Eigentlich ist die R7 genau das, was man sich unter einer "immer dabei" Kamera für jede Gelegenheit wünscht. Klein, aber mit Riesenbrennweite, zoomt von 28mm auf 200mm. Großer Bildschirm mit hoher Auflösung, optischer Bildstabilisator und schnell genug für Schnappschüsse.
Wäre perfekt, wenn es dann in der Praxis auch perfekt funktionieren würde.
Nach den ersten Testberichten nahm ich das an und freute mich sehr auf die bestellte Caplio R7.
Aber einige Mängel finde ich nach augiebigem Testgebrauch jezt so ärgerlich, daß ich sie zurücksende.
1. Der Monitor hält nicht, was die Produktdaten versprechen. Er rauscht bei weniger Licht sehr stark und löst nach Seheindruck nicht besser auf als z.B. der Monitor der Panasonic FX 10, der die Hälfte der Pixel hat.
Ein Canon 3 Zoll Monitor etwa ist um Klassen besser. Unverständlich übrigens: alle möglichen Bildinformationen werden auf dem Display beim Betrachten der geschossenen Bilder angezeigt- nur der ISO Wert nicht, obwohl diese Information gerade beim Test der kamera sehr wertvoll gewesen wäre- mehr dazu bei der Bildqualität.
2. Kleine, suboptimale Details wie der leicht aufgehende Verschluss des Akku- und Speicherkartenfachs und das zirrende, scheppernde Geräusch von Zoomobjektiv und Autofokus sind nicht schlimm, aber typische Detailfehler der R7, die bereits einen halben Stern kosten.
3. Bildstabilisator und Gesichtserkennung sind nicht der Hit, das können andere Hersteller besser und wirkungsvoller.
4.Das schlimmste bei der R7 sind die Bildfehler, vor allem bei schlechtem Licht. Die neue Ricoh Rauschunterdrückung soll ja ein Fortschrittt sein, den ich aber als Rückschritt zur R6 sehe. Dabei ist nicht das typische leichtgrieselige Rauschen das Problem, sondern die bereits bei ISO 100 auf dem PC Bildschirm deuitlich erkennbare Grobkörnigkeit des Bildes bis hin zu kleinen Klötzchen, gepaart mit Randunschärfen und Farbsäumen an den Kanten.
Zumindest bei meinem Exemplar habe ich es in Räumen selbst tagsüber selten geschafft, saubere Bilder zu erhalten. Auch der gute Blitz beseitigt das Problem nicht.
Die Schärfe stimmt dagegen, was der Optik der Kamera ein gutes Zeugnis ausstellt. Auch Verzeichnungen sind kaum vorhanden. Aber dieses grobkörnige Rauschen ist fast bei jeder Aufnahme deutlich zu sehen (nicht auf dem Monitor, siehe unter 1., der ist zu schlecht!).
Vergleichsfotos mit Canon Ixus 75, Panasonic FX10 und sogar einer m.E. optisch nicht besonders guten Casio Z75 unter gleichen Aufnahmebedingungen bestätigten meinen Eindruck: der Aufwand für gute Bilder ist enorm hoch und erfordert manuelle Eingriffe, die Automatik lässt die R7 deutlich vor allem hinter die Panasonic zurückfallen. Wenn auch die Pana ein paar Details bei höheren ISO Werten wegbügelt- die Bilder sind deutlich angenehmer und fehlerfreier.
Dies gilt auch für Makrobilder, die von der Ricoh bereits ab 1cm Abstand augenommen werden(Respekt, das klappt auch!).
Ich finde die Bildqualität sehr schade, denn ansonsten könnte die Ricoh mit ihrer Bedienerfreundlichkeit und Handhabung jeden begeistern. Auch die Verarbeitung ist OK, ebenso die vielen Möglichkeiten bis hin zur Bildnachbearbeitung in der Kamera. Schnell ist sie auch und ausser bei schlechtem Licht sehr schnappschusstauglich.
Probiert selbst und schaut die Bilder auf dem PC an- vielleicht hatte ich ja nur ein Montagsmodell. Das würde mich sehr ärgern, weil ich jetzt immer noch und wieder nach der optimalen "immer dabei" Kamera mit Weitwinkel und Superzoom suchen muss, die eigentlich R7 heissen sollte.