Ich möchte mal wissen, wo das Papier fürs Booklet herkommt. Wenn du das Heftchen verlegst, kannst du's auf zwei Meter Entfernung riechen. Reden wir lieber über die Musik ;-). "Blood On Your Hands" knüpft ("...the wages of sin...") bewusst an Vorangegangenes an, und das rasant loslegende "The Last Enemy" scheint ein qualifizierter Nachfolger für "Nemesis", den Hit des vorigen Longplayers, zu sein. Arch Enemy sind jedoch zu gut und ideenreich, um sich selbst zu kopieren und das vorige Album noch mal einzuspielen. Darum sind kleine stilistische Erweiterungen behutsam eingebracht worden, wie "I Will Live Again", mein persönlicher Fave, zeigt, der eine schöne Melodieführung einbringt. "Revolution Begins" verschmilzt gekonnt Melancholie und brachiale Härte. "The Day You Died" wildert im traditionellen Metalbereich, "Vultures" in der Barockmusik (!). "Blind my eyes, I hate the light", wird in "The Great Darkness" gefordert - nicht zur Nachahmung empfohlen, aber mit den dezenten Hintergrundchören und von einem coolen Riff getragen zu den besten Stücken auf dem Album zu zählen. Die Gitarrenarbeit von Christopher & Michael Amott ist wie stets eine Klasse für sich und spielt ständig mit etwas Neuem, weswegen ich empfehle, auch mal einer alten Scheibe wie "Burning Bridges" eine Chance zu geben, auch wenn da keine blonde Kölnerin singt. Angela Gossow ist jetzt schon 6 Jahre in der Band (wie die Zeit verfliegt!) und hat sich mit ihrer höchst energischen Bühnenpräsenz in der Männerdomäne besser durchgesetzt, als man ihr anfangs zugetraut hätte. Das zeigt auch die kleine Bonus-DVD, die leider nur 12 Minütchen von der letzten Südamerika-Tournee (wie man an den "Oleeee, olé-olé-olé..."-Chören unschwer erkennt) bietet sowie einen nicht allzu aufregenden 16minütigen Tourhintergrundreport. Ist ja auch nur Bonus, Hauptsache ist das Studioalbum, an dem es absolut nix auszusetzen gibt!