Der große Umberto Eco hat mal ein Buch darüber geschrieben "Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt"... Marion Laging hat für dieses Werk großes Lob verdient. Ihre Arbeit befasst sich mit einem äußerst interessanten Thema, ist professionell geschrieben und bleibt dabei sehr verständlich.
Laging hat zwar nicht das Rad neu erfunden, aber sie zeichnet uns ein sehr detailliertes Rad neueren Modells - und es dreht sich!
Substanzmittel gebrauchende Jugendliche erscheinen hier nicht als Randgruppe der Gesellschaft. Sie zeigt auf, dass Substanzmittelkonsum eben nicht nur" als deviantes Verhalten betrachtet werden darf - eine Ansicht, die leider noch viel zu stark vertreten wird - sondern oftmals ein Anpassungsverhalten an die zu bewältigenden Entwicklungsaufgaben der Jugend sowie an aktuelle gesellschaftliche Verhältnisse bzw. Veränderungen darstellt. (...) erscheint Drogenkonsum heute vielmehr als eine opportune Möglichkeit unter anderen, die eingesetzt wird, um sich in der Welt, in der man sich sowieso bewegt, besser zu bewegen." Drogenkonsum als Wellness-Verhalten, als Lifestyle, ist ebenfalls nicht neu, doch geht Laging mit diesem Thema professionell um; sie wertet nicht. Der Konsum von Drogen (legalen wie illegalen) ist erstmal nur eines von vielen Risiken, die ein junger Mensch gewillt ist zu unternehmen bei der Entwicklung einer eigenen Biographie. Und wie jedes Risiko logischerweise eine Gefahr beinhaltet, so kann auch Substanzmittelkonsum negative und schädigende Folgen haben. Diese lässt Laging keinesfalls außer Acht. Das Buch ist ein vernünftiges Plädoyer für die Sekundär- und Tertiärprävention und zugleich eine Denkaufgabe. Wer noch immer krampfhaft (und ignorant) am Abstinenzparadigma festhalten will, sollte eher die Finger davon lassen!
Für Laien, die sich intensiv mit der Thematik auseinander setzen wollen, ist dieses Buch äußerst informativ. Für Fachkräfte (bin selbst seit 10 Jahren in der Suchthilfe für Jugendliche tätig) stellt es eine willkommene Weiter- bzw. Fortbildung dar.