Da dies meine erste Rezension ist, hier etwas kurz über meinen Hintergrund:
Da ich langsam nach 10 Jahren IL-2 doch was neues Propeller getriebenes brauche (DCS BlackShark habe ich gelernt, aber die A-10C aus Zeitmangel zwar installiert aber noch nicht bewegt) und wir noch warten müssen bis Il2: Cliffs of Dover aus den Kinderschuhen ist, habe ich mir vor kurzem RoF: Iron-Cross-Edition zugelegt. Als Flugsim-Enthusiast habe ich schon die Entstehung des Titels mitverfolgt, dann aber wegen den anfänglichen Schwierigkeiten, dem Online-Zwang davon abgesehen.
Zur Bewertung:
Installation und Freischaltung lief problemlos, man brauch allerdings einen Internetzugang mit E-Mail Account, das sollte heute aber kein Problem mehr darstellen. Ein Update erfolgt vor dem ersten Starten automatisch, der Updater ist in dem "Launcher" enthalten. Insgesamt Schnörkellos und funktional, wie es sein sollte. (3 Sterne)
Einstellungen der Graphik und anderen Systemparameter kann man nur vornehmen, wenn man im "Launcher" ist, das macht das Feintuning etwas mühselig. Tastenbelegung und Joystickeinstellungen, kann man problemlos im Spiel zu jeder Zeit ändern, aber da gibt es zum Glück nicht soviel einzustellen wie bei DCS Blackshark oder A-10C, schliesslich sind die Maschinen recht übersichtlich ausgerüstet. Prinzipiell reichen erstmal 6 Tasten um das Flugzeug zu managen. Für die Sichtsteuerung sollte man allerdings einen Headtracker haben, der 6DoF tauglich ist, was aber bei einer Simulation Stand der Technik ist. Um einen Joystick mit Seitenrudersteuerung und Schubregeler kommt man meines Erachtens auch nicht herum, allerdings denke ich würde ein Force Feedback Joystick auf Dauer die Handgelenke überfordern, da die Klapperkisten noch keine Trimmfunktion hatten.
Die Menüführung ist in der Iron Cross Edition (deutsch) problemlos, wenn auch nicht immer intuitiv, aber man muss auch nicht lange suchen. (3 Stern)
Die Graphikleistung ist mit meinem Q9450 (4x2,6GHz), 4 GB RAM, ATI 4750 (oder was 4850?) /1GB VRam, VISTA 64Bit auf fast höchster Einstellung wirklich eine Freude. Gut, ich würde es nicht mit Konsolen Titeln ala Hawk, Apache Assault oder Crysis vergleichen, aber was auf der riesen Karte mit der Sichtweite die geboten wird, ist beeindruckend. Es macht einfach Spass durch die Landschaft zu zotteln und sich an Flüssen, Wälder und Wolken zu erfreuen. Besonders die Wolken sind gelungen. Die Darstellung des umkämpften Schlachtfeldes ist etwas zu leblos für meine Phantasien, aber vielleicht ist so ein Todesstreifen einfach leblos. Etwas mehr Leben auf dem Boden fehlt mir, aber gut, ich habe noch nicht alles ausgereizt und spiele die Simulation erst 3 Tage. (4 Stern)
Meine realen Erfahrungen am Steuerknüppel beschränken sich auf 4 Jahre Segelflug, so kann ich natürlich keine Aussage zu der Realitätsnähe der Flugmodelle machen, aber was ich in RoF am Knüppel im Kampf gegen Böen, Boden-Turbulenzen erlebe, besonders die Wichtigkeit des Seitenruders und die Beherrschung des Ausleitens aus dem Trudeln und die Kenntnisse über die Stall-Verhalten der unterschiedlichen Modelle, ist das glaubhafteste, was ich bisher am PC erlebt habe. Auch die primitive Motorsteuerung ist ausreichend Beschäftigung und erfreut das Ingeniuers-Herz nach Feierabend. Die Motoren müssen bei gegebenen Drehzahlen, Mischungsanreicherung und mit geschlossenem Kühler warmgelaufen und betrieben werden, anschliessen ist nur noch die Drehzahl, Mischung und die Kühlerstellung abhängig von der Geschwindigkeit und Höhe zu managen. Kein Großes Thema, aber auf Grund der übersichtlichen Instrumentierung der meisten Maschinen anfangs eine nette Beschäftigung und auf jeden fall detailierter als z.B. IL2, bei welchen ja die vorhanden Instrumente falsch anzeigten). Das Schadensmodell macht einfach Laune und ist mit meiner bisherigen Erfahrung nur mit dem von der DCS Serie zu vergleichen - extrem Detailiert und Physik orientiert. Bsp: Kommst du im Formationsflug deinem Flügelmann zu nahe, dessen Flügel dir eine der V-Streben zwischen unterer und oberer Tragfläche zerbricht, siehsts du wie sich dein Flügel bei Belastung verformt oder vibriert, bis auch die restliche Strebe bricht, übertreibst du es nun mit einer leichten Kurve klappt dein Flügel vollends weg - naja, Fallschirme gabs nocht nicht...
Ansonsten ist die Physik erstaunlich penibel umgesetzt und man bekommt das Mittendrin-Gefühl, wie ich es schon lange nicht mehr bei einer Simulation erlebt habe. (5 Sterne)
Nach dem Starten des Programms, bekommt man die Wahl, ob man online-oder offline spielen möchte. Das war anfangs nicht so und mein Hauptargument gegen das Spiel, da es aber nun auch offline- spielbar ist, wie gesagt, kein Minus-Punkt mehr. Man hat die Wahl zwischen 3 Kampangen, Karriere, Schnellstart und Mehrspieller. Ich habe mich bisher nur mit Schnellstart und Mehrspieler beschäftigt. Die Karriere option wird wohl noch überarbeitet und was man bei der RoF HP lesen kann, klingt verdammt gut, aber ist noch nicht Bestandteil des Spieles, wie es hier vorliegt. Schnellstart bietet vielzahlige Möglichkeiten mit Luftstart unterschiedliche Flugzeugkombinationen und Situationen zu testen - alles was man zum testen braucht. Mehrspieler bietet Online über Internet eine Serverauswahl von unterschiedlichsten Dedicated Servern, welche von der Community betrieben werden. Es gibt diverse Modis zwischen reinem Dogfight, Teammatch, Cooperative und Capture the Flag zur Auswahl. Die Situationen können dabei dynamisch gestaltet werden. Die Übersicht über die Server ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber kein Minuspunkt. Den Missionseditor habe ich noch nicht bemüht. (3,5 Punkte)
Ein Feature des Programms ist die protokollierung der virtuellen Leistung die der Spieler erbringt. So wird jeder Misserfolg und Erfolg in einer Spielerstatistik protokolliert und verteilt Ränge, Orden und anderen SchnickSchnack. Für Statistik-Fetischisten sicherlich sehr nett.
Die Iron Cross Edition enthält ausreichend Flugzeuge um sich Wochen mit den zu beschäftigen und auch online mitspielen zu können. Da Flugsims ein ziemliches Nieschenprodukt sind und ich die Entwickler gerne unterstüze, habe ich mir gleich noch mehrer Modelle auf der HP freischalten lassen. Man kann sich mukieren, das die Modelle zu bezahlen sind und daher zwangsläufig besser als die vorherigen sein müssen, um Anreiz zu geben, sie zu kaufen. Wenn das so sein sollte, das die neusten Modelle immer für die Online-Spieler die besten Eigenschaften haben, wäre das extrem bedenklich, doch das kann ich hier nicht beurteilen. Der Karrieremodus in der Entwicklung soll "for free" implementiert werden. Ich sehe jedenfalls sehr schöne Modelle mit viel liebe zum Detail für die ich gerne etwas Taschengeld zahle (8-15 US$ / 6-12¤ pro Modell. Ein strittiges Geschäftsmodell, aber ich persönlich verstehe das Arbeit auch bezahlt werden sollte und solange die Arbeit es wert ist auch der Preis geregelt wird. Keiner wird gezwungen sich zu den 8 vorhanden Modellen weitere zu kaufen (Kein Bewertungskriterium insgesamt)
Insgesamt gebe ich 4 Sterne und bin schwer begeistert von dem Programm, soweit ich es kennengelernt habe. Es ist aus den Kinderschuhen rausgewachsen und hat die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden und jeder Flugsim Fan, der nicht die Zeit hat sich in Study-Sims wie DCS zu verlieren, ist RoF das fast-perfekte Flugerlebnis nach Feierabend.