„Auf dem Weg in die Marktwirtschaft hat die Volksrepublik China ihr Gesicht langsam, aber nachhaltig verändert: Eine Revolution findet momentan statt, die umfassender und folgenschwerer ist, als man sich das im Westen vorstellen kann. Öffnung und Wandel bewegen den weitaus bevölkerungsreichsten Staat der Erde. Das Alte ist gescheitert, die Trümmer sind gut sichtbar, doch was letztlich an seine Stelle treten wird weiß niemand. Asien-Kenner Jan-Philipp Sendker ist kreuz und quer durch China gefahren und hat dabei Hunderte von - unerlaubten - Interviews geführt. In zwölf eindringlichen Porträts von Menschen aus ganz unterschiedlichen Schichten und Regionen zeichnet er ein eindringliches Stimmungsbild des neuen China."
Meiner Meinung nach ist dieses Buch sehr lesenswert für Personen, die sich für längere Zeit in China aufhalten werden, aber China bisher nur aus Reiseberichten und aus dem Wirtschaftsteil der Zeitung kannten. Es spricht die Themen in der Gesellschaft an, über die nur die wenigsten Chinesen sprechen wollen und die auch in Reisesendungen, falls überhaupt, nur am Rande angesprochen werden. Der Autor des Buchs erwähnt zwar auch, dass die Chinesen noch nie einen solch hohen Lebensstandard besaßen wie bisher und geht auch auf den Boom der Volkswirtschaft ein, aber er konzentriert sich bei seiner Betrachtung dennoch auf die Probleme des Landes - Korruption, Armut, Arbeitslosigkeit, Prostitution und Aids, polizeiliche Willkür und Zensur der Meinungsfreiheit. Aus eigenen Gesprächen in China über die Schattenseiten des Lebens dort, möchte ich meinen chinesischen Gesprächspartner zitieren: „Es ist wie ein schwarzes Loch. Es ist so dunkel, dass man besser nicht rein geht!" Das Buch ist nicht weinerlich, es stellt Probleme dar, die definitiv existieren.