Das Rider-Waite-Tarot ist das am meisten verbreitete und aufgrund seiner durchgehenden Illustrationen wohl auch beliebteste Tarot. Und das nicht ohne Grund.
Dem Anfänger wird das Deuten durch die Illustration sämtlicher Karten wesentlich erleichtert. In alten Tarot-Decks sieht man auf der 9 der Schwerter zum Beispiel eben nur 9 Schwerter, im Rider-Waite Deck dagegen einen aufrecht im Bett sitzenden Mann, der offensichtlich von einem Alptraum hochgeschreckt ist und Angst hat. Dadurch kommen einem natürlich Assoziationen wie Angst, Alptraum, Furcht, Versagen in den Sinn, was ziemlich genau mit der klassischen Interpretation dieser Karte übereinstimmt.
Auch fortgeschrittene Tarot-Deuter schätzen die zum Teil recht tiefgründige Symbolik mancher Karten wie zB die Widderköpfe auf dem Herrscher, was eine Verbindung zum Sternzeichen Widder ermöglicht, der mit dieser Karte traditionell in Verbindung gebracht wird.
Künstlerisch sind die Karten zwar nicht so anspruchsvoll wie die von Lady Frieda Harris für Aleister Crowley gezeichneten Thoth-Tarot Karten und im Vergleich zu diesen auch weniger symbolträchtig aber da sie in ihrer Struktur klarer und in ihrer Bildersprache eindeutiger sind, werden sie von den meisten Kartenlegern bevorzugt.
Für den Anfänger empfehle ich die Bücher von Hajo Banzhaf, zum Beispiel Schlüsselworte zum Tarot, dem Fortgeschrittenen sei Bill Butlers Dictionary of the Tarot ans Herz gelegt. Banzhafs Tarot-Handbuch ist ebenfalls ein Muß für den ambitionierten Kartenleger und wesentlich umfangreicher als die stichwortartigen Beschreibungen in Schlüsselworte...
Ich wünsche jedem viel Spaß beim Erlenen dieser Kunst, die eine große Hilfe im Alltag und eine Bereicherung des Geistes sein kann. Für mich war es der Einstieg in die Welt der Magie. Die Karten halfen mir, mich weiterzuentwickeln, mögen sie das gleiche auch für den ambitionierten Neuling bewirken...