Das wäre die richtige Straße gewesen für Texas. "Rick's Road" ist meiner Ansicht nach die beste Platte von Texas und überhaupt ein klasse Album. Leider ist dem Album "Rick's Road" große Ungerechtigkeit durch die damalige Musikpresse widerfahren, es ist eine der vielen viel zu schlecht beurteilten Platten, die daraufhin vergessen wurden, um hoffentlich irgendwann wiederentdeckt zu werden, während andere schlechte Bands und Platten (Pet Sounds von den Beach Boys z.B.) seit Jahrzehnten in den Himmel gelobt werden, weil jeder dem anderen nachplappert und den Quatsch irgendwann glaubt.
Zur Sache aber: nach ihrem Hit (I don't want a lover) vom Debut, das mit Slide ein bisschen dem Staub im Namen der Band gerecht werden wollte, mir aber doch immer zu steril war, und dem nicht schlechten, aber auch nicht aufregendem Nachfolger "Mother's Heaven" mit einem dreisten Doors-Plagiat, hatte man offensichtlich versucht sich zu orientieren. "Rick's Road" geht den Weg des Glasgower blue-eyed soul, gepaart mit Blues, und trotz absolut makelloser produktion ist es die ehrlichste, die raueste Texas-Platte. "Rick's Road" enthält durch die Bank erstklassiges Songwriting, es gibt eigentlich keine Ausfälle, Sharleen Spiteri singt so gut wie nie zuvor und danach, und die Songs, die alle mehr oder weniger Trennung und Hoffen in einer Beziehung thematisieren, gehen durch die Gefühlstiefe in der Stimme tief unter die Haut. Es sind einfach unglaublich schöne Lieder, aber auch rockig, funkig, voller Soul.
Da die Platte aber floppte, dank der miesen Kritiken, schlugen Texas anschließend den neunen Weg ein, den des noch breiteren mainstreams, den der Synthies und des AOR, und wurden für kurze Zeit nochmal richtig erfolgreich, hatten aber an Qualität enorm verloren. Und was lernen wir daraus?