Vorneweg: "Birthday Girl" hat mit dem neuen Roots-Album eigentlich nicht allzuviel zu tun. Ich mein, ich freu mich, dass sich der Titel jetzt doch noch auf'm Album wiederfindet. Dachte schon, ich müsste ihn mir noch bei iTunes besorgen, der Vollständigkeit halber und weil ich ihn persönlich auch ziemlich geil finde. Aber wer mit der Einstellung ankommt, so wie "Birthday Girl" müsste das ganze Album klingen, der liegt klar falsch. In Amerika wird der Song schon gar nicht auf's Album gepackt, weil das einen Bruch mit dem ganzen Album gibt. So gesehen ist "Birthday Girl" auf dem Album hierzulande auch eher als Bonus-Track zuverstehen. Zumindest ich tu das.
Aber noch was zu dem Lied, um das grade abzuhandeln: Es wird ja von manchen, wohl auch nicht wenigen, kritisiert, er sei zu popmäßig oder radiotauglich. Das kann ich natürlich nachvollziehen, aber das klingt gleich so negativ. Es ist ein guter Song. Und so radiomäßig glatt ist er auch nicht. In dem Lied steckt schon - was bei Amerikanern ja auch nicht so extremsts auftaucht - eine Ironie, die dann auch noch so wunderbar selbstironisch von "Adult Film-Star" Sasha Grey im Video gesteigert wird.
"Rising Down" selbst klingt aber eben anders. Das Album ist mal wieder sehr düster und rau geworden. Ich denke, man kann sagen, die harten Drums sind das charakteristische am Album. Dabei kann man jetzt auch gar nicht mal einzelne Songs rauspicken, die besonders auffallen. Das Album klingt wie aus einem Guss. Lediglich "Criminal" hat vielleicht anfänglich noch so ne Country-note und "Rising Up" mit Wale & Chrisette Michele ist ne Spur melodischer als der Rest, aber das Album hat schon so eine sehr starke Grundnote, in das sich auch hochkaratige Gäste wie Mighty Mos Def, Talib Kweli und Common, sowie die üblichen Verdächtigen wie Dice Raw und Malik B. problemlos einreihen. Pessimistisch könnte man das vielleicht mit "Keine Abwechslung" verbinden, aber das passt nicht. "Rising Down" wird nicht langweilig, wahrscheinlich auch weil die Roots dafür einfach zu gut sind. Ich hoffe man muss auch niemandem mehr erzählen, für was für Qualitäten die stehen, solange wie die Gruppe um Rapper Black Thought und Drummer ?uestlove schon dabei sind. "Rising Down" gilt immerhin als zehntes Album ("From The Ground Up" und das Live-Album mitgerechnet.)
Um einen besseren Eindruck vom Album zu bekommen, sollte man sich mal andere Videos reinziehen. Momentan gibt's schon "Get Busy", "75 Bars (Black's Reconstruction)" und "Rising Up". Es sind auch noch weitere Videos in Planung.
Tja, also: Klares Must-Have, auch wenn mich "Game Theory" mehr geflasht hat. (Was auch noch zu loben ist: ein Releasedate gesetzt und dann kam's schon raus. Dann ärgert man sich auch nicht ständig, wenn's verschoben wird.)