Aus der Amazon.de-Redaktion
Rilke-Projekt, die zweite:
"In meinem wilden Herzen" erscheint nun als Nachfolger des Vorjahresalbums
"Bis an alle Sterne". Das Konzept scheint sich bewährt zu haben -- Rilkes Gedichte mit Musik unterlegt und ausgedeutet, gesprochen von Schauspielern und Musikern. Statt Nina Hagen nun ihre Tochter Cosma Shiva, statt Xavier Naidoo nun Laith Al-Deen.
Die Stimmen sind es, die den schönen, feierlichen, melancholischen Gedichten des Rainer Maria Rilke Leben einhauchen. Besonders überzeugend und stimmungsvoll erscheinen mir die Rezitationen von charismatischen Stimmen, wie Hanna Schygulla, Andre Eisermann, Karl-Heinz Böhm, Christiane Hörbiger oder auch Udo Lindenberg. Und dazu sind es die schlichten Versionen, möglichst dezent musikalisch untermalt, die meine Aufmerksamkeit erregen. Rilke an sich war ein Perfektionist -- und ein Manierist. Er feilte so lange an seinen Gedichten, bis sie perfekt waren. Vielleicht ist gerade dies der Grund, dass theatralisch-bombastische Pop-Versionen, wie von Klaus Meine und Zabine, einfach überladen wirken.
Die Musik wurde wie beim letzten Album von Richard Schönherz und Angelica Fleer komponiert und arrangiert. Unter den Musikern finden sich so bekannte Namen, wie der Multiinstrumentalist (Saxofon, Klarinette, Oboe, Fagott, Pennywhistle) Paul McCandless der Formation Oregon und Trompeter Till Brönner, die einigen Tracks ein kleines Quentchen smoothen Jazz-Appeal beifügen. Im Ganzen ein Nachfolgealbum des Rilke-Projektes, das den begangenen Weg mit neuen Gedichten, Stimmen und Kompositionen weiter führt. --Anja Buchmann
Kurzbeschreibung
Nach
Bis an alle Sterne, dem überragend erfolgreichen Erstling des Rilke-Projekts, wird mit
In meinem wilden Herzen ein mehr als würdiger Nachfolger veröffentlicht. Auch diesmal werden die wunderschönen Gedichte Rainer Maria Rilkes durch hochkarätige Künstler wie Laith Al-Deen, Iris Berben, Karl Heinz Böhm, Till Brönner, Christiane Hörbiger, Veronica Ferres, Udo Lindenberg, Klaus Meine und Hanna Schygulla zu neuem Leben erweckt. Rilke hätte es bestimmt gefallen, wie unverkrampft und neugierig, gekonnt und souverän die Künstler mit seinen Versen umgehen. Das Komponistenduo Schönherz & Fleer hat ein musikalisches Menü gezaubert, dass wieder die Herzen der Zuhörer berühren wird.
Das erste Rilke-Projekt war ein großer Erfolg. In den besten Momenten verschmolzen Popsong und Poesie zu einem großen Ganzen. Die bunt gemischte Schar der Teilnehmer passte auf seltsame Weise zueinander: Otto Sander, Ben Becker, Naidoo, Maffay und Mooshammer. Projektleiter Richard Schönherz und Angelika Fleer unterläuft auf Teil 2 allerdings ein Kardinalfehler: Sie variieren die Rezeptur, anstatt sie weiterzuentwickeln. Die Songs sind weniger hypnotisch als kitschig, und die Besetzung ist die Ersatzbank des Vorgängers: André Eisermann, Veronica Ferres, Laith Al-Deen und Scorpions-Rentner Klaus Meine. Es fehlen die faszinierenden Stimmen, und eine Chemie wird krampfhaft heraufbeschworen, die beim ersten Mal etwas Zufälliges, Magisches hatte. Wenn Bassett-Backe Udo Lindenberg Rilke zitiert, dann ist das nicht originell. Es ist einfach nur albern. Mich bangt, der Zauber ist fort. (vs)