Auf der Suche nach einer preiswerten kompakten Kamera mit großem Brennweitenumfang für den Urlaub (sog. Travelzoom) bin ich bei der Ricoh CX3 gelandet. Vor der Bestellung hatte ich eine Menge Beispielbilder in Frage kommender Kameras im Internet angesehen. Qualität und Farbdarstellung der Bilder der CX3 sowie der günstige Preis gaben den Ausschlag, es erstmalig mit einer Kamera dieses Herstellers zu versuchen.
Die CX3 hat ein hochwertig anmutendes überwiegend aus Metall bestehendes Gehäuse und macht einen gut verarbeiteten Eindruck. Lediglich die Gummiklappe für den USB-/AV-Anschluss und das Kunststoffschraubgewinde für ein Stativ schmälern den insgesamt guten Gesamteindruck etwas. Das geriffelte Griffstück der Kamera besteht aus Kunststoff und hat eine gute Haptik. Wie bei allen Kompaktkameras sind die Bedienelemente etwas klein geraten, die Druckpunkte der Tasten sind aber gut und auch das in Rasterungen funktionierende Moduswählrad ist schwergängig genug, um versehentliches Verstellen auszuschließen. Die Einstellungsmenüführung ist gut verständlich. Der Kamera liegt ein deutschsprachiges gedrucktes Benutzerhandbuch bei.
Bei der Kamera kann man Verschlusszeit und Blende nicht selbst einstellen, aber dennoch verfügt sie über eine Menge interessanter Funktionen und individueller Einstellungsmöglichkeiten. Erwähnenswert finde ich insbesondere den gut funktionierenden Dynamic-Range-Modus für unbewegliche Motive mit starken Hell-/Dunkelkontrasten, die Bracketing Funktionen mit der Möglichkeit, 3 verschiedene Aufnahmen (fast) gleichzeitig zu erstellen (z. B. Belichtungsreihen oder Farbtemperaturreihen). Darüber hinaus hat die Kamera viele Funktionen, die man sonst nur in wesentlich teuereren Geräten vorfindet (Livehistogramm, elektronische Wasserwaage, Spitzlichtanzeige, individuelle Einstellungsmöglichkeiten für Kontrast, Schärfe, Klarheit und Rauschreduzierung). Herausragend ist bei der Kamera das hochauflösende Display, das Farben sehr natürlich wiedergibt und höchste Blickwinkelstabilität hat.
Bilder kann man in den Formaten 4:3 (ca. 10 Megapixel), 3:2 (ca. 9 Megapixel), 16:9 (ca. 7 Megapixel) und 1:1, also quadratisch (ca. 7 Megapixel) in der JPEG-Qualität "Fein" aufnehmen. Darüber hinaus gibt es auch noch niedrigere Auflösungseinstellungen im Bildformat 4:3 mit den Abstufungen 5 Megapixel, 3 Megapixel, 1 Megapixel und VGA jeweils in der JPEG-Qualität "Fein". Die stärkere JPEG-Komprimierungseinstellung "Normal" steht nur für das 4:3-Format mit einer Auflösung von 10 Megapixeln zur Verfügung.
Die Bildqualität der CX3 empfinde ich insgesamt als gut. Insbesondere bei Weitwinkelaufnahmen haben die Bilder manchmal etwas wenig Detailauflösung, aber zwischen mittlerer und höchster Brennweite bildet sie bei genügend Helligkeit wirklich gut ab. Die Aufnahmen sind scharf, meist richtig belichtet und können vor allem mit einer natürlichen warmen Farbdarstellung punkten. Die Objektivverzeichnung ist über den gesamten Brennweitenbereich niedrig, chromatische Aberrationen (Farbsäume) treten eher in geringem Umfang auf. Reduziert man die Rauschunterdrückung im Einstellungsmenü bildet die Kamera auch Büsche, Gräser, Rasen und Laub natürlich und durchzeichnet ab und nicht als Matsch, wie man das bei Aufnahmen so mancher 16-Megapixel-Kompaktkamera sehen kann, wenn man ins Bild zoomt. Das Bildrauschen ist bei der CX3 auf dem in dieser Klasse üblichen Niveau. Gut ist jedenfalls, dass man die Stärke der Rauschunterdrückung einstellen kann (Einstellungsmodi Aus, Auto, Schwach, Stark, Maximum). Man kann also selbst entscheiden, ob man glattgebügelte oder detailreiche (aber etwas verrauschte) Fotos erhalten möchte. Objektivrandunschärfen treten gelegentlich in Abhängigkeit von Blende und Brennweite auf, bewegen sich aber auf einem tolerierbaren, kaum störenden Niveau. Der eingebaute Blitz erreicht das in dieser Klasse übliche Niveau und ist für Aufnahmen in Innenräumen mit nicht allzu großem Abstand oder zum Aufhellen bei Gegenlicht geeignet. Seine Leuchtkraft kann individuell geregelt werden.
Ein paar Beispielbilder für die CX3 habe ich oben eingestellt.
Die Akkuaufladung erfolgt in einem separaten Ladegerät mit Kontrollleuchte, die erlischt, wenn der Akku aufgeladen ist. Die Ladedauer beträgt bis zu 4 Stunden. Eine Akkuladung reicht bei mir momentan zwischen 200 bis 300 Aufnahmen. Ein Ersatzakku, auch ein Originaler, ist preiswerter als bei vielen Konkurrenzprodukten.
Die Videofunktion der CX3 ist nicht auf dem Stand der heutigen Technik. Weder kann man beim Filmen optisch zoomen, noch stehen Stereoton oder ein platzsparendes Aufnahmedateiformat zur Verfügung.
Ingesamt gesehen finde ich, macht man mit dieser Kamera gewiss keinen Fehlkauf, wenn man den günstigen Preis berücksichtigt. Wegen ihrer soliden kompakten Bauart, dem großen Brennweitenumfang, der ordentlichen Bildqualität und dem nicht allzu hohen Wert ist sie besonders gut als Reisekamera geeignet. Die Erwartungshaltung sollte natürlich nicht zu hoch sein. Kameras wie z. B. die Canon PowerShot G12, Canon PowerShot S95 oder Panasonic Lumix DMC LX5 erreichen schon eine bessere Bildqualität, sind aber auch in einer anderen Preisklasse. In ihrer Preisklasse dürfte die Ricoh CX3 zum Besten zählen, was derzeit auf dem Markt ist.