Vornweg will ich erwähnen, dass ich The Offspring seit ihrem Killer-Album Smash kenne und liebe. Ich besitze so ziemlich alles an Platten, Singles etc, die man haben kann. Und nie war ich so dermaßen überzeugt von einer Leistung wie sie hier vorgetragen wird.
Vergesst Splinter, vergesst Conspiracy of One, vergesst Americana, dieses Album knüpft an Smash, vielleicht sogar an Ixnay on the hombre an, was in meinen Augen bis dato das wohl beste Album der Kalifornier war.
Es ist alles dabei, schnell, langsam, balladesk, neu, alt, Party, Emotion, Druck und die markante Stimme von Brian "Dexter" Holland, die er hier in neue Höhen (nicht von der Tonlage her) fährt. Er singt, er schreit, er fühlt jeden Song und gibt so jedem einzelnen Track seinen eigenen Charakter! Ausgezeichnetes Gitarrenspiel, dass dieses Mal sogar von den Standardriffs, -akkorden abweicht und das Klangspektrum vertieft. Neue Instrumente die The Offspring bis hierhin nicht kannten finden ebenfalls ihren Weg aufs Album. Piano, Streicher, Keyboards. Es driftet dennoch nur bei einem einzigen Song etwas in kitschige.
Half-Truism is der epischste Song, den The Offspring jemals aufgenommen haben, da stimmt alles von vorn bis hinten. Trust in you macht da weiter und geht schnell, steil und hymnisch nach vorn! You gonna go far, kids ist wie für die Tanzfläche geschaffen, rhytmisch, tanzbar, geht sofort ins Ohr. Hammerhead erinnert anfangs etwas an 3 Doors Down, entwickelt sich aber zu ner richtigen Bombe, schnell, punkig und eingängig. A lot like me, ist der ungewöhnlichste Song auf dem Album, veränderte Stimme, Klangdimensionen wie man sie nur von Linkin Park (aktuelles Album) kennt und völlig untypisch für Offspring, das zeichnet die Flexibilität aus.
Take me Nowhere ist dagegen wieder völlig typisch für die Band, könnte genauso gut auf Smash auftauchen. Dann eine mehr oder weniger akkustische Ballade "Kristy, are you doing ok?", der Song der etwas leicht in den Kitsch abdriftet, im Gesamtbild der Platte aber dennoch einen berechtigten Platz findet.
Nothingtown könnte genauso gut von Green Day stammen, wieder poppig und hymnisch gehalten, Mid-Tempo und nicht ganz so eingängig als der Rest der Songs. Stuff is Messed up, erinnert vom Beginn an wiederrum an Green Day, entwickelt sich aber wieder zu ner reinen fetzigen Offspringnummer, hervorragend zum Feiern geeignet, dieses "Lalala" könnte glatt betrunken aufgenommen worden sein.
Fix you... ich dachte ich höre schlecht oder hab nen Fake auf dem Album. Wieder total ungewöhnlich für Offspring. Eine Ballade, und die Stimme erkennt man kaum, bis Dexter anfängt "I wish I could fix you", mir gefällt vor allem das Keyboard-Spiel, eine herzberührende Ballade. Let's hear if for rock bottom geht wieder schnell ins Ohr, ist rockig, punkig, poppig und wunderbar zum mitgröhlen geeignet.
Rise and fall ist wie viele meinen, American Idiot von Green Day tatsächlich ähnlich, aber dennoch in Offspring-Manier und gleichzeitig der Abschluss des Werks.
Ich persönlich bereue keinen einzigen Euro! Die Songs gehen nach Vorne, machen Laune, sind melodisch und zeichnet Offspring als absolut flexible, in den letzten Jahren viel zu unterschätzte Band aus.
Vergesst Splinter, vergesst Conspiracy of One, vergesst Americana, nehmt euch Rise and fall, rage and grace an, der beste Stoff den die Jungs das letzte Jahrzehnt abgeliefert haben! Kaufen oder bereuen!