********* Inhalt *********
Nach ihrem ersten erfolgreichen Auftrag als Seelenfängerin darf sich Riley gemeinsam mit Hund Buttercup und Mentor Bodhi am Strand eine Auszeit nehmen. Als ihr dann aber ein schrecklicher Höllenhund begegnet, der auch ein Geist ist, ist es für Riley vorbei. Sie kann so nicht Urlaub machen. Entgegen der Anweisungen von Bodhi entschließt sie sich, der Sache auf den Grund zu gehen. Woher kommt dieser Hund? Warum verängstigt er andere Leute? Und kann man auch ihn über die Brücke führen?
Bodhi ist alles andere als begeistert, denn er weiß, dass sein eigener Status auf dem Spiel steht, wenn Riley nicht auf ihn hört. Aber der eigensinnigen Zwölfjährigen ist das egal. Sie verschwindet kurzerhand und findet sich in einem eigenartigen Nebelland wieder, wo sie auf Rebecca und ihren Hund, den Höllenhund vom Strand, trifft.
Rebecca ist ein fürchterlich verbittertes Mädchen, das ihren eigenen Tod nicht verkraften konnte und anderen deshalb das Leben nach dem Tod zur Hölle macht. Sie ruft dafür die schrecklichsten Erinnerungen ihres Gegenübers hervor, mithilfe derer sie ihn in ihrer eigenen Welt gefangen halten kann. Riley kann sie nichts vormachen. Doch als Bodhi und Buttercup auftauchen, geraten sie in den schrecklichen Strudel von Rebeccas Macht. Riley weiß: Sie ist Schuld an dem Ganzen und muss die beiden nun retten.
Aber Riley wäre nicht Riley, wenn sie nicht auch noch vorhätte, die gesamte "Bevölkerung" von Rebeccas Blase über die Brücke zu führen. Das ist aber alles andere als einfach, denn dazu muss Riley erst einmal Rebeccas Beweggründe herausfinden. Dabei hilft ihr der seltsame Prinz Kanta, der plötzlich auftaucht, und sogar ihren Namen kennt. Aber wer ist dieser angebliche Prinz und woher kennt er Rebecca? Kann es Riley mit seiner Hilfe gelingen, Rebeccas Mächten zu entgehen und ihre Freunde zu retten? Oder ist das alles nur ein billiger Trick, um sie selbst in die Blase zu bekommen?
********* Meine Meinung *********
Nachdem der erste Band der Reihe um Riley nicht besonders spannend und überzeugend war, habe ich mir vom zweiten Teil nicht viel erwartet. Dafür wurde ich dann doch positiv überrascht, auch wenn es immer noch einige Schwachpunkte gibt.
Im Gegensatz zum Auftakt der Reihe ist "Im Schein der Finsternis", was die Handlung betrifft, wesentlich durchdachter und wirkt eher als ein großes Ganzes. Es gibt für Riley nur einen Fall zu lösen, der es dafür in sich hat. Die Spannung ist durch das wenige Hin und Her auch durchaus vorhanden, und das Buch lässt sich leicht in einem Rutsch durchlesen. Alyson Noel schafft es diesmal auch endlich, mehr Pepp in die Geschichte zu bringen. Durch das Auftauchen von Prinz Kanta zum Beispiel gibt es eine Wendung, von der der Leser nichts gedacht hätte. Sowas habe ich im ersten Teil vermisst, denn es macht den Roman auf jeden Fall besser.
Auch die Charaktere sind in "Im Schein der Finsternis" viel besser gelungen. Man lernt Bodhi viel besser kennen, und auch mit Riley freunde ich mich schön langsam an. Auch wenn sie immer noch schrecklich nervtötend und eigensinnig ist, versteht man sie etwas besser und kann ihre Handlungen nachvollziehen. Auch Rebecca und Prinz Kanta sind gut gezeichnete Charaktere. Das "mehr" an Figuren hat mir auch gefallen. Nur Riley und Bodhi waren mir bisher zu wenig. Dieses Mal nehmen aber auch scheinbare Nebenfiguren größere Rollen ein, sodass sie schon fast zu Hauptfiguren werden, nicht so wie die Geister aus dem ersten Teil, die Riley über die Brücke führen musste.
Leider gibt es kleine Schwächen, die immer wieder auftauchen. So hat mir zum Beispiel der Schreibstil noch immer nicht wirklich zugesagt. Mir fehlt einfach noch etwas, auch wenn ich es nicht wirklich beschreiben kann. Auch über Prinz Kanta habe ich für meinen Teil zu wenig erfahren und hätte mir mehr Informationen gewünscht. Im Großen und Ganzen ist "Im Schein der Finsternis" also ein Roman, der zwar gutes Potential hat, an dem aber noch gefeilt werden müsste, bis er richtig gut ist.
Gefallen hat mir dafür, dass sich Alyson Noel die Mühe gegeben hat, Nachforschungen für diesen Roman anzustellen. Denn die Geschichte von Rebecca beruht auf einer wahren Begebenheit, was mich persönlich sehr angesprochen hat.
Am Ende wird es dann noch einmal richtig spannend, als Riley und Bodhi vor den großen Rat müssen, um sich für ihre Taten zu rechtfertigen. Die Leseprobe auf Band 3 zeigt da schon einige Eindrücke, die dem Leser Lust auf mehr machen, auch wenn das Buch nicht hundertprozentig gut war. Eine gute Taktik der Autorin? Ich jedenfalls kann mich auch vor dem nächsten Teil nicht drücken und werde auf jeden Fall wieder lesen, wie es mit Riley weitergeht!
********* Bewertung *********
"Im Schein der Finsternis" ist ein Roman, der seinen Vorgänger zwar bei weitem übertrumpft, dem aber trotzdem noch das gewisse Etwas fehlt. Die Handlung und die Charaktere sind besser gelungen, aber die üblichen Schwächen bleiben leider vorhanden. Für eine nette kleine Unterhaltung für zwischendurch kann ich 4 Sterne vergeben.