Viele Scores von Patrick Doyle sind mir nicht bekannt. Hauptsächlich der vierte "Harry Potter" blieb mir im Gedächtnis. Mit "Rise Of The Planet Of The Apes" vertonte der Komponist den Beginn der "Planet der Affen"- Reihe. Für mich ist der Film ein Highlight des Kinojahres 2011, ein mitreißender und spannender Film, obwohl ich kein Fan der Reihe bin. Aber dieser Film hat mich überzeugt und das lag unter anderem auch an der Musik.
Für den Score entschied sich Doyle für eine eher atonale Musik, auch wenn "Rise Of The Planet Of The Apes" sehr melodisch klingt. Und einige Themen bzw Motive lassen sich auch finden, am prägnantesten sind wohl die Themen für Ceasar, das in "The Beginning" und "Ceasars Home" besonders intensiv gespielt werden. Dazu gibt es das Affenthema, das man in "Buck Is Released" und in den finalen Actiontracks vernimmt. Während Ceasars Thema sehr dramatisch und liebevoll zugleich klingt, vernimmt man beim Affenthema eine bedrohliche und aggressive Stimmung.
Und so verhält es sich auch mit dem Rest des Soundtracks: Eine Mischung aus sanften Klängen, gemixt mit etwas Romantik und schnellen und treibenden Actiontiteln. Besonders am Ende geht es richtig rund und Orchester und Percussions zeigen alles, was sie zu bieten haben.
Und die Mischung ist gelungen, das Orchester, bzw die afrikanischen Klänge representieren die Natur und den Freiheitsdrang der Affen und die elektronischen Parts stehen für den wissenschaftlichen und experimentellen Anteil im Film.
Insgesamt ist Doyles Score ein Garant für die richtige Atmosphäre. Dunkle Trommelpassagen, zarte Streicher und die opulenten Bläserparts sind beeindruckend und geben einem das Gefühl einer bevorstehenden Katastrophe.
Wenn man den Film kennt, ist der Score eine wahre Freude, denn man erlebt die Geschichte anhand der Musik mit, was für mich immer ein klarer Pluspunkt ist, denn das ist eine Hauptaufgabe der Filmmusik. Allerdings ist das Problem beim Score, dass er manchmal zu Filmbezogen ist, das heißt, dass man ohne den Streifen wahrscheinlich nicht so überzeugt von der Musik ist. Das liegt unter anderem auch daran, dass Doyle sich offensichtlich an dem RC- Stil von Zimmer & Co orientierte. Die Synthpercussions erinnern stark an ältere Media Ventures', dennoch wirkt irgendwas abgekupfert oder geklaut. Patrick Doyle macht seine Sache super, das muss man ihm lassen, auch wenn dieser Score kein Meisterwerk ist!
Zudem sollte man noch erwähnen, dass auf der CD so gut wie alle wichtigen Stücke vorhanden sind, die im Film auch zu finden sind. Vermissen tut man nichts!
Wer auf solide und mitreißende Filmmusik steht, der sollte zugreifen. "Rise Of The Planet Of The Apes" macht in Sachen Atmosphäre, Dramaturgie, Action und Laufzeit (60 Minuten) alles richtig!