Ist die GXR wirklich das ideale Fotowerkzeug?
Natürlich lässt sich das nicht pauschal bewerten. Für jeden ist eine andere Kamera ideal.
Die Bildqualität diess GXR Kits P10 bewerte ich hiermit bewusst nicht. Dieses Modul bewegt sich auf dem Niveau aktueller Travelzooms ala Panasonic TZ10.
Die Bedienung ist absolut erste Sahne. Ich hatte schon viele Kameras in Benutzung und kann sagen: Komplett konfigurierbar aber schon in der Standardeinstellung ist alles sofort bedienbar und es geht unheimlich flott von der Hand. Nach einigen Tagen kommt es mir nun so vor, als ob die Kamera direkt ans Gehirn angeschlossen ist. Es ist wie beim Autofahren, man denkt nicht mehr darüber nach. Dies ist natürlich auch mit anderen Kameras möglich (bei weitem nicht allen) aber so schnell ging die Bedienung noch bei keiner in Fleisch und Blut über.
Was macht für mich nun den besonderen Reiz dieser Kamera aus? Die Erweiterbarkeit. Natürlich sind auch andere Kameras erweiterbar. Mit einer DSLR ist die Ricoh überhaupt nicht zu vergleichen (außer in der Bildqualität mit den Festbrennweitenmodulen) Als ich sie das erste mal in der Hand hatte, war ich regelrecht überrascht, wie handlich sie ist. Dann wären da noch die spiegellosen Systemkameras ala mFT und NEX. Was hebt da die GXR hervor? Von meinem ersten Gedanken, als ich von dem Modulwechsel-System gelesen habe ("Totaler Quatsch") zu meiner jetzigen Meinung ("Ziemlich Genial") war es ein weiter Weg.
1. Sensor und Linse sind eine Einheit. Das dies nicht nur ein Spruch ist, merkt man, wenn man die Bildqualität der Festbrennweiten von z. B. Panasonic, Olympus, Sony und der GXR vergleicht. In den Wechselobjektiv Systemen kann aus dem Sensor einfach nicht das Optimum herausgeholt werden. Ganz anders in der GXR. Die Bilder der 28mm und 50mm APS-C Module sind astrein und auch bei ISO3200 noch auf höchstem Niveau.
2. Ich kann, wenn ich möchte, auch einfach das P10 Modul mit auf einen Ausflug nehmen und habe eine Kompakte mit Superzoom und der mir wohlvertrauten, perfekten Bedienung.
3. Später einfach durch neue Module auf neuste Sensortechnologien aufrüstbar. Bei anderen Systemen wechsel ich dazu den Body. Welches jetzt hier im Vorteil ist, wird jeder anders sehen. Aber um mal ein Argument zu entkräften: Die aktuell erhältlichen Module veralten ja nicht. Sie machen ja jetzt schon Bilder, die über jeden Zweifel erhaben sind. Was will man denn mehr?
4. Bislang ist es zwar nur inoffiziell bestätigt, aber es soll ein Modul mit Bajonett-Anschluss in 2011 kommen. Damit wären dann beiden Systeme in einer Kamera vereint. Welcher Anschluss wird das? Spekulation, ich tippe auf M-Bajonett. Für mich wäre dies nur ein netter Bonus, für Besitzer entsprechender Objektive wäre dies natürlich ein Killerargument.
Habe ich schon erwähnt, dass mir keine Firma bekannt ist, die wie Ricoh die Firmware ihrer Kameras über einen so langen Zeitraum nicht nur debuggt, sondern auch ganz neue Funktionen und tatsächliche Verbesserungen einbaut?
Sicher habe ich jetzt vieles nicht erwähnt, was noch interessant wäre. Dies soll aber nur meine ganz persönliche Euphorie über dieses schöne, kleine Wunderwerk wiedergeben. Sagte ich "schön"? Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Und schön finde ich die Ricoh wirklich nicht. Sie provoziert eher Aussagen wie "Ist die aus den 80ern?".
Und was soll ich sagen: Auch das ist für mich noch ein Pluspunkt. Weil welcher ernstzunehmende Fotograf will denn mit seiner Kamera auffallen oder angeben?
So nun genug der schönen Worte. Meine Meinung ist rein subjektiv
und dennoch hoffe ich, euch bei euren Überlegungen bezüglich dieser Kamera weiter gebracht zu haben.