Pressestimmen
"... ein inhaltlich brilliantes Angebot, dessen Texte zum Formidabelsten und Unterhaltsamsten gehören, das im deutschsprachigen Netz zu finden ist." (Jury des Grimme-Instituts )
Kurzbeschreibung
Eines der meistgelesenen deutschen Blogs
Die Abschaffung der Vorhölle, Backwaren ohne Umlaute oder der massive Murmeltierüberschuss in Südtirol: Es gibt keinen Aspekt unserer sich rasant wandelnden Welt, dem sich das Weblog Riesenmaschine nicht widmet – immer witzig-pointiert, aber keinesfalls strikt kultur- und konsumkritisch. Mehr als 100.000 Zugriffe verzeichnet die Riesenmaschine pro Monat. Nun belohnt sie ihre Leser mit einer Sammlung der 100 gelungensten Beiträge.
• „Grimme Online Award“ 2006
• „Bachmann-Preis“ 2006 für Mitherausgeberin Kathrin Passig
Die Abschaffung der Vorhölle, Backwaren ohne Umlaute oder der massive Murmeltierüberschuss in Südtirol: Es gibt keinen Aspekt unserer sich rasant wandelnden Welt, dem sich das Weblog Riesenmaschine nicht widmet – immer witzig-pointiert, aber keinesfalls strikt kultur- und konsumkritisch. Mehr als 100.000 Zugriffe verzeichnet die Riesenmaschine pro Monat. Nun belohnt sie ihre Leser mit einer Sammlung der 100 gelungensten Beiträge.
• „Grimme Online Award“ 2006
• „Bachmann-Preis“ 2006 für Mitherausgeberin Kathrin Passig
Klappentext
"... ein inhaltlich brilliantes Angebot, dessen Texte zum Formidabelsten und Unterhaltsamsten gehören, das im deutschsprachigen Netz zu finden ist."
Jury des Grimme-Instituts
Jury des Grimme-Instituts
Über den Autor
Holm Friebe, ist Volkswirt, Journalist und Geschäftsführer der Zentralen Intelligenz Agentur in Berlin. Seine Texte erscheinen u. a. in "Titanic", "taz" und "Neon". 2006
erschien im Heyne-Verlag sein Buch "Wir nennen es Arbeit“, welches er mit Sascha Lobo zusammen schrieb.
Sascha Lobo ist freier Werbtexter mit den Schwerpunkten Internet, Markenstrategie und ungewöhnliche Kommunikation. Für Aufsehen sorgte zuletzt seine Kampagne für die MTV-Serie "Popetown“ und seine Agentur für Werbung in Blogs, adical.
Alex Scholz ist von Beruf Astronom und spezialisiert auf braune Zwerge. Nach Promotion 2004 und zwei Jahren Forschung in Toronto arbeitet er seit Anfang 2007 als „SUPA Advanced Fellow in Astrobiology“ an der Universität von St. Andrews in Schottland.
erschien im Heyne-Verlag sein Buch "Wir nennen es Arbeit“, welches er mit Sascha Lobo zusammen schrieb.
Sascha Lobo ist freier Werbtexter mit den Schwerpunkten Internet, Markenstrategie und ungewöhnliche Kommunikation. Für Aufsehen sorgte zuletzt seine Kampagne für die MTV-Serie "Popetown“ und seine Agentur für Werbung in Blogs, adical.
Alex Scholz ist von Beruf Astronom und spezialisiert auf braune Zwerge. Nach Promotion 2004 und zwei Jahren Forschung in Toronto arbeitet er seit Anfang 2007 als „SUPA Advanced Fellow in Astrobiology“ an der Universität von St. Andrews in Schottland.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Früher, als man noch an Unis studierte, gab es in den Bibliotheken eine Abteilung, die sich »Handapparat« nannte. Sie machte ihrem Namen keine Ehre: Es waren düstere Regalmeter voll unhandlicher Aktenordner mit leeren Klarsichthüllen. Die darin ursprünglich enthaltenen Kopiervorlagen waren geklaut von Leuten, die das Kleingeld für die Kopierer nicht investieren wollten.
Dann kam das Internet, und alles wurde besser. Man musste überhaupt nicht mehr an Universitäten gehen, wenn man etwas über Dinge lernen oder herausfinden wollte. Und wenn doch, fand man alles online, was man brauchte, um sich seinen Weg durchs Seminar freizubluffen. Das Tolle am Internet war aber nicht nur, dass man sich Sachen herunterladen konnte. Man konnte es auch selbst vollschreiben. »Mit dem Schreiben am Computer und dem Verschwinden des letzten Rests an Stofflichkeit sind sie der eigentlichen Substanz, dem Geist, ein wichtiges Stück nähergekommen«, hatte Peter Glaser schon 1996 hellsichtig in einem Essay anlässlich der Verleihung des ersten deutschen Internet-Literaturpreises notiert, mündend in die Zielvorgabe: »Nun schreiben sie mit Licht«. Aber Zeichen und Wunder dauern bekanntlich etwas länger, zumal bei Menschen, die das produktive Prokrastinieren im Hauptfach studiert und später zum Beruf gemacht haben.
Daher dauerte es knapp zehn Jahre, bis in einer Kreuzberger Remise die Riesenmaschine das Licht des Internets erblickte. Zwar hatte es die Riesenmaschine auch schon 1996 gegeben: als Rubrik in dem von Martin Baaske und Holm Friebe in Münster produzierten Fanzine »Luke & Trooke«. Allerdings war man damals noch zu stark der Handapparat-Logik des papierraschelnden Säkulum verhaftet, was auch bedeutete, kistenweise Hefte von der AStA-Druckerei abzuholen, sie mühsam in die diversen Buchläden des Uni-Städtchens zu tragen und die unverkauften Exemplare Monate später gegen neue auszutauschen. Für die an sich banale Erkenntnis, dass man ein Fanzine heutzutage organischer und ökonomischer im Internet betreiben kann, brauchte es zwei Umzüge nach Berlin und das kompromisslose Technik-Regime von Kathrin Passig. Es brauchte das organisatorische Hinterland der Zentralen Intelligenz Agentur, die als ortlose Firma gerade den Badesee als verlängerte Werkbank entdeckt hatte, sowie den Sommer 2005, der zwar nicht ganz an die legendären Rekordsommer von 1947 und 2003 heranreichte, aber mit gemessenen 32 Tagen über 30 Grad immerhin Supersommer wie die von 1976, 1983 oder 1991 in den Schatten stellte. Diese aufgeheizte Inkubator-Situation diente als Brutstätte für die Riesenmaschine.
Mit der Wort-Bild-Marke, die als typografisches Fundstück unverändert von Print nach digital übernommen wurde, hatten wir uns gleichzeitig die redaktionelle DNA eingehandelt. Das Logo ist der herauspräparierte Teil einer Überschrift eines Beitrages des Jahrbuchs »Das neue Universum« aus den späten 1950ern, in dem es um neue Grossgeneratoren ging. Die vollständige Zeile lautete »Riesenmaschinen stillen Stromhunger«. Das Jahrbuch selbst, 1880 angetreten, um jährlich die »interessantesten Entdeckungen und Erfindungen auf allen Gebieten« zu versammeln und »besonders für die reifere Jugend« aufzubereiten, hatte in jener Zeit gerade einen inhaltlichen und formalen Zenit erreicht, bevor es zur Jahrhundertwende hin in der Bedeutungslosigkeit verläpperte. Umweltverschmutzung und Hippies gab es noch nicht, trotz Atombombe und Hornbrillen waren es die Ingenieure, denen man zutraute, die Welt zu retten und das Weltall zu einem besseren Ort zu machen. Technische Lösungen für soziale Probleme, das war der Geist der Stunde. An diesen ungebrochenen Fortschrittsoptimismus mussten wir anknüpfen.
Dies zu befördern gab es im Berlin der Nuller Jahre niemand Geeigneteren als Sascha Lobo, der als illustrer Widergänger Filippo Tommaso Marinettis den Futurismus in seiner ursprünglichen, auf Eskalation und Akzeleration gepolten Form exakt hundert Jahre später wiederzubeleben versuchte. Als Kultusminister im totalitären Staat mit menschlichem Antlitz, der die Riesenmaschine im Inneren ist, wacht er darüber, dass das Neue prinzipiell erst einmal gut gefunden und emphatisch begrüsst wird, es sei denn, es liegen eine erdrückende Empirie oder begründete Verdachtsmomente dagegen vor. Fehlten zur Kernbesatzung noch Christian Y. Schmidt, der als Wirtschaftsflüchtling in die aufstrebenden Regionen Asiens auswanderte, um von dort zu berichten, Aleks Scholz, der die Aussenposten Kanada, Schottland und Weltall abdeckt, Kai Schreiber als Forschungsreisender im menschlichen Gehirn und Michael Brake als akribischer Universalgelehrter. Tex Rubinowitz verweigerte als Experte für Hass, Neid und Schlechtgeficktes von Anfang an den Tanz um das flauschige Häschen Affirmation, schreibt aber trotzdem nachts heimlich alles voll.
Eigentlich jedoch kann man hier keine genaue Grenze um einen inneren Kreis ziehen, denn eine Besatzung aus mittlerweile mehr als 70 Autoren trägt mit ihren Observationen und Notizen zum weltlichen, wissenschaftlichen und warenförmigen Fortschritt dazu bei, dass dieses wundersame Ding Riesenmaschine täglich weiterläuft. Einige der Autoren haben wir gebeten, sich zur Eröffnung der Kapitel des Buches, die weitgehend den Kategorien in der Riesenmaschine entsprechen, einmal etwas ausführlicher und grundlegender mit dem jeweiligen Grossthema auseinanderzusetzen, als das in einem einzelnen Beitrag fürs Web möglich ist.
Dabei ist das von aussen zu beobachtende Textvolumen im Netz nur ein Bruchteil dessen, was im Inneren und hinter den Kulissen produziert wird. Ein wesentlicher Teil des Buchstabenaufkommens ist für das Auge des normalen Lesers unsichtbar, denn es findet als Metadiskussion über die einzelnen Texte in geschützten Bereichen statt. Es hätte keinen Sinn, die abschweifenden und endlos mäandernden Diskussionsstränge einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Vor allem würde es den im Brevier für Autoren verbrieften Grundsatz der Riesenmaschine zuwiderlaufen: »Keine Sozialgeräusche — Keine Befindlichkeiten — Kein Erlebnisschrott!«
Damit erklärt sich allerdings der bei allen Extravaganzen relativ einheitliche Stil, das mehr oder weniger gleichbleibende Niveau, sowie der im Vergleich zum Rest des Internets verschwindend geringe Anteil von Katzen-Content in der Riesenmaschine (zugegeben, dafür haben wir eine Schwäche bei den Nagetieren, den heimlichen Herrschern der Riesenmaschine, aber das ist eine andere Geschichte). Die Riesenmaschine nutzt schamlos einen entscheidenden Vorteil des Internets aus: Man muss keine Rücksicht auf seine Leser nehmen, oder besser gesagt keine Rücksicht auf den dümmsten anzunehmenden Leser. Stattdessen kann man seine Leser für klug verkaufen und mit Themen und Sachverhalten konfrontieren, die früher zwischen Buch- und Aktendeckeln in der Seminarbibliothek begraben lagen.
Der einzige Nachteil des Internets ist, dass man es noch nicht so ohne weiteres mit sich herumtragen kann. Demnächst, im Prinzip heute schon, wird sich auch das Internet auf den Geräten abspielen, die wir täglich am Körper mit uns führen, dem Gehirn zum Beispiel. Weil aber noch nicht alle so einen internetfähigen Handapparat haben, und ein Stück weit auch einfach, weil es geht, gibt es das Beste aus knapp zwei Jahren Riesenmaschine jetzt in erprobt handlicher Papierform als Buch.
Abschliessend noch ein Wort zum Thema Rechtschreibreform: Einem Grundprinzip der Riesenmaschine zufolge besteht das Wesen der meisten erfolgreichen Revolutionen nicht darin, das Bestehende komplizierter zu machen, sondern im Weglassen, Wegwerfen und Wegmachen (Steuergesetze, Königsköpfe, Knöpfe).
Dann kam das Internet, und alles wurde besser. Man musste überhaupt nicht mehr an Universitäten gehen, wenn man etwas über Dinge lernen oder herausfinden wollte. Und wenn doch, fand man alles online, was man brauchte, um sich seinen Weg durchs Seminar freizubluffen. Das Tolle am Internet war aber nicht nur, dass man sich Sachen herunterladen konnte. Man konnte es auch selbst vollschreiben. »Mit dem Schreiben am Computer und dem Verschwinden des letzten Rests an Stofflichkeit sind sie der eigentlichen Substanz, dem Geist, ein wichtiges Stück nähergekommen«, hatte Peter Glaser schon 1996 hellsichtig in einem Essay anlässlich der Verleihung des ersten deutschen Internet-Literaturpreises notiert, mündend in die Zielvorgabe: »Nun schreiben sie mit Licht«. Aber Zeichen und Wunder dauern bekanntlich etwas länger, zumal bei Menschen, die das produktive Prokrastinieren im Hauptfach studiert und später zum Beruf gemacht haben.
Daher dauerte es knapp zehn Jahre, bis in einer Kreuzberger Remise die Riesenmaschine das Licht des Internets erblickte. Zwar hatte es die Riesenmaschine auch schon 1996 gegeben: als Rubrik in dem von Martin Baaske und Holm Friebe in Münster produzierten Fanzine »Luke & Trooke«. Allerdings war man damals noch zu stark der Handapparat-Logik des papierraschelnden Säkulum verhaftet, was auch bedeutete, kistenweise Hefte von der AStA-Druckerei abzuholen, sie mühsam in die diversen Buchläden des Uni-Städtchens zu tragen und die unverkauften Exemplare Monate später gegen neue auszutauschen. Für die an sich banale Erkenntnis, dass man ein Fanzine heutzutage organischer und ökonomischer im Internet betreiben kann, brauchte es zwei Umzüge nach Berlin und das kompromisslose Technik-Regime von Kathrin Passig. Es brauchte das organisatorische Hinterland der Zentralen Intelligenz Agentur, die als ortlose Firma gerade den Badesee als verlängerte Werkbank entdeckt hatte, sowie den Sommer 2005, der zwar nicht ganz an die legendären Rekordsommer von 1947 und 2003 heranreichte, aber mit gemessenen 32 Tagen über 30 Grad immerhin Supersommer wie die von 1976, 1983 oder 1991 in den Schatten stellte. Diese aufgeheizte Inkubator-Situation diente als Brutstätte für die Riesenmaschine.
Mit der Wort-Bild-Marke, die als typografisches Fundstück unverändert von Print nach digital übernommen wurde, hatten wir uns gleichzeitig die redaktionelle DNA eingehandelt. Das Logo ist der herauspräparierte Teil einer Überschrift eines Beitrages des Jahrbuchs »Das neue Universum« aus den späten 1950ern, in dem es um neue Grossgeneratoren ging. Die vollständige Zeile lautete »Riesenmaschinen stillen Stromhunger«. Das Jahrbuch selbst, 1880 angetreten, um jährlich die »interessantesten Entdeckungen und Erfindungen auf allen Gebieten« zu versammeln und »besonders für die reifere Jugend« aufzubereiten, hatte in jener Zeit gerade einen inhaltlichen und formalen Zenit erreicht, bevor es zur Jahrhundertwende hin in der Bedeutungslosigkeit verläpperte. Umweltverschmutzung und Hippies gab es noch nicht, trotz Atombombe und Hornbrillen waren es die Ingenieure, denen man zutraute, die Welt zu retten und das Weltall zu einem besseren Ort zu machen. Technische Lösungen für soziale Probleme, das war der Geist der Stunde. An diesen ungebrochenen Fortschrittsoptimismus mussten wir anknüpfen.
Dies zu befördern gab es im Berlin der Nuller Jahre niemand Geeigneteren als Sascha Lobo, der als illustrer Widergänger Filippo Tommaso Marinettis den Futurismus in seiner ursprünglichen, auf Eskalation und Akzeleration gepolten Form exakt hundert Jahre später wiederzubeleben versuchte. Als Kultusminister im totalitären Staat mit menschlichem Antlitz, der die Riesenmaschine im Inneren ist, wacht er darüber, dass das Neue prinzipiell erst einmal gut gefunden und emphatisch begrüsst wird, es sei denn, es liegen eine erdrückende Empirie oder begründete Verdachtsmomente dagegen vor. Fehlten zur Kernbesatzung noch Christian Y. Schmidt, der als Wirtschaftsflüchtling in die aufstrebenden Regionen Asiens auswanderte, um von dort zu berichten, Aleks Scholz, der die Aussenposten Kanada, Schottland und Weltall abdeckt, Kai Schreiber als Forschungsreisender im menschlichen Gehirn und Michael Brake als akribischer Universalgelehrter. Tex Rubinowitz verweigerte als Experte für Hass, Neid und Schlechtgeficktes von Anfang an den Tanz um das flauschige Häschen Affirmation, schreibt aber trotzdem nachts heimlich alles voll.
Eigentlich jedoch kann man hier keine genaue Grenze um einen inneren Kreis ziehen, denn eine Besatzung aus mittlerweile mehr als 70 Autoren trägt mit ihren Observationen und Notizen zum weltlichen, wissenschaftlichen und warenförmigen Fortschritt dazu bei, dass dieses wundersame Ding Riesenmaschine täglich weiterläuft. Einige der Autoren haben wir gebeten, sich zur Eröffnung der Kapitel des Buches, die weitgehend den Kategorien in der Riesenmaschine entsprechen, einmal etwas ausführlicher und grundlegender mit dem jeweiligen Grossthema auseinanderzusetzen, als das in einem einzelnen Beitrag fürs Web möglich ist.
Dabei ist das von aussen zu beobachtende Textvolumen im Netz nur ein Bruchteil dessen, was im Inneren und hinter den Kulissen produziert wird. Ein wesentlicher Teil des Buchstabenaufkommens ist für das Auge des normalen Lesers unsichtbar, denn es findet als Metadiskussion über die einzelnen Texte in geschützten Bereichen statt. Es hätte keinen Sinn, die abschweifenden und endlos mäandernden Diskussionsstränge einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Vor allem würde es den im Brevier für Autoren verbrieften Grundsatz der Riesenmaschine zuwiderlaufen: »Keine Sozialgeräusche — Keine Befindlichkeiten — Kein Erlebnisschrott!«
Damit erklärt sich allerdings der bei allen Extravaganzen relativ einheitliche Stil, das mehr oder weniger gleichbleibende Niveau, sowie der im Vergleich zum Rest des Internets verschwindend geringe Anteil von Katzen-Content in der Riesenmaschine (zugegeben, dafür haben wir eine Schwäche bei den Nagetieren, den heimlichen Herrschern der Riesenmaschine, aber das ist eine andere Geschichte). Die Riesenmaschine nutzt schamlos einen entscheidenden Vorteil des Internets aus: Man muss keine Rücksicht auf seine Leser nehmen, oder besser gesagt keine Rücksicht auf den dümmsten anzunehmenden Leser. Stattdessen kann man seine Leser für klug verkaufen und mit Themen und Sachverhalten konfrontieren, die früher zwischen Buch- und Aktendeckeln in der Seminarbibliothek begraben lagen.
Der einzige Nachteil des Internets ist, dass man es noch nicht so ohne weiteres mit sich herumtragen kann. Demnächst, im Prinzip heute schon, wird sich auch das Internet auf den Geräten abspielen, die wir täglich am Körper mit uns führen, dem Gehirn zum Beispiel. Weil aber noch nicht alle so einen internetfähigen Handapparat haben, und ein Stück weit auch einfach, weil es geht, gibt es das Beste aus knapp zwei Jahren Riesenmaschine jetzt in erprobt handlicher Papierform als Buch.
Abschliessend noch ein Wort zum Thema Rechtschreibreform: Einem Grundprinzip der Riesenmaschine zufolge besteht das Wesen der meisten erfolgreichen Revolutionen nicht darin, das Bestehende komplizierter zu machen, sondern im Weglassen, Wegwerfen und Wegmachen (Steuergesetze, Königsköpfe, Knöpfe).