Da auf den Inhalt hier schon eingegangen wurde, und ich mich auch den Meinungen meiner Vorgänger weitgehend anschließen kann, werde ich nur meine persönlichen fünf Sterne begründen:
Ich muss sagen, dass ich, als ich den Film kaufte, nur Titel und Titelbild der DVD kannte und somit völlig "offen" den Film sehen konnte. Zuerst war es für mich ein bisschen schwierig, mich dem langsamen, nachdenklichem Tempo des Films anzupassen, aber sobald ich mich in die Welt eingedacht hatte, mochte ich dem Film mit jeder Minute mehr. Es ist aber sicher kein Film, den man einfach mal so zur Unterhaltung anschaut; man muss sich auf die Charaktere einlassen und mitdenken.
Die längste Zeit über hatte ich ein sehr beklemmendes Gefühl in der Brust, dasselbe Gefühl der Hilflosigkeit, das auch der japanische Protagonist gehabt haben muss - vor allem angesichts des Bürokratiedschungels, dem er in einem Land gegenübersteht, dessen Sprache er nicht versteht. Der Zuschauer kann sich nur zu gut in den verzweifelten Japaner hineinfühlen, vor allem, wenn er immer wieder fragen muss: "Was sagt er denn da? Was sagt er da?", oder wenn er, wie so oft, immer wieder ganz von vorne beginnen muss.
Somit würde ich sagen, es handelt sich die meiste Zeit über nicht um einen angenehmen Film.
Fast bin ich auch versucht zu sagen, der Film sei sehr wortkarg, obwohl die ganze Zeit über viel hin und her diskutiert, telefoniert und gestritten wird. Denn das Eigentliche, worum es im Kern geht, kann der Protagonist einfach nicht aussprechen oder in Worte fassen. Die ganze Zeit über hängt diese riesige, unausgesprochene Wahrheit wie ein Damoklesschwert über ihm - und dem Zuschauer, und lässt alles andere Gesagte nichtig und ziellos erscheinen. Überhaupt dachte ich oft: "Wieso tut er denn das alles?! Er könnte auch viel einfacher zu seinem Ziel gelangen." Irgendwann wurde mir aber klar, dass er diesen "einfacheren" weg zu gehen nicht fähig ist, und diese lange Reise die einzige Möglichkeit für ihn ist, die Wahrheit in sich selbst zu finden. Leider aber zu spät.
Das ist erneut ein Punkt in dem Film (einer von vielen), wo man sich fühlt, als falle man in ein schwarzes Loch, wenn man sieht, wie die ganze Arbeit wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, und der erste Gedanke ist: Alles umsonst. Man muss länger darüber nachdenken, um zu bemerken, dass doch alles einen Sinn hatte. Das Ende wird immerhin noch gerettet durch den Brief des Sohnes, den der Japaner vorgelesen bekommt.
Und ich muss ehrlich sagen, die letzte halbe Stunde lang hab ich nur noch geheult, obwohl ich eher nicht der Typ bin, der bei Filmen in Tränen ausbricht. Ich habe noch lange über den Film nachgedacht, und er hat sicherlich mein Denken bereichet.