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Riffpiraten
 
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Riffpiraten

Robert Newton , Emlyn Williams , Alfred Hitchcock    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Robert Newton, Emlyn Williams, Leslie Banks, Maureen O'Hara, Charles Laughton
  • Regisseur(e): Alfred Hitchcock
  • Sprache: Deutsch (Mono), Englisch (Mono)
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Phoenix Bild- u. Tonträger Vertrieb
  • Erscheinungstermin: 26. April 2007
  • Produktionsjahr: 1939
  • Spieldauer: 96 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000CCQOEW
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 13.920 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

s/w
England im frühen 19. Jahrhundert: Die junge Mary zieht nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrer Tante Patience, die mit ihrem Mann Joss an der felsigen Küste Cornwalls eine finstere Hafenspelunke betreibt. Schon bald stellt Mary fest, dass Joss der Anführer einer Bande von Piraten ist, die mit falschen Leuchtfeuern planmäßig Schiffe aufs Riff auflaufen lässt, die Besatzung ermordet und sich mit der Ladung aus dem Staub macht. Gleich an ihrem ersten Abend beobachtet Mary, wie die Bande ihr jüngstes Mitglied, Jem Trehearne, aufhängen will. Doch Mary gelingt es, die Schlinge zu zerschneiden und mit Jem zu fliehen. Jem ist ein Regierungsagent und lies sich in die Bande einschleusen, um ihr das Handwerk zu legen. Den Drahtzieher der Piratenbande, der stets erstaunlich gut über die Schiffsrouten informiert sein muss und von dem Joss seine Anweisungen erhält, kennt er bislang jedoch noch nicht. Mary und Jem werden von den Piraten verfolgt. Es gelingt ihnen, sich zu Baron Sir Humphrey Pengallan zu flüchten, einem wohlsituierten Gerichtsherren. Von dort aus will Jem Soldaten aus der nächsten Stadt anfordern. Beide ahnen jedoch nicht, dass Sir Humphrey der kongeniale Hintermann und Drahtzieher der Piraten-Bande ist.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Macht Platz für Pengallan!" 22. Dezember 2009
Hitchcock selbst hielt nicht viel von seinem Werk. Er glaubte, das Potential verschenkt zu haben. Einige Kritiker waren mit ihm einer Meinung. Und dennoch: dem "Master Of Suspense" ist mit "Jamaica Inn" (so der Originaltitel) ein durchaus spannender Abenteuerkrimi gelungen. Dieser Krimi wird ganz und gar beherrscht und getragen von der enormen Präsenz des Hauptdarstellers Charles Laughton (den Hitchcock als "liebenswürdigen Witzbold" bezeichnete). Der Part des dandyhaften, scheinbar großzügigen Sir Humphrey Pengallan ist eine seiner besten und einprägsamsten Rollen. Laughton schafft es mit sehr subtilen Mitteln, Schritt für Schritt die dunklen, irren Züge hinter der Maske des Ehrenmannes sichtbar zu machen. Alle übrigen Darsteller können ebenso überzeugen, wobei Leslie Banks' (zeitweises) Overacting auffällt. Neben Laughtons exzellentem Schauspiel bleibt vor allem Emlyn Williams als mordender, vor sich hin pfeifender Strandpirat in Erinnerung. Zur Atmosphäre ständiger Bedrohung tragen weiterhin die sturmgepeitschte Küste, die wenig einladenden, windumtosten Mauern des verrufenen "Jamaica Inn" und die künstlichen Landschaften bei. Dadurch entsteht ein interessanter Kontrast zum noblen Anwesen Pengallans, das allen Gejagten als letzter Zufluchtsort erscheint... Wie viele Filme der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts entwickelte diese Mischung aus Kostümfilm und Thriller mit der Zeit einen liebenswert angestaubten Charme. Bereits als Kind war ich sowohl von der sturen Einfachheit der Geschichte als auch von der atmosphärischen Gestaltung und den tollen darstellerischen Leistungen beeindruckt. Ich denke, das wird so bleiben. Das Finale ist an Theatralik kaum zu überbieten. Nicht der Held dominiert die Szene, sondern die Tragik des Täters und die Trauer dessen, der seinen Untergang kommen sah. Man spürt förmlich, "wie eine große Zeit zu Ende ging." Die letzten Bilder zeigen keine glücklichen Sieger. Gut gemacht, Hitch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein finsteres Abenteuer 27. Juli 2011
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Bevor sich Hitchcock den berühmten Roman "Rebecca" von Daphne DuMaurier vornahm, verfilmte er im Jahre 1939 das weniger bekannte Werk der englischen Schriftstellerin, der ein düsteres Kapitel der Geschichte von Englands damaliger Küstengrafschaft Cornwall beleuchtet. Noch heute kann man dort eine Taverne mit dem Namen "Jamaica Inn" besichtigen, die als historische Vorlage gilt. Die filmische Adaption geht jedoch ziemlich frei mit der literarischen Vorlage um.

Erzählt wird ein finsteres Abenteuer, welches genauso stürmisch ist, wie das aufgewühlte Meer vor der englischen Küste. Eine ruchlose Truppe von Riffpiraten haben sich um den Gastwirt des Jamaica Inn gescharrt, um des Nachts gekenterte Schiffe zu berauben und die hilflose Besatzung bis auf den letzten Mann zu ermorden. Anscheinend genießt die mörderische Bande den Schutz eines einflussreichen Unbekannten, in dessen Auftrag sie die blutigen Schätze bergen. Wer ist dieser rätselhafte und gefährliche Drahtzieher?
Während diese Frage die Polizei umtreibt, kommt eine unschuldige, junge Frau in die Gegend, die ausgerechnet das Jamaica Inn als neue Heimat wählt, weil dort die letzte Verwandte der armen Waisen wohnt. Patience (Marie Ney), die einmal eine Schönheit war, ist nun die verhärmte Ehefrau des gefürchteten Gastwirts Joss Merlyn (Leslie Banks). Mary Yellen (die 18jährige Maureen O`Hara) ist entsetzt über die Zustände im Jamaica Inn. Fassungslos beobachtet sie, wie die unzufriedenen Männer beschließen, ein neues Mitglied ihrer Truppe hängen wollen, da sie ihn verdächtigen, etwas von der gemeinsamen Beute für sich selbst zu nehmen. Es gelingt ihr, den Fremden zu retten und mit ihm zu fliehen. Doch ausgerechnet bei dem scheinbar so ehrwürdigen Friedensrichter der Gegend, Sir Humphrey Pengallan (Charles Laughton) sucht sie Schutz. Der angesehene und galante Pengallan ist in Wirklichkeit der Kopf der Strandpiraten und er plant schon den nächsten Coup. Wird es der mutigen Frau gelingen, hinter das düstere Geheimnis des Jamaica Inn zu kommen, bevor es für sie und andere Ahnungslose zu spät sein wird?

Anders als im Roman erfährt man ziemlich schnell, wer hier hinter den schrecklichen Verbrechen an der Küste steckt. Das mindert zwar ein wenig die Spannung, aber auf der anderen Seite bietet dies die Möglichkeit den Charakter des Psychopathen Pengallan voll auszuleuchten. Charles Laughton lässt sich auch keine Gelegenheit entgehen, sich ins Rampenlicht der Kamera zu stellen. Seine Darstellung als schmieriger Möchtegernadliger mit der Tendenz zu Selbstübersteigerung und Größenwahn ist dann auch ziemlich beeindruckend. Leider kommt dagegen die Geschichte um Mary Yellen etwas zu kurz, obwohl Maureen O`Hara tatsächlich einen ganz bezaubernden Anblick bietet. Romantisch kann man ihr Abenteuer wirklich nicht nennen und es ist schade, dass sie sich in der letzten Szene schweigend vom Zuschauer verabschiedet, nachdem sie so tapfer war. Auch taugt Robert Newton als Trehearne kaum oder besser gesagt überhaupt nicht zum romantischen Helden und so ist seine Rolle auch nicht ausgelegt, was ebenfalls bedauerlich ist.
Außer Mary Yellen sind ihre Verwandten Patience und Joss Merlyn die einzigen Figuren, die so auch im Roman vorkommen. Die Darstellung des Gastwirts und seiner Frau kann man als sehr gelungen bezeichnen. Leslie Banks und Marie Ney passen schon rein optisch perfekt in ihre Rollen, deren Charakter sie genau ausfüllen.

Die Bilder des Films sind entsprechend der Stimmung oft ziemlich düster. Das tosende Meer, das unheimliche und windige Gasthaus Jamaika mit dem klappernden Schild an der Straße und die unwirtliche Gegend, durch die so manches Mal eine Pferdekutsche hindurchjagt, geben ein recht gruseliges Gesamtbild ab. Mit Licht wurde jedoch nicht gespart, um jede menschliche Regung in den Gesichtern der Beteiligten einzufangen, wobei die Kamera eine besondere Vorliebe für Charles Laughton zu haben scheint.

Die Bild- und Tonqualität des Films ist ganz ordentlich. Lediglich am oberen, linken Rand des Bildes tritt gelegentlich eine leichte Störung auf.
Die DVD ist zweisprachig ausgestattet und enthält außer dem Hauptfilm keinerlei Extras.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Chaaaaaadwick!" 27. Dezember 2010
Von Tristram Shandy TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
(Vorsicht, Spoiler!)

Einfach alptraumhaft, diese Stimme aus dem Grab, mit der der soeben am Boden zerschellte Sir Humphrey Pengallan (Charles Laughton) nach seinem treuen Faktotum (Horace Hodges) ruft. Dies ist beileibe kein Happy End, und die Heldin Mary Yellen (Maureen O'Hara) sieht denn auch alles andere als glücklich aus, als der biedere Polizist Trehearne (Robert Newton) sie am Arm nach Hause geleitet - dort, wo kurz zuvor ihre Tante und einzige noch lebende Verwandte von der Hand des schurkischen Pengallan ins Jenseits befördert worden ist. Daphne du Maurier war von der filmischen Umsetzung ihres Romans not amused, und nur Hitch dürfte froh gewesen sein, als die letzte Szene dieses Filmes abgedreht worden war, denn endlich war er sein verhaßtes Kind los.

Ko-Produzent und Hauptdarsteller Charles Laughton hatte dem Regiegenie mehr als einmal in seine Arbeit hineingeredet und mit seinem Wunsch nach einer größeren Gewichtung seiner Figur dafür gesorgt, daß schon recht früh deutlich wurde, daß der Lebemann und mehr und mehr dem Wahnsinn verfallende Squire Pengallan der geheime Kopf der Riffpiraten ist, die im Jamaica Inn hausen und arglose Schiffer durch falsche Lichtzeichen nächtens an den Klippen auflaufen lassen. Hitchcock selbst hatte "Jamaica Inn" (1939), sein letztes britisches Werk, in der Art eines Whodunnit verfilmen wollen, aber gegen den umtriebigen Laughton den Kürzeren gezogen.

Meiner Meinung nach ist das ein großes Glück gewesen, denn auf diese Weise verfügt der Zuschauer über größeres Wissen als die mutige Mary und der in seiner Rechtschaffenheit doch etwas langweilige Trehearne, und so steigt die Spannung ins Unermeßliche, wenn sich die beiden Helden, verfolgt von den blutrünstigen Piraten, in ihrer Not an eben den Mann wenden, der eigentlich ihr größter Feind ist. Besonders die Szenen, in denen Pengallan mit Mary und Trehearne ins Jamaica Inn zurückkehrt, um den Piratenanführer Joss Merlyn (Leslie Banks) zu verhaften, gewinnen durch ihre für den Zuschauer offenkundige Doppelbödigkeit eine atemberaubende Intensität, vor allem weil außer Joss keiner der Piraten weiß, wer ihnen in Pengallan gegenübersteht. Zudem gelingt es Laughton, aus seinem Sir Humphrey ein sehr unterhaltsames, mit allen Wassern gewaschenes Scheusal zu machen, das man mit einer Mischung aus Belustigung - etwa wenn er seinen Diener fragt, was sein eigener, Pengallans, Lieblingssee im Lake District sei -, Abscheu und Furcht betrachtet. Schon in seiner ersten Szene im Film hängt die Kamera an Sir Humphreys Lippen, während er sich seinen Gästen als leicht gelangweilter Ästhet zu erkennen gibt. Er scheint von einer bildschönen jungen Frau zu schwärmen, doch schließlich entpuppt sich der Gegenstand seiner Schwärmereien als ein Rennpferd, das denn auch prompt von einem Bediensteten in den Saal geführt wird - eine kleine Reminiszenz an Kaiser Caligula, dem man ja ebenfalls Wahnsinn nachsagt und der sein Lieblingspferd zum Konsul gemacht hat? Schon bald allerdings hängt sich Sir Humphreys Begierde an einen neuen Gegenstand - die junge Mary Yellen, mit deren Verkörperung die unvergleichliche Maureen O'Hara den Grundstein ihrer Hollywood-Karriere legte, übrigens ebenfalls gefördert von Laughton.

"Jamaica Inn" ist sicherlich ein Film, auf den Hitchcock nur einen vergleichsweise geringen Einfluß nehmen konnte - so wird man auch vergeblich nach einem Cameo suchen - und der auch einige äußerst schwache Szenen enthält - die Verfolgungsjagd Mary und Trehearnes an den Klippen strotzt nur so vor Ungereimtheiten -, aber Laughtons Figur sorgt für Spannung und für Witz und für ein sehr düsteres Ende, und wer gern einmal Robert L. Stevenson liest, der wird auch diesen Film mögen. Besonders empfehlenswert für eine stürmische Regennacht à la Bulwer-Lytton!
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