"Rico, Oskar und der Diebstahlstein" ist die dritte Geschichte des ungleichen Paares Rico und Oskar und steht ihren Vorgängern in nichts nach. Dieses Mal finden der tiefbegabte Rico und der hochbegabte Oskar ihren Nachbarn Fitzke tot im Treppenhaus mit der Nachricht, Rico würde seine Steinsammlung erben. Fitzke hat nämlich eine Steinzucht betrieben bzw. versucht zu betreiben. Bisher war er nur mit einem Stein, dem Kalbstein, erfolgreich. Doch der ist verschwunden, als Rico und Oskar Fitzkes Wohnung durchsuchen. Klar, dass sich die beiden auf die Spur nach dem Stein machen.
Als Hörbuch ist diese Geschichte herausragend gut. Der Autor Andreas Steinhöfel liest selbst, aus Sicht von Rico, und trifft dessen Tiefbegabung exzellent mit seiner Stimme. Es ist eine Mischung aus Naivität, Neugierde und Liebe zur Welt und den Menschen, die in der Figur des Rico steckt. Die Geschichte ist mal ernst, mal lustig, so wie das Leben. Natürlich entstehen manche Witze für den Hörer bzw. Leser daraus, dass Rico was falsch deutet, aber umso überzeugender vertritt. Das heißt nicht, dass Steinhöfel sich über Ricos Behinderung lustig macht. Der Witz kann erst dadurch entstehen, dass man Rico absolut ernst nimmt. Er öffnet einem die Welt, liebt die Menschen in ihren Eigenarten und Verrücktheiten und sieht Freundschaft als absolut wichtig an. Das Hörbuch ist trotz der 5 CDs viel zu schnell vorbei und ich hoffe sehr, dass Steinhöfel einen vierten Band schreiben wird. Ab 10 uneingeschränkt zu empfehlen.