Aus der Amazon.de-Redaktion
Rilke-Projekt lautet das Ganze und ist in zweifacher Hinsicht interdisziplinär: einmal treffen Personen der Sangesriege auf die der darstellenden Kunst, und zum anderen greifen Lyrik und Musik auch auf einer weiteren Ebene ineinander: Die Gedichte sind zusätzlich mit Musik unterlegt; Richard Schönherz und Angelica Fleer haben zu den Gedichten komponiert.
Im Grunde eine gute Idee, Rilkes Lyrik, die ja an sich schon sehr musikalisch daherkommt, mit Klängen zusammenzubringen. Und es ist sicher nichts dagegen einzuwenden, Xavier Naidoo Rilke singen zu lassen (wenn man denn auf Xavier Naidoo steht, aber das ist ein anderes Thema). Nur -- die stellenweise sehr ausdrucksstarken Rezitationen eines Mario Adorf, einer Hannelore Elsner oder eines Otto Sander werden von den seichten Melodien, den gewollt sensiblen repetitiven Motiven und den für meinen Geschmack schlechten Keyboardsounds erdrückt und weichgespült. Rilke zu hören lohnt sich sicher -- insbesondere von den hier vertretenen Persönlichkeiten. Ob das aber diese musikalische Untermalung vergessen machen kann -- ich habe meine Zweifel. --Anja Buchmann
Kurzbeschreibung
Worte des großen Lyrikers Rainer Maria Rilke. Schon in der deutschen Kaiserzeit hat der Visionär und Dichter das therapeutische Potential der Wandlung erkannt. Das neue Bewusstsein, die ständige innere Suche jedes einzelnen nach der Erlösung. Jetzt - über siebzig Jahre nach seinem Tod - erlebt sein Werk eine Wandlung. Rilke steht jetzt zwischen Rock und Rap. Zwischen Montserrat Caball´ und Nina Hagen. Zwischen Otto Sander und Rudolph Moshammer. Mit Rilke ist ein Dichter in den Charts gelandet. Das Album "Bis an alle Sterne" begeistert. "Die Umsetzung hat Charme und macht Lust auf mehr Lyrik" resümiert die Kritikerin der "Welt am Sonntag". Christoph Sieber-Rilke, der Enkel Rainer Marias, kommt zum Schluss, "dass wir höchst angetan waren und dies immer mehr, je länger wir der CD zuhörten ... Mir wurde selber klar, wie modern Rilke ist".
Das Rilke-Projekt lebt von den Stimmen von Mario Adorf, Ben Becker, Montserrat Caball´, Hannelore Elsner, Christa Fast, Nina Hagen, Peter Maffay, Rudolph Moshammer, Xavier Naidoo, Christiane Paul, Otto Sander und Friedrich von Thun. Sie alle lesen, rezitieren, singen und interpretieren Rainer Maria Rilke. Zwölf große deutsche Künstler, die mit ihrer Stimme die Lyrik zum Erlebnis machen, in reine Melodie verwandeln. Mit seinen Gedichten hat Rainer Maria Rilke Generationen verzückt. "Bis an alle Sterne" verleiht seiner Lyrik von der ersten bis zur letzten Minuten Spannung. Das Album ist ein Gesamtkunstwerk, das den Bogen zwischen ruhigen und kraftvollen Versen spannt. Vorgetragen von variantenreichen Stimmen. Eingebettet in maßgeschneiderte Musik von Richard Schönherz und Angelica Fleer. die beiden haben die faszinierende Verbindung aus Lyrik und Musik geschaffen, spielen und verschmelzen Elemente von Klassik, bis Rock oder Rap.
Bis an alle Sterne ist eine anregende Gedichtsstunde. Hitverdächtig ist "Du nur, Du" - mit Ben Becker und Xavier Naidoo im Duett. Ben Becker gibt sich einem ersten, verzagten Liebeslied hin und fordert dann höchst selbstbewusst: Gib mir Liebe. Xavier Naidoos Stimme spricht Bände. Seine Begeisterung für das Rilke-Projekt spiegelt sich unmissverständlich wider. Und Dichtkunst wird zum Popkunstwerk.