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Der vielleicht bekannteste TV-Comedian hierzulande hat inzwischen fast jeden wichtigen Preis abgeräumt – vom Deutschen Fernsehpreis bis zur Auszeichnung als Brillenträger des Jahres. Weniger bekannt dürfte sein, dass der erste Mallorca-Urlaub mit den Eltern ein kaum stillbares Fernweh bei Wilgald Boning ausgelöst hat. Im Amazon-Interview erzählt er von seinen Sehnsuchtsorten irgendwo zwischen dem Hofbräuhaus in Rio und dem deutschen Feldlager in Afghanistan.
Frage: In den 70ern, im Spanienurlaub mit den Eltern, war noch der safrangelbe Reis der Paella für Sie der Inbegriff von Exotik. Was beeindruckt Sie heute – nach diversen Weltreisen?
Wigald Boning: Ich freue mich immer mehr über die kleinen Unterschiede zwischen den Kulturen. Dafür muss man aber nicht weit fahren. Schon der Unterschied zwischen Köln und Düsseldorf ist groß – oder wird zumindest so empfunden.
Frage: „Reisen auf fast allen Kontinenten“ erzählt skurrile Begegnungen, die Sie auf eben jenen erlebten. Haben sich die Geschichten „fast“ so ereignet, oder entsprang die eine oder andere Pointe der Fantasie des Erzählers?
Wigald Boning: Die „Erfindungen“ entsprangen nicht meiner Fantasie. In Georgien habe ich dolle Sachen erlebt, jedoch vergrippt im Fieberwahn. Ich könnte daher nicht mehr genau sagen, wie sich das eine oder andere zugetragen hat.
Frage: Ein Fernsehsender verfrachtete Sie in Rio in einen Kunstflieger, nach Bangkok wurden Sie in den Monsunregen geschickt – entsteht da irgendwann Groll gegen die Producer in Köln oder München?
Wigald Boning: In Rio war ich kurz vor Drehbeginn tatsächlich verärgert, allerdings vor allem über mich selbst – hatte ich dem Dreh doch äußerst leichtfertig zugestimmt.
Frage: Wie weit würden Sie gehen bei Ihren Reiseabenteuern – ist hier Johnny Knoxville die Messlatte?
Wigald Boning: Ich hoffe, dass mein Buch recht viele Leser findet, auf dass ich mich mit einem zweiten Band beschäftigen kann. Es gibt noch einige Reisevorhaben, die ich unbedingt durchführen möchte – z. B. zur Straßenmusik in der Tokioter Innenstadt.
Frage: Egal, wohin es einen verschlägt, man trifft mit ziemlicher Sicherheit auf Deutsche. Sind wir eigentlich peinlicher als andere Volksgruppen oder kommen wir uns immer nur so vor?
Wigald Boning: Es kommt uns nur so vor, weil wir die Peinlichkeiten als solche erkennen. Immerhin verstehen wir, was unsere Landsleute bisweilen so an Blödsinn sagen. Würden wir Italiener, Dänen oder Armenier genauso gut verstehen, würden wir sie eventuell für ebenso peinlich halten wie uns selbst.
Die Fragen stellte Henrik Flor, Literaturtest.
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