Die Autorin Patricia Highsmith schrieb die literarische Vorlage zu diesem Film erst 15 Jahre nach ihrem berühmten Bestseller "Der talentierte Mr. Ripley". Highsmith geht es in ihren Kriminalgeschichten weniger um die Frage wer das Verbrechen beging, sondern mehr um die Frage nach dem warum. Sie interessierte sich mehr für die mentalen Abgründe ihrer Protagonisten, als die profane Suche nach den Tätern. Die Bücher-Serie handelt von dem kriminellen Tom Ripley, der, um seine ambitionierten Ziele zu erreichen, auch nicht vor Mord zurückschreckt.
Inhalt: Tom Ripley (Barry Pepper) steht kurz vor der Pleite. Er hat kein Geld um seine Miete zu zahlen und verliert seine Anstellung als Schauspieler im Theater. Da kommt ihm der Unfalltod seines Bekannten Derwatt gerade recht. Der berühmte Maler stand kurz vor dem künstlerischen Durchbruch. Tom gibt sich als Derwatt aus, um an die saftigen Einkünfte aus den Versteigerungen zu kommen. Aber ein Kunde bekommt Wind von der Sache und will die Intrige entlarven.
Regisseur Roger Spottiswoode ("Mörderischer Vorsprung") inszenierte diesen Film weniger als Psychodrama, sondern mehr im Stile einer schwarzen Komödie. Es wird hier kaum auf die geistige Verfassung des Protagonisten Tom Ripley eingegangen. Der Schwerpunkt liegt bei "Ripley Under Ground" eindeutig auf der Kriminal-Handlung, so dass dem durchaus gut spielenden Barry Pepper, nicht die Möglichkeit gegeben wird seine Figur auszuloten.
In einer Nebenrolle überzeugt vor allem Tom Wilkinson, der seine Rolle als Kommissar im Stile des Gentleman-Ermittlers Hercule Poirot angelegt hat.
Fazit: Ich fand den Film unterhaltsam und spannend, der aber die psychologische Tiefe der Buchvorlage vermissen läßt. Wie man es besser macht beweist Anthony Mingella mit seinem Film "Der talentierte Mr. Ripley", in dem Matt Damon den Anti-Helden zum Besten gibt.