Der Verfasser, Jahrgang 1945, leitet seit 1993 das Unternehmerinstitut der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer und ist Lehrbeauftragter an der Universität Potsdam.
Mit seinem Lexikon will er im Namen der Werte des Westens (Eigentum, Freiheit, Personalität, Subsidiarität) die "schönfärberischen Begriffsverfälschungen sozialer Demagogie aufdecken". Vor allem soll es ein "antibürokratisches Lexikon" sein.
Zu dem allseits (auch bei vielen Liberalen!) beliebten, aber unverkennbar proto- oder kryptototalitären Begriff "Gesellschaftspolitik" ist zu lesen:
"Illusionäre Ambition der Regierenden, über traditionsgewachsene soziale Strukturen, Einstellungen und Sitten einer Gesellschaft mit Staatskommando beliebig zu verfügen [...] Der Komplex zwischenmenschlicher Beziehungen wird hier wie Rohmaterial behandelt, das man nach Belieben formen kann - im Extrem bis zum 'neuen Menschen'. ... der Wohlfahrtsstaat [geht] hierin nicht so weit wie der radikale Sozialismus, aber mit seiner sozialen Sicherungs-, Umverteilungs-, Jugend-, Alten-, Familien-, Frauen-, Antidiskriminierungs-, auch Bildungs-, Kultur- und Wirtschaftspolitik usw. wandelt er doch auf einem verwandten 'Weg zur Knechtschaft'."
Und zu dem Stichwort "Antidiskriminierung" notiert der Verfasser:
"A. ist mit den Grundsätzen einer freien Gesellschaft [...] nicht zu vereinbaren. Für ihr Ansehen und ihre soziale Geltung sind die jeweiligen Gruppen selbst zuständig."
Solche Auffassungen rufen hierzulande, wo 56 % der West- und 66 % der Ostbevölkerung "Sozialismus für eine gute Idee" halten, "die bisher nur schlecht ausgeführt wurde", einen Skandal hervor, einen Skandal, der freilich die Feinde der Freiheit aus ihrem "dogmatischen Schlummer" (I. Kant) nicht aufwecken wird. Die Schlaftiefe ist schon zu weit gediehen.
Das Buch ist keineswegs nur polemisch, bietet es doch auch Kurzportraits von liberalen und libertären Zelebritäten wie Aristoteles, FrédericBastiat, Detmar Doering, Ludwig Erhard, Milton Friedman, Friedrich August von Hayek, Karen Ilse Horn, John Locke, Carl Menger, Ludwig von Mises, Robert Nef, George Orwell, Gerard Radnitzky, Murray N. Rothbard und Margret Thatcher. Dass David Hume, Adam Smith und John Stuart Mill nicht genannt werden, ist allerdings erstaunlich.
Ein sehr lesenswerter Auszug aus Stephen Holmes' Buch "Die Anatomie des Antiliberalismus" (Hamburg 1995, im Original: Boston 1993) beschließt den Band. Ein markantes Zitat daraus: "So unterziehen die [...] antiliberalen Kritiker die liberale Idee des Wettbewerbs regelmäßig einem unvorteilhaften Vergleich mit der Nächstenliebe. Aber für die klassischen Liberalen lautete der der zentrale Gegenbegriff zum Wettbewerb nicht etwa Liebe, sondern Monopol."