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Den Bürgerkrieg der Schlachtfelder und Plantagen bekommt man hier nicht zu sehen. Stattdessen wird der Krieg als improvisierte, tölpelhafte und blutige Nachbarschaftsfehde an der Grenze des Staates Missouri dargestellt. In diesem ländlichen Krieg verfolgt der taiwanische Regisseur Ang Lee die Schicksale einiger junger Südstaatenguerillas, die Gewalt, Jahreszeiten und verschiedene Formen der Liebe erleben.
Skeet Ulrich hat die aristokratische Glamour-Rolle, wird jedoch übertroffen von Tobey Maguire als Amerikaner der ersten Generation und dem großartigen Jeffrey Wright als befreiter Sklave, der Seite an Seite mit seinem ehemaligen Master kämpft. Sängerin Jewel zeigt sich in ihrem Schauspieldebüt überaus natürlich als junge Witwe, die das Leben der oben genannten bereichert. Der Titel Birth Of A Nation war leider schon vergeben, aber am Ende dieses Films beschleicht einen das Gefühl, er hätte hier angewendet werden sollen. --Richard T. Jameson
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State (rein als Film): Für Fans des knallharten Westerns ist dieser Streifen sicherlich nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Zwar sehen wir etliche gut choreographierte Schießereien und Schlachten, doch dazwischen wird (zu) viel über Beweggründe und die erbärmlichen Lebensumstände der Protagonisten berichtet. Außerdem gibt es noch eine seltsam anmutende Liebesgeschichte, die nun wirklich nicht den hollywoodüblichen Klischees entspricht. Trotz diverser Längen und Unverständlichkeiten bleibt das Werk aber spannend - man will wissen ob und wer von den Vieren überlebt und ob schlussendlich die Liebe zu ihrem Recht kommt.
Unentschlossenen sei hier auch die hervorragende, historisch unvorbelastete Rezension beim dvd-center empfohlen.
State (Historisch gesehen): Lange habe ich damit gezögert mir diesen Streifen zuzulegen. Wie realistisch kann ein Western schon sein, wenn er von einem Regisseur mit dem uramerikanischen Namen Ang Lee gedreht wurde und dieser vorher im Wesentlichen mit einem Eastern namens "Tiger and Dragon" punkten konnte. ;-)
Mit gemischten Gefühlen wanderte die Scheibe also irgendwann in den Player -- und -- Surprise!!!
Neben "Gettysburg", "Long Riders", "Geronimo" und "The Broken Chain" (alle auf DVD erhältlich) ist "Ride with the Devil" der wohl am besten recherchierte Film zur amerikanischen Historie.
Wie nebenbei vermittelt Ang Lee auch dem historisch desinteressierten Zuschauer Hintergrundwissen zu Gründung, Aufstieg und ethischen Wandel der "Bushwrackers", die gegründet als reine Heimatverteidigung im Laufe des Krieges zu einer Mordbande mutierten.
So werden denn auch zwei der größten, aber beileibe nicht einzigen Schandtaten des Bürgerkriegs (1863 Levinston/Kansas und 1864 - Doppel-Massaker in/bei Centralia/Missouri) miteinander verknüpft. Die Szene, in der zwischen all dem Morden unsere "Helden" das Hotelpersonal vor den Kumpanen schützen ist historisch belegt. Der simple Wunsch nach einem warmen Kaffee rettete damals mehrere Leben. Bei beiden Massakern waren übrigens Mitglieder der James/Younger Bande (Long Riders) beteiligt (wird im Film nicht thematisiert). Auch andere Dinge, wie "Versteck im Winter", "Verlassen der Truppe" und die Erklärung warum sich Bloody Bill gerade Levinston aussuchte - musste er seine Miliz doch mehrere Tage durch Feindesland führen - sind korrekt dargestellt.
Die FSK- Einstufung ist angesichts der gezeigten Morde und einiger übler Nahaufnahmen m. E. nicht haltbar. Eltern sollten den Film wirklich erst mal allein anschauen, bevor sie ihn für den Nachwuchs freigeben.
Darsteller: Agieren durch die Bank gut bis hervorragend. Vor allem Jewel Kilcher als desillusionierte vom Pech verfolgte Kriegswitwe hat mir gut gefallen. Tobey Maguire aber hätte für die Darstellung des in vielen Dingen unerfahrenen, weitgehend emotionslosen, lange sinnlos seinen Idealen folgenden Youngsters vielleicht nicht den Oscar, aber zumindest einen der "kleineren" Preise verdient. Top auch seine "deutsche Stimme". M. W. wurde der gedehnte Südstaatenslang noch nie so gut in unsere Sprache transferiert.
Die DVD: Das Bild ist leider für einen so "jungen" Film nicht akzeptabel, weist in Hinblick auf Kontrast und Bildschärfe leichte Mängel auf. Der Ton dagegen ist - zumindest in Hinsicht auf die Soundkulisse - auf einem 5.1 System Referenz. Die Extras sind leider nicht der Rede wert. B-Roll und Featurette sind zu kurz geraten, die Bios ein Witz, Infos zur Historie nicht vorhanden - da kann auch der Trailer nichts mehr retten.
Fazit: Für Hobbyhistoriker ist dieser Film ein "Muss". 5 Sterne
Es wird wohl niemand "Ride with the Devil" als Totalausfall ansehen, trotzdem sollten sich alle anderen vor dem Kauf die DVD ggfs. erst mal ausleihen. 3 starke Sterne
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