Als bei der feierlichen Eröffnung des Nakamoto Towers in Los Angeles die 23jährige Cheryl Lynn Austin ermordet wird, soll Detective Peter Smith die Ermittlungen übernehmen. Doch der junge Ermittler erhält Hilfe des pensionierten John Connor, der immer noch als Berater für das LAPD arbeitet, da er nicht nur fließend japanisch spricht, sondern auch wie kein anderer im Department mit japanischer Kultur und Gepflogenheiten vertraut ist. Am Tatort angekommen, die große Ernüchterung, niemand will etwas gesehen haben und obwohl das Gebäude vollständig videoüberwacht wird, sind die entsprechenden Bänder schlichtweg nicht aufzutreiben. Da sich zu diesem Zeitpunkt auch Lokalpolitiker, Manager und allerlei Celebrities im Haus befinden ist der Druck auf die Ermittler entsprechend groß. In der Wohnung ermordeten müssen die beiden Cops allerdings feststellen, dass sie nicht die ersten sind und Miss Austin gewisse Verbindungen zur Yakuza hat, die sich als problematisch auf die Ermittlungen auswirken werden...
Ein typischer Crichton. Surft Crichton ansonsten gerne auf Trendwellen mit und baut aktuelle wissenschaftliche Themen zu Techno-Thrillern aus, hat er bei "Rising Sun" die in den 90ern in den USA weit verbreiteten Schreckensszenarien bezüglich Japans, das dann aber in der asiatischen Wirtschaftskrise einen herben Rückschlag erlitt, verarbeitet und mit einigem Grundlagenwissen über US-japanische Wirtschaftsbeziehungen und die japanische Kultur vermengt. Man kann durchaus etwas aus dem Werk über Japan lernen, doch das ganze ist selektiv und entspringt ganz der amerikanischen Weltsicht, die ebenfalls sehr uncharmantes über deutsche Kultur zu berichten hätte.
Abgesehen vom Informationsgehalt ist die Nippon Connection ein relativ lauer Thriller über Mord, Betrug und Verschwörung im Umfeld eines japanischen Großkonzerns, der eine skrupellose Expansion in Amerika plant. Crichtons Helden sind schlicht gestrickt, sie sind unbestechlich und bringen alles mit was man von Hollywood-Helden auch nur erwarten kann, was den Verdacht erhärtet, das Werk wäre im Wissen um die spätere Verfilmung mit Sean Connery geschrieben worden. Drehbuch-Stil könnte man sagen, denn in seinen Ausführungen bleibt Crichton sehr vage, die Charaktere sind eintönig und farblos, der Plot nicht wirklich mitreissend. Als Film mag das ganze dank der Kürze funktionieren, als Buch jedoch wirkt der Thriller überdehnt, die Handlung will nicht richtig in Fahrt kommen. Mit der Zeit fehlt einfach der Biss, etwas das den Leser fesselt. Ohne diesen bleibt ein mittelmäßiger Roman, der eben von "dem" Michael Crichton geschrieben wurde und durch Japan-Facts zu punkten versucht.
Fazit:
Laues Thrillererlebnis mit vielen Infos über Japan, aber wenig Spannung und holzschnittartigen Charakteren.