Ich habe hier bei Amazon schon viele Kommentare über die LaFee-Alben gelesen und ich muss mich wundern. Da werden bereits bei ihrem ersten Album unfaire Forderungen an ein 15 jähriges Mädchen erhoben. Ich selbst bin auf einem Konzert der "Ring frei" Tour in Osnabrück dieses Jahr ziemlich kalt erwischt worden und ich msus sagen, dass ich die Musik dieser Frau gut finde.
Kann man den Texten eine gewisse Naivität vorwerfen? Zum Teil sicher. Doch die Aussagen sind absolut klar und auf den Punkt gebracht. Ich finde es gut, dass diese junge Frau den Mut hat, schwierige Themen (für die Zielgruppe) klar anzusprechen und unverblümt zu Musik zu machen, dabei bei sensiblen Themen wie Bolemie, Selbstwertgefühl oder dem Gefühl des Verlassenwerdens aber nie die notwendige Sensibilität vermissen zu lassen.
In wie weit das Ganze inszeniert ist, kann ich nicht sagen und es interessiert mich auch nicht, denn eines ist klar - diese Texte auf der Bühne zu singen und dazu zu stehen, dazu gehört Mut. Das zeigt schon allein die Tatsache, dass es das in Deutschland so kein zweites Mal gibt. Und als Augenzeuge muss ich sagen, dass die Zielgruppe diese Klarheit sehr dankbar aufnimmt, weil scheinbar niemand sonst ihre romantischen Probleme wahrnimmt und Musik darüber macht. Ist die Zielgruppe zwischen 10 und 16 Jahren? Klar! Sind die Probleme, Sorgen und Nöte daher weniger wert? Ist der Schmerz eines unerfahrenen Menschen weniger wert als der eines Erwachsenen, nur weil letzterer das einfach nicht mehr so recht ernst nehmen kann?
Ich aus meiner Sicht kann nicht jeden Song gut finden, doch es gibt auf den inzwischen drei Alben von LaFee einige kleine Perlen. Ich möchte dem geneigten Leser anraten, diese zu suchen. Und den extrem negativen Rezensenten könnte man die Frage stellen, ob sie sich nicht mehr an ihre Unsicherheit erinnern können. Damals, als noch nicht alles so klar war und sie noch nicht alles wussten?