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5.0 von 5 Sternen
Angst vor den Gedanken, 12. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Ringel, Rangel, Rosen (Gebundene Ausgabe)
Karin ist 13 Jahre alt und genießt ihr Leben in den frühen 60er Jahren bei Hamburg in vollen Zügen. Baden am Strand, Spaß mit der besten Freundin, und sich in Anwesenheit der größeren Jungs fast wie eine Frau fühlen. So muss das Paradies sein. Doch die sorgenfreie Zeit beginnt ihr Ende zu finden, als sie sich zunehmend mit der deutschen Weltkriegsgeschichte beschäftigt. Der Eichmann-Prozess, die Mauer durch Berlin, pltzlich hält der Ernst der Politik Einzug in das Leben des vorher so sorglosen jungen Mädchen. Als im Verlauf einer Sturmflut das Mädchen einiges über die Vergangenheit ihrer Familie im 2. Weltkrieg erfährt, wünscht sie sich, manche Gedanken einfach verhindern zu können... Der Jugenroman von Kerstin Boie "Ringel, Rangel, Rosen" führt den Leser mit sanften Worten durch das Gefühlsleben der jungen Karin, wirft viele Fragen auf und lässt bis zum Schluss einige davon unbeanwortet. Fragen, die sich der geneigte Leser selbst beantworten kann: Wie geht man mit der Kriegsgeschichte um? Müssen wir noch mit ihr umgehen? Warum hat man damals nicht alles verhindert? Zeitlose Fragen, deren Beantwortung unendlich schwer fällt. Während wir Karin begleiten auf ihrem eigenen Weg, mit solchen Themen umzugehen, lernen wir weitere Charaktere kennen und ihre Art, ihr Leben weiter zu leben. Die Nachbarin aus Ostpreußen, die ihre Heimat verloren hat. Der nette Onkel von neben an, immer zu einem Spaß aufgelegt, war bei der Waffen-SS. Der Roman ist beeindruckend vielschichtig, aber er wirft einen niemals mit Wucht um. Kerstin Boie behandelt das Thema sanft, die Kraft ihres Romans dringt in den Leser ein, aber erschlägt ihn nicht. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, und definitiv für Leser und Leserinnen von 12 Jahren aufwärts zu empfehlen. Auch Erwachsene sollten sich nicht scheuen und mal einen Blick riskieren, denn ein weiteres Mal zeigt sich dass so mancher Jugenroman einen Großteil der "Erwachsenenbücher" in die Tasche steckt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein klasse Buch!, 10. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Ringel, Rangel, Rosen (Gebundene Ausgabe)
Mit "Ringel Rangel Rosen" ist Frau Boie mal wieder ein richtig klasse Buch gelungen! Es gibt den Einblick in vielerei Hinsicht: - wie es war, wie sich die ersten Haushalte einen Fernseher gekauft haben - das Leben eines in die Pupertät kommenden Mädchen und dem daraus entstehenden Schwierigkeiten mit den Eltern, wegen einer modischen Frisur z. B. - die Hamburger Flutkatasrophe nur um mal drei von noch so einigem Mehr Sachen aus diesem Buch zu erwähnen. Für mich hat Frau Boie die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptperson dieses Buches, der 13-jährigen Karin, authentisch sehr getroffen. Ein Buch, so spannend, dass man es gut an einem Sonntag durchbekommen kann.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Vorbei ist vorbei, 27. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Ringel, Rangel, Rosen (Gebundene Ausgabe)
Das ist 15 Jahre nach dem Krieg die Devise derjenigen, die ihn mitgemacht haben. Sie befinden sich im Paradies, einer Siedlung aus Behelfshäusern, in der jeder jeden kennt, so langsam Wohlstand einkehrt, erste Fernseher angeschafft werden und man noch zusammen Fernsehen schaut. Von zwei Seiten wird dieser Frieden gestört. Die nachkommende Generation stellt unangenehme Fragen über den Krieg, die zu Wohlstand kommende Kriegsgeneration will noch mehr Wohlstand. Was sie auf keinen Fall will, ist an die Kriegszeit erinnert werden, und zwar nicht nur wegen des fehlenden Wohlstands zu der Zeit, sondern weil nicht jeder so ein reines Gewissen hat, wie er vorgibt. Dann wird das Paradies plötzlich zerstört. Die Sturmflut von 1962 zerstört alles, was man sich angeschafft hat, bringt erneute menschliche Verluste mit sich, die man gern als Strafe Gottes für die Sünden im Krieg interpretiert. Danach wird das Alte vollends zu Grabe getragen. Die Siedlung wird verlassen. Man wohnt in modernen Wohnungen. Jeder hat einen Fernseher. Die Frauen haben nur Mode im Kopf. Über den Krieg spricht keiner mehr. Und nur die wirklich Sensiblen merken, wie einsam es nun zugeht. Soweit, so gut, kritisch und interessant. Was mir an diesem Buch aber nicht gefallen hat und weswegen ich ihm nur 3 Sterne gebe, sind der Erzählstil, der recht einfach und für den Inhalt zu kindlich geschrieben ist, und besonders die Figuren. Im Mittelpunkt steht die ca. 12jährige Karin, die das alles durchmacht, mit der man mitfühlen sollte, die aber vollkommen unsympatisch ist. Die Distanz zu ihr baut eine Distanz zur Geschichte auf, die einem infolgedessen nicht so nah geht, wie sie es sollte. Ab 11.
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