Das Buch 'Richtig sprechen mit dementen Menschen' von Friederike Leuthe richtet sich primär an Pflege-Fachkräfte, allerdings ist das Buch auch für jeden Menschen, der Umgang mit dementiell Erkrankten hat, ein wertvolles Anleitungswerk für den kommunikativen Umgang, und durch die würdigende und wertschätzende Art der Autorin im Bezug auf die Patienten, aber auch auf die sie umgebenden Menschen, eine wertvolle Anleitung auch für Angehörige ohne fachlichen Hintergrund.
Das Buch befasst sich eingehend mit der Wirkung von Worten, Satzkonstruktionen und dem Zusammenspiel von Sprache und nonverbaler Kommunikation vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Es geht erfreulich umfassend auf den würdevollen Umgang mit Betroffenen ein und sieht diese nach wie vor als kompetent an, wenn auch ggf. anders, als wir Gesunden es wahrnehmen. Es beinhaltet viele praktische Übungen für Pflegende, Empfehlungen zum direkten Sprechen mit Dementen und bietet nach jedem Unterkapitel eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte unter dem Stichwort 'Merke'. Es beinhaltet Grafiken und Tabellen, wenn diese dem Verständnis dienen, ist damit aber nicht überladen.
Auch geht es darauf ein, was bei traumatisierten Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, zu beachten ist, da diese Patienten noch einmal gesonderte Bedürfnisse in Bezug auf die Kommunikation haben, welche eine noch größere Achtsamkeit erfordert.
Die Autorin schafft es, eine klare, einfühlsame und verständliche Schilderung dementieller Abbauprozesse in Bezug auf die Kommunikation darzustellen und gibt dafür auch viele situative Beispiele, auch aus ihrer eigenen langjährigen Berufspraxis. Sie thematisiert auch eher ungern angesprochene Dinge wie Grenzüberschreitungen im Umgang mit Dementen, Spiritualität und Tod.
Dabei lässt sie auch nicht das Wohlbefinden der Pflegepersonen außer Acht, sie würdigt die schwierige Arbeit mit dementiell Erkrankten und bezieht sich auch darauf, dass eine gelungene Kommunikation ebenfalls eine Entlastung für Fachkräfte und Angehörige darstellt.
Insgesamt gesehen stellt dieses Buch eine wertvolle Unterstützung für die Arbeit mit Dementen dar, dass in keiner Senioren-Einrichtung fehlen sollte, und das man auch uneingeschränkt Angehörigen ans Herz legen kann.