'Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben ' Wenn du jedoch einem liebenden Herzen begegnest, folge ihm, mach es zu deinem Freund''
Das lasse ich hier einmal unkommentiert stehen. Ich denke, dem ist nichts hinzuzufügen.
'Rimbaud und die Dinge des Herzens' ist ein fantastisches und sehr beeindruckendes Buch. Ein wenig, auch wenn es weit hergeholt klingt, hat es mich an den kleinen Prinzen erinnert. Mag sein, dass es daran liegt, dass beide Autoren Franzosen sind.
Der 10jährige Charly lebt in einem Pariser Vorort mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder. Der Autor lässt uns teilhaben an einem Tag aus dem Leben des kleinen Charly, der Tag, an welchem er sieht, wie seine Mutter von der Polizei abgeholt wird. Er macht sich auf die Suche nach seinem größeren Bruder, der ihm vielleicht helfen kann und ihm eventuell sagt, was mit seiner Mutter geschehen ist. Und zwischendurch erzählt Charly aus seinem Leben in einem Pariser Banlieu. Schonungslos und doch mit den Augen eines zehnjährigen Jungen. Die Sprache in diesem Buch ist ein ganz großes Plus. Dem Alter angepasst und immer wieder den richtigen Ton treffend. Gleich, ob Charly nachdenklich ist oder eben mal wieder mächtig auf den Putz haut, wie es Jungs in diesem Alter gerne tun. Charly ist einem richtig sympathisch. Dem Autor ist hier etwas sehr Gutes gelungen. Die Sprache charakterisiert den jeweils Handelnden. Und das trifft nicht nur auf Charly zu, sondern auch auf alle anderen Personen in diesem Buch. Seien es Charlys Freunde, sein großer Bruder oder seine heimliche Leidenschaft. Wie er sich ihr zögerlich annähert und mit ihr spricht, wie er über sie denkt und wie er sie sieht. Und dann wäre da noch seine Mutter, über die Charly gar nichts kommen lässt. Seine Mutter ist für ihn unantastbar. Sie ist die erste Frau und die wichtigste in seinem Leben. Das wäre wohl auch nicht anders, wenn der Vater bei der Familie geblieben wäre.
Ich möchte hier nicht zu viel Inhalt wiedegeben. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Es ist zärtlich, brutal, nachdenklich'.einfach schön. Und eigentlich mehr wert als nur die maximale Punktzahl.
Und ein wenig vom kleinen Prinzen steckt hier drin. Und es liegt nicht nur daran, dass beide Autoren Franzosen sind.
Unbedingt lesen.