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Rilke. Überzähliges Dasein: Eine Biographie
 
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Rilke. Überzähliges Dasein: Eine Biographie [Gebundene Ausgabe]

Fritz J. Raddatz
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Arche Verlag (1. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3716026069
  • ISBN-13: 978-3716026069
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 139.718 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Fritz J. Raddatz
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Fritz J. Raddatz, einer der profiliertesten Publizisten Deutschlands, entwirft ein grandioses Porträt des weltberühmten Dichters, das in seiner feinsinnigen Art, Leben und Werk aufeinander zu beziehen, seinesgleichen sucht.

Rainer Maria Rilke ist der nach Goethe meistgelesene deutschsprachige Dichter weltweit. Zeitgenossen priesen und höhnten ihn; und bis heute tönt das Echo auf Rilke und sein Werk gebrochen. Wer war Rilke? Ein "überschminktes Frauenzimmer", wie Georg Heym ihn verspottete, die "Dichtung selbst oder das, woraus die Dichtung entsteht", wie Marina Zwetajewa einmal voller Hingabe schrieb? In den ersten Lebensjahren erzogen als Mädchen, später der frömmelnden Bigotterie der Mutter ausgeliefert, entwickelte Rilke ein höchst ambivalentes Bild vom weiblichen Geschlecht. Frauen verdankt der rastlos von Ort zu Ort Ziehende lebenslange Förderung und Unterstützung, sie verdanken ihm die schönsten Gedichte und Widmungen. Und doch bleibt Weib wie Welt der Feind, umschwärmt in der Entfernung, gefürchtet als Gefahr in unmittelbarer Nähe..

Fritz J. Raddatz gelingt es, nicht nur die Existenz bestimmenden Prägungen Rilkes auf furiose und auch bewegende Art zu beschreiben, sondern den Einfluss dieser emotionalen Quellen auf das Werk des Dichters eindrücklich darzustellen.

Über den Autor

Fritz J. Raddatz, Jahrgang 1931, in Hamburg lebender Publizist, war Programmleiter bei Rowohlt und Feuilletonchef der ZEIT. Er hat Romane, eine Autobiographie und ein umfangreiches essayistisches und biographisches Werk vorgelegt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Geck, Gaukler und Genie 31. März 2009
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Ist es ertaunlich, dass Rainer Maria Rilke nach Goethe der meistgelesene Dichter deutscher Sprache ist? Und trotzdem war das Verhältnis zu Rilke stets ein gebrochenes, schwankend zwischen hymnischer Zuneigung und witzelnder Ablehnung. Wer oder was alao war der Dichter der "Duineser Elegien" und der "Sonette an Orpheus"?

"Geck, Gaukler und Genie?", so die Fragestellung, mit der der Publizist Fritz J. Raddatz sein Buch über Rainer Maria Rilke einleitet. Es ist ein sehr feinsinniges Bild, das der Autor von dem "engelgleichen" Dichter zeichnet. Raddatz' Ansatz: "Zu den Abenteuern des Biografen gehört auch, dass selbst das Äußere seines Helden...widersprüchlich dargestellt wird."

Und so sind es nicht nur die "dunkel glühenden Augen", die fasziniert haben. Das Psychogramm, wie Raddatz es gezeichnet hat, zeigt den "ungeschminkten" Rilke, den Menschen, den Dichter mit so unzählig vielen Facetten. Er zeigt die Entwicklung von dem als Mädchen gehaltenen Kind zum empfindsamen Dichter. Fehlurteile der Vergangenheit werden aufgehoben. Zuschreibungen und Querverweise herangezogen. Und die wunderbaren Gedichte zitiert.

Fritz J. Raddatz bezieht Leben und Werk aufeinander - und macht das so anders als alle vor ihm - und er macht es nicht nur grandios. Das Buch ist auch ein kleines stilistisches Meisterwerk.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein überzähliges Buch 28. Juni 2010
Von F. Bötel
Format:Gebundene Ausgabe
Das gerasterte Portrait Rilkes auf dem Cover bleibt unscharf. Nur Konturen sind zu erkennen und einige wenige Einzelheiten. Diese Gestaltung wurde sicher mit Bedacht gewählt, denn "den Menschen Rilke" zwischen zwei Buchdeckeln zu beschreiben, mag ein zu großes Unterfangen sein.

Der Autor hat hier wichtige Schlaglichter gesetzt: Rilkes Bild Gottes - fern aber gleichgültig. Rilkes Bild der Liebe - je weniger nah, desto besser. Rilkes sonderbares Dichterleben - "er will ungetröstet bleiben auf der Suche nach Trost", heißt es. Und beinahe scheint der Dichter zu sekundieren, wenn er bekennt: "Ich müsste zugeben, dass ich nicht lebe." Ein "überzähliges Dasein"?

Es macht Freude dieses Buch zu lesen, und zumindest ein wenig verständiger. Einziges Manko: Derselbe Autor, der sich über den französischen Sprachchauvinismus mokiert, zitiert ganze Absätze aus französischen Briefen, ohne auch nur den Hauch einer Übersetzung anzubieten. Das ist weniger unfreiwillig komisch als schade. Schließlich geht es um das "Innenleben" eines großen Dichters und nicht um die Bestellung eines café au lait mit croissant. Trotzdem ein wirklich gutes Buch.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Raddatz liegt nicht nur daran, Rilke als Gaukler und Geck vorzuführen, ihm seinen Adelstick als Marotte anzukreiden, ihn als Lebemann und verwöhnten Sonderling vorzustellen, sondern eben als Ästheten mit einer feingliedrigen Seele. Und er will den Dichter vom Klischee des sich 'verpuppenden Weihepriesters' herauslösen, ihn nüchtern und mittels Verstand lesen, denn Rilke ist keine 'unbegreiflich geweihte Hostie'.
Was sich in seinem biographischen Essay manchmal aber dann doch zu plakativ abzeichnet, ist die Rilke suggerierte 'Eigenweiblichkeit', sein feminines Schreiben, das seinen Ursprung und seine Schuld in einer verhätschelten Erziehung hatte, im anerzogenen Frau-Sein Rilkes, dessen Mutter ihn als Mädchen erzog. Was sich diesem Befund viel eindrucksvoller entgegenstellt, ist der von Raddatz herausgearbeitete existentielle Riß in Rilkes Wesen, diese Urwunde in seinem Leben, die ihn immer wieder vorantreibt, die seine Kunst gebiert. 'Er versagt sich jeglichen Glauben, an den er zugleich glaubt.' Die Welt läßt sich nicht erlösen, auch kann Gott nicht von der Welt erlösen, sie läßt sich also nur ertragen. Nur in diesem Sein kann man in aller Vorläufigkeit wohnen, wobei es nicht die Religion ist, die dem Ich in der oft trostlos erfahrenen Welt aufhilft, sondern das sich als selbst erfühlende Ich.
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