführerin in einem kommt durchaus kurz ins Wanken, ob es nicht angenehm wäre, mit ihrem Chef und Liebhaber an ferne Ufer auszubrechen.

Doch alles kommt anders. Eine Insolvenz ohne vollständigen Fuhrpark? Das geht nicht. Aber wo ist die kleine Fiat Planierraupe? Nun, es wird sich herausstellen, dass Ewald, der Maschinenversteher und Planiermeister, sich auf den Weg gemacht hat. Vordergründig nach Mecklenburg Vorpommern zur deutschen Meisterschaft der Planierraupen, eigentlich aber hinaus in das, was ein eigenes Leben sein könnte und was er sich nicht wieder einfach wegnehmen lassen will. Er, der nur als Depp gilt und von allen Seiten her schmerzhaft bereits vorgeführt wurde (vor allem in einem Bauwagen auf dem Marktplatz).
Umgehend setzt Karl Zwerger Rita in seinen geliebten Porsche mit dem Auftrag, die Raupe wieder vor Ort zu bringen.
Doch auf all diesen Wegen kommt dann doch alles ganz anders, was nicht nur der Porsche leidvoll zu spüren bekommen wird. So anders, dass selbst das Ende des Weges zwischen Karl, Ewald und Rita nicht wirklich absehbar sein wird.

Eines verbindet alle diese Personen zutiefst. Am Ende des Buches werden sie nicht mehr die sein, die sie zu Anfang waren. Nicht bei allen wird sich diese Entwicklung zum Besten auswirken, aber eines macht Tschiersch im Buch sehr deutlich: Niemand kann in seinem Leben ungestraft sich seinen inneren Wünschen und Entwicklungen verschließen. Auch nicht auf Kosten anderer. Es braucht Ziele für den eigenen Weg, den Mut, dafür das sattsam bekannt Umfeld auch einmal zu verlassen und es braucht ebenfalls den Mut, sich dem zu stellen, woher man kommt, also auch zurückzukehren. Gerade wenn dieser fehlt, enden viele Wege im Nichts (wie Heinz, der LKW Fahrer leidvoll in die Seiten des Buches setzt.)

Weniger eine Satire (auch wenn durchaus mit Humor hier und da geschrieben), eher ein nachdenklich stimmendes Stück Entwicklungsgeschichte ist es, welche Jockel Tschiersch in klarer und kraftvoller Sprache dem Leser vor Augen führt. Eine Geschichte, das die stetige Kraft einer (inneren) Planierraupe im Leben mehr bewirkt als kurzfristige Energieschübe und Fluchtreflexe, die doch nur versickern, wenn sie rein oberflächlich verbleiben.
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